Scroll to Top

Sammlungsgeschichte

Seit seiner Entstehung birgt das Schloss Belvedere Kunstschätze. Zunächst die Sammlungen des Prinzen Eugen und ab 1781 große Teile der kaiserlichen Sammlung,  die auch öffentlich zugänglich waren. Die verschiedenen Direktoren des Hauses ergriffen zahlreiche Maßnahmen zur Sicherung der Kunstwerke, von der Verglasung des Mitteltraktes des Oberen Belvedere im 19. Jahrhundert bis hin zum Umbau der Orangerie 2007.

Um 1900 drängten die österreichischen Künstler angesichts fehlender Maßnahmen zur Realisierung eines geplanten Museumsneubaues für die staatliche Sammlung zeitgenössischer Kunst auf die provisorische Unterbringung der Werke im Unteren Belvedere. Tatsächlich wurde dort 1903 die Moderne Galerie eröffnet und damit der Grundstein für die heutige Sammlung gelegt.

Die Leitung der Modernen Galerie war anfangs dem Kultusministerium unterstellt, erst 1909 erhielt sie mit Dörnhöffer einen eigenen Direktor, der den Erwerb von Kunstwerken aller Epochen vorantrieb. 1911 wurde die Moderne Galerie in k.k. Österreichische Staatsgalerie umbenannt. Sie zeigte nun bereits einen repräsentativen Querschnitt durch das österreichische Kunstschaffen vom Mittelalter bis zur Gegenwart und gab die grundsätzliche Struktur des heutigen Museumskomplexes vor.

Von 1915 an bis zu seiner Amtsenthebung 1938 leitete F. M. Haberditzl die Staatsgalerie und legte mit seiner klugen Ankaufspolitik den Grundstein für die Sammlung von Hauptwerken der klassischen Moderne. In seine Amtszeit fällt auch die Erweiterung der Staatsgalerie auf beide Schlösser und die Neuordnung der ehemaligen kaiserlichen Sammlung durch H. Tietze. 1923 wurde als erster Teil dieser "Neuordnung" das Barockmuseum im Unteren Belvedere eröffnet. Im Oberen Belvedere wurde 1924 die Galerie des XIX. Jahrhunderts mit Werken internationaler und österreichischer Künstler eingerichtet, die Moderne Galerie hingegen wurde in der Orangerie untergebracht, wo im anschließenden Kammergarten ein idealer Ort für die Monumentalplastik gefunden wurde.

Während des nationalsozialistischen Regimes blieb die Moderne Galerie geschlossen, wodurch der Bestand an sogenannten „entarteten“ Werken unangetastet blieb. Die Neuerwerbungen seit dieser Zeit unterliegen seit 1998 der Prüfung durch die Provenienzforscher des Belvedere.

Der Museumsbetrieb der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg ist durch zahlreiche Neuerwerbungen, Erweiterungen und Modernisierungsmaßnahmen gekennzeichnet.