21er Haus

Arsenalstraße 1
1030 Wien
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Die Sammlung #4

Von 21.11.2013 bis 21.04.2014
Ausstellungsansicht, 2013 © Belvedere, Wien
Ausstellungsansicht, 2013 © Belvedere, Wien
Ausstellungsansicht, 2013 © Belvedere, Wien
Ausstellungsansicht, 2013 © Belvedere, Wien
Ausstellungsansicht, 2013 © Belvedere, Wien
Mathias Poledna, Actualité, 2001, © Belvedere, Wien
Hermann J. Painitz, Schnitt und Kette, 1969, © Artothek des Bundes / © Bildrecht, Wien, 2013
Franz Graf, RETA, 2013, © Belvedere, Wien / © Bildrecht, Wien, 2013
Josef Dabernig, Hotel Roccalba, 2008, © Belvedere, Wien / © Bildrecht, Wien, 2013

Ausstellungsort: 21er Haus

Die Geschichte eines Museums und seine historisch variierenden Ausrichtungen spiegeln sich in dessen Sammlung wider. Seit der Eröffnung des 21er Haus im November 2011 hat das Belvedere die Möglichkeit, Werke der Sammlung von der Nachkriegsmoderne bis in die Gegenwart permanent zugänglich zu machen. Teile der Sammlung sind seit Juni 2012 im ersten Stock des 21er Haus zu sehen und werden durch wechselnde thematische Präsentationen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Der Fokus liegt auf zeitgenössischer Kunst aus Österreich und deren internationaler Kontextualisierung und transportiert damit die programmatische Ausrichtung des 21er Haus. Nach thematisch orientierten Aufstellungen zeigt Die Sammlung #4 nun Arbeiten der vergangenen Dekade und reflektiert damit auch die engagierte Sammlungspolitik der letzten Jahre.

Die Ausstellung umfasst vielseitige künstlerische Ansätze und Positionen aus dem Bestand der zeitgenössischen Kunstsammlung des Belvedere: Installative und serielle Arbeiten verhandeln mit recherchebasierten Strategien popkulturelle, sozialhistorische und postkoloniale Thematiken (Andreas Fogarasi, Marko Lulic, Ralo Mayer, Mathias Poledna, Lisl Ponger, Florian Pumhösl, Ann-Sofí Síden, Sofie Thorsen). Daneben lassen sich Formfindungsversuche des letzten Jahrzehnts (Adriana Czernin, Jakob Gasteiger, Franz Graf, Michael Kienzer, Constantin Luser, Nick Oberthaler, Maja Vukoje, Heimo Zobernig) nachvollziehen, ebenso wie Erweiterungspotenziale des malerischen Raums (Tillman Kaiser, Sterling Ruby, Lisa Ruyter, Rudolf Stingel). Nicht die Überwindung der Genregrenzen, sondern die Fokussierung auf medienimmanente Fragestellungen führt andere Künstlerinnen und Künstler zu Lösungsansätzen, die bei der Darstellung auch ihre Produktionsbedingungen und Soziotope artikulieren (Christian Mayer, Jonathan Monk, Gerwald Rockenschaub, Constanze Ruhm, Nadim Vardag). Abenteuerliche und bisweilen utopische Projekte (gelatin/gelitin, Hans Schabus) geben sich nicht minder schelmisch als ironische Kommentierungen des Kunstbetriebs (Anna Jermolaewa, Marcin Maciejowski, Werner Reiterer). Psychonautische Ensembles und Narrative schildern menschliche Sehnsüchte und Abgründe (Keren Cytter, Barbara Kapusta, Markus Schinwald, Misha Stroj, Franz West, Erwin Wurm), während sich eine Reihe weiterer Arbeiten mit Diskursen zu Gender, Queerness, Performativität und Repräsentation beschäftigt (Carola Dertnig, Elke Silvia Krystufek, Dorit Margreiter).

Diese Sammlungspräsentation aktueller künstlerischer Produktion wird flankiert von einem Schwerpunktbereich zum Werk von Hermann J. Painitz. Seit den 1960er-Jahren arbeitet Hermann Painitz in seinen oft seriell angelegten Werken an linearen Abfolgen, die er mittels Farben, Formen und Zeichen strukturiert. Häufig werden aus alltäglichen Ordnungssystemen, beispielsweise unserem Alphabet, neue Erscheinungsformen – abstrakte Bildsprachen – abgeleitet. Painitz entwickelt dabei einen neuen visuellen Code, den es von der Betrachterin/vom Betrachter zu entschlüsseln gilt. So auch in der Arbeit Mehr als die Summe der Teile aus dem Jahr 1997, die im Mittelpunkt der Präsentation im 21er Haus steht. Dieser Werkblock umfasst mehr als 350 gerahmte Grafiken, die willkürlich angeordnet scheinen. Tatsächlich tauchen 26 Symbole auf, die jeweils einem Buchstaben im Alphabet zugeordnet sind. Diese Zeichenketten ergeben Wörter, die in deutscher und englischer Sprache identisch geschrieben werden, aber unterschiedliche Bedeutungen haben können (z.B. „Kind“ oder „Wall“). Die Farbkommunikation von Vögeln mittels ihrer Federkleider übersetzt Painitz in eine weitere Serie von abstrakten Papiermontagen. Solche künstlerischen Transformationsstrategien zeichnen das Œuvre von Hermann J. Painitz aus, das sich als Reflexion über die Semiotik des Visuellen und das Visuelle der Semiotik verstehen lässt.

Zu sehen sind Arbeiten von:
Gottfried Bechtold, Linda Bilda, Keren Cytter, Adriana Czernin, Josef Dabernig, Carola Dertnig, Andreas Fogarasi, Jakob Gasteiger, gelatin/gelitin, Franz Graf, Anna Jermolaewa, Tillman Kaiser, Barbara Kapusta, Michael Kienzer, Roland Kollnitz, Elke Silvia Krystufek, Marko Lulic, Constantin Luser, Marcin Maciejowski, Dorit Margreiter, Christian Mayer, Ralo Mayer, Jonathan Monk, Alois Mosbacher, Christian Philipp Müller, Matt Mullican Muntean/Rosenblum, Oswald Oberhuber, Nick Oberthaler, Walter Obholzer, Hermann J. Painitz, Michael Part, Seb Patane, Mathias Poledna, Lisl Ponger, Florian Pumhösl, Werner Reiterer, Bernd Ribbeck, Gerwald Rockenschaub, Sterling Ruby, Constanze Ruhm, Lisa Ruyter, Hans Schabus, Hubert Scheibl, Markus Schinwald, Ann-Sofí Síden, Lucie Stahl, Martina Steckholzer, Rudolf Stingel, Misha Stroj, Sofie Thorsen, Nadim Vardag, Maja Vukoje, Lawrence Weiner, Franz West, Anna Witt, Amelie von Wulffen, Erwin Wurm, Heimo Zobernig

Kuratoren: Severin Dünser und Luisa Ziaja sowie
Axel Köhne (Schwerpunktbereich Hermann J. Painitz)

 

 

 

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