Prinz Eugen von Savoyen ließ den Kammergarten des Belvedere im frühen 18. Jahrhundert als seinen Privatgarten gestalten. An der Südfassade der Orangerie gelegen, angrenzend an das Wohnschloss des Feldherrn, ist der Kammergarten mit seiner prunkvollen barocken Gestaltung ein Schmuckstück des Belvederegartens. Er zeigt die Gartenliebe des Kriegsfürsten: Die vielfältige Gestaltung mit Parterres, Wasserbecken, Treppen, Laubengängen und Pavillons erfüllte dessen Wünsche nach intimem Ambiente und feudaler Repräsentation. Nach der in den 1990er-Jahren erfolgten Revitalisierung durch die Bundesgärten blüht der Garten heute wieder in reicher Frühjahrs- und Sommerblumenbepflanzung.
Nach der Installation des gläsernen Pavillons von Dan Graham vor der Orangerie im Frühjahr 2007, schließt nun auch Franz West, eine der herausragenden Persönlichkeiten der internationalen Kunstwelt, mit Im Garten der Lüste an die bereits 1929 durch die Moderne Galerie im Belvedere erfolgte Bespielung des Kammergartens mit Skulpturen an.
West variiert und interpretiert in seinem Werk permanent die Idee des Environments und lotet so die wechselhaften räumlichen wie inhaltlichen Funktionen der Skulptur stets aufs Neue aus. Sein Assoziationsuniversum vereint psychoanalytische und philosophische Themen mit Grenzgängen zwischen Kunst und Design. Wests Skulpturen-Arrangement für den Kammergarten reagiert auf die florale Üppigkeit der Bepflanzung ebenso wie auf die achsiale Gliederung der Anlage.