Ausgehend vom Frühwerk Gustav Klimts veranschaulicht die Ausstellung Gustav Klimt und die Künstler-Compagnie anhand von rund fünfzig Exponaten (Gemälde und Papierarbeiten) die Entwicklung der Künstler hin zur Moderne. Das Belvedere zeigt in dieser Präsentation Arbeiten der Compagnie und Einzelwerke von Gustav und Ernst Klimt sowie von Franz Matsch, eingebettet in die Kunst des Historismus.
Zentrale Werke der Schau sind die Fabel (1883) und das frühe Bildnis der Sonja Knips (1898) von Gustav Klimt, Franz Matschs Darstellung seiner Kinder Hilda und Franzi Matsch (1901) sowie Gemälde der Compagnie aus dem Schloss Pelesch in Sinaia, die zum ersten Mal außerhalb Rumäniens gezeigt werden.
Ausgangspunkt Historismus
Im malerisch-bewegten, teils neobarock inspirierten Späthistorismus etablierte sich - in Wien mit Gottfried Semper, Carl von Hasenauer und den Theater-Architekten Fellner und Helmer - der öffentliche Monumentalbau. Malerei und Inszenierung standen im Zeichen Hans Makarts (1840-1884). Seine großformatigen Gemälde sind überwiegend mythologischen und allegorischen Themen gewidmet, in dieser Ausstellung ist unter anderem ein Dekorationsentwurf für das Schlafzimmer der Kaiserin Elisabeth in der Wiener Hermesvilla zu sehen. Während seines Studiums an der Kunstgewerbeschule gründete Gustav Klimt mit seinem Bruder Ernst (1864-1892) und dem Studienkollegen Franz Matsch (1861-1942) die Künstler-Compagnie. Die Zusammenarbeit begann mit der Gestaltung eines Festzuges, den Hans Makart 1879 für das Kaiserpaar in Wien ausstattete.
Der Triumph eines jungen Malerkollektivs
Die jungen Maler erhielten Dekorationsaufträge für Palais und öffentliche Bauten.
Ihre innerhalb kurzer Zeit fertig gestellten Werke wirkten ungewohnt schwungvoll und spontan. Ausstattungsaufträgen der Wiener Architekten Fellner und Helmer für Theater in Österreich-Ungarn und am Balkan folgte die malerische Ausstattung des rumänischen Königsschlosses Pelesch. Mit der Gestaltung der prunkvollen Treppenhäuser des (Hof-) Burgtheaters und des Kunsthistorischen Museums gelang es der Compagnie, sich als "Ringstraßenmaler" zu etablieren. Nach fast zwanzigjährigem Bestehen trennte sich die Ateliergemeinschaft, ausgelöst durch den Tod Ernst Klimts und anhaltende Diskussionen um die Fakultätsbilder für die Aula der Wiener Universität.