Schloss Pelesch
Österreichischer Historismus in Rumänien
Einer der ersten Großaufträge der Künstler-Compagnie beinhaltete die malerische Ausstattung von Schloss Pelesch in Rumänien. Die königliche Sommerresidenz wurde in zwei Bauetappen zwischen 1873 und 1914 nahe der Kleinstadt Sinaia errichtet. Das Gebäude wurde von König Carol I. für offizielle Staatsempfänge genutzt, die während seines Aufenthaltes in den Karpaten stattfanden.
Pelesch ist in erster Linie das Ergebnis des Kunstwillens von König Carol I. und gleichzeitig das Werk österreichischer und deutscher Architekten und Werkstätten, die in Rumänien eine ihrer wertvollsten Arbeiten hinterließen. Die Aufträge, die der König der Künstler-Compagnie zukommen ließ, wurden zwischen 1883 und 1886 ausgeführt. Die Brüder Klimt und Franz Matsch schufen Sgraffitos für den Schlosshof, Ahnenbilder nach Stichen aus dem 17. Jahrhundert, Kopien nach alten Meistern sowie die Ausstattung des kleinen Schlosstheaters mit einem fünfzehn Meter langen Fries, der ursprünglich für den Musiksaal der Königin gedacht war.
Kurator Alfred Weidinger: "Die Arbeiten für das Sommerschloss Pelesch sind im Vergleich zu seinen Hauptwerken, etwa der goldenen Judith oder dem goldenen Kuss deswegen so bedeutend, weil sie Gustav Klimts künstlerische Herkunft aus der Dekorationsmalerei des Historismus sehr deutlich veranschaulichen. An der Kunstgewerbeschule erhielt Klimt eine äußerst fundierte Ausbildung zum Ausstatter und dekorativen Maler. Und genau diese kunstgewerbliche Erfahrung und angewandte dekorative Leistung bildete die stilistische Basis für die Werke seiner Reifezeit, die ihn zudem und gerade dadurch sehr deutlich von allen anderen europäischen Malern abgrenzt und aus deren Kreis hervortreten lässt."