Anna Witt - Screening und Gespräch

Do., 24. Oktober 2013, 19:00 - 21:00 Uhr , Dauer: 120 min
Treffpunkt: Blickle Kino, 21er Haus, Foyer
Veranstaltung
€ 5,00

BC21 BostonConsulting & BelvedereContemporary Art Award 2013

Gezeigt werden Arbeiten von Anna Witt (Preisträgerin des BC21 BostonConsulting & BelvedereContemporary Art Award 2013). Im Anschluss spricht Véronique Aichner mit der Künstlerin.

In ihren performativen Interventionen und Videoinstallationen beschäftiget sich Anna Witt (*1981 in Wasserburg (D), lebt und arbeitet in Wien) mit der Konstruktion kultureller Stereotype und der Positionierung von Individuen innerhalb sozialer Prozesse. Ihre Arbeiten verhandeln die Rolle des Individuums im Verhältnis zu gesellschaftlichen Systemen an der Schnittstelle von Identitätspolitik, Kollektivität und Bürgerrechten.

 

Kontakte

Video, 7 min, 2005 (gekürzte Version)

 

Die Personenkontrolle, das Abtasten von Menschen am Flughafen, ist ein formaler behördlicher Akt zur Erhaltung der Sicherheit. Bestimmte Personen sind befugt das zu tun, dringen in die körperliche Privatsphäre eines fremden Menschen ein, und es gibt keine Möglichkeit sich dessen zu verweigern. Wenn Anna Witt diese Handlung an fremden Personen anwendet und diese bittet das gleiche an ihr zu vollziehen, entsteht dadurch etwas anderes. Die überlegene Autorität einer Behörde fällt weg. Die zweckmäßigen Berührungen werden zu einem sinnlichen Erlebnis, einer privaten Begegnung.

 

Empower me!

Video, 7 min, 2007 (gekürzte Version)

 

In dem Ausstellungsraum wurde eine Kamera installiert. Passanten wurden von Anna Witt gebeten, sich als Geisel zur Verfügung zu stellen. Sie wurden in den Ausstellungsraum geführt. Vor neutraler Kulisse stellten sie eine Forderung per Videobotschaft. Die Akteure konnten den Inhalt der Forderung selbst bestimmen.

 

Auch wenn die Kost rein österreichisch ist, gibt sich die Küchenbelegschaft international

Video, 12 min, 2008

 

Der Titel Auch wenn die Kost rein österreichisch ist, gibt sich die Küchenbelegschaft international zitiert einen Bericht des Bundesministeriums für Landesverteidigung über Integration im Bundesheer. Anpassung bzw. Unterordnung sind maßgebliche Prinzipien im Heer. Militärische Tarnung hat die Funktion sich der natürlichen Umgebung anzupassen und nicht mehr gesehen zu werden. Analog dazu ist in der zivilen Gesellschaft die Aufforderung an Minderheiten, sich gegenüber der Mehrheitsgesellschaft anzupassen. Anna Witt stellt in dieser Arbeit militärische Strategien des Bundesheers dem Modell gesellschaftlicher Integration gegenüber.

 

Geld zu finden / + здесь деньги

Video, 5 min, 2003/2008 (gekürzte Version) /+ Reenactment 7 min, Museum of Finacial History Moskau 2012

 

In einer Galerie war eine alltägliche Wohnsituation installiert, in der 400 Euro versteckt waren. Die Besucher wurden dazu eingeladen, ohne Rücksicht auf den Erhalt der Installation, nach dem Geld zu suchen. Gefundenes Geld durfte behalten werden. Das Publikum bestimmte den ästhetischen Prozess des Raumbildes und wurde zum aktiven Bestandteil der Installation. Emotional entstand eine prekäre Situation. Nach der 3-stündigen Eröffnung war die komplette Einrichtung zerstört und ein Großteil des Geldes gefunden. Die anfängliche Vorsicht steigerte sich schnell in einen lustvollen Prozess der Zerstörung.

 

Domesticated

Video, 8.40 min, 2009

 

In einem unordentlichen, lagerartigen Raum befindet sich eine Gruppe junger Frauen. Sie lungern herum, scherzen oder beschäftigen sich mit sich selbst. Die Kamera tastet den Raum und die Personen in beobachtender Weise ab. Aus dem Off kommentieren und vergleichen Personen das soziale Verhalten der eigenen Gruppe, so wie das der Anderen. Wer „wir“ und wer „die“ sind wir nicht explizit erwähnt. Dass es sich um den gesellschaftlichen Vergleich zwischen Affen und Menschen handelt, lässt sich aus bestimmten Aussagen vermuten.

 

Rap vom Rand

Video, 7 min, 2009

Installation, verschiedene Medien, 2009 / Ethnologische Forschung: Agnes Fuchsloch / Sebastian Stein

 

Die Arbeit entstand im Rahmen der Ausstellung Crossing Munich: Orte, Bilder, Debatten über Migration. Ausgehend von der wissenschaftlichen Recherche der beteiligten Ethnologen über Ghettodiskurs und den von meist migrantischen Jugendlichen gelebten Gangsterrap entwickelte Anna Witt eine Installation aus Video-, Audio- und Textelementen. Kern der Arbeit ist das Video „Battle Rap“, in dem Witt die Ethnologen gegen die in der Studie befragten Rapper in einem Rap Battle sprachlich gegeneinander antreten lies. Die in wissenschaftlicher Diskurssprache verfassten Rechercheinhalte wurden in Reime zusammengefasst und unter Bemühungen der Ethnologen rhythmisch vorgetragen, worauf die Rapper in ihrer eigenen Sprache antworteten und so die Möglichkeit hatten, die über sie verfasste Studie zu kommentieren.

 

Die Rechte des Gehsteigs

Video, 6 min, 2012

 

Bildmaterial aus internationalen Medien, das politische und künstlerische Aktionen im öffentlichen Raum zeigt, diente als Ausgangpunkt der Befragung eines österreichischen Polizeisprechers. Dessen Kommentare zur jeweiligen rechtlichen Lage sind in einem voice-over zu hören.

 

On-the-scene

Full HD Video, 6 min, 2013 (gekürzte Version)

 

Für das anlässlich einer Ausstellung in Ein Hod, Israel entstandene Projekt befragte Anna Witt Wiener Jugendliche zu ihrem Wissen über Israel. Dieses kommt selbstredend nicht aus erster Hand, vielmehr setzt es sich aus durch Nachrichten, Schule, Erziehung erworbene Informationen und Vorstellungen zusammen. Die Statements der Befragten spiegeln den europäischen Ansatz, sich zu der komplexen Nachost-Thematik betont diplomatisch zu äußern. Gleichzeitig wird die Objektivität der Aussagen aber durch den Einsatz von Umgangssprache, Bildungslücken und die Unsicherheit bei der Bildung der eigenen Meinung gebrochen. Die Statements wurden in Form einer fiktiven Nachrichtensendung präsentiert, in einer TV-Livekorrespondenzschaltung zwischen Wien und Tel Aviv wurden diese simultan ins Hebräische übersetzt. Durch die Übernahme des Fernsehformats wurde das paradoxe Spiel internationaler Beziehungen und Medienberichterstattung reflektiert.

 

Kinoticket € 5,- | Anmeldung


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