Vortrag/Soundperformance
von Jan-Henrik Müller, Kai Maier-Rothe, Axel Stockburger
Wiederholung als Methode
Kai Maier-Rothe / Jan-Hendrik Müller
„Du sollst, was immer du willst, so wollen, dass du auch dessen ewige Wiederkehr willst.“[1]
Gilles Deleuze
Im Rahmen eines Vortrags beziehungsweise einer Diskussionsrunde wird das Verhältnis von Differenz und Wiederholung sowie Deleuzeʼ Kunsttheorie thematisiert und eine theoretische Brücke zur Ausstellung Keine Zeit geschlagen.
Gleichzeitig soll in einer Soundperformance das Leben im Loop als widerständige Strategie der Selbstverwirklichung erprobt werden.
Die Wiederholung als Arbeitsform im Fordismus galt als eine erschöpfende und den Menschen entfremdende Tätigkeit. Bleibt die Erschöpfung auch im postfordistischen Kreativitätsimperativ als Ergebnis einer neuen Arbeitsform bestehen, so ist die Entfremdung hingegen durch die Identifikation mit der eigenen Selbstverwirklichung und der damit einhergehenden Selbstausbeutung ersetzt worden. Wie kann die wiederholende Tätigkeit in der künstlerischen Praxis diese neuen Gegebenheiten produktiv machen und als eine subversive Strategie des Widerstands gegen selbige funktionieren, um sich der Erschöpfung am Unmöglichen zu verweigern? Eben nicht mehr können zu wollen, sondern immer dasselbe zu tun, dieses zu affirmieren und darin die eigene Subjektivität zu erfahren, erscheint als jene Kunst, eben nicht so sehr regiert zu werden. Ein neues Begehren gegenüber der Erfahrung im Loop, also der absoluten Gegenwart des Kurz-zuvor-Vergangenen könnte dem entgrenzten Selbst eine verloren gegangene Stabilität zurückgeben, die eine Differenz, etwas Neues ausmacht.
[1] Gilles Deleuze, Differenz und Wiederholung, aus dem Französischen von Joseph Vogl, München 32007, S. 23.
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