CV Helena Pereña
Dr. Helena Pereña studierte Kunstgeschichte und Philosophie in Madrid und München. 2009 wurde sie mit einer Arbeit über Egon Schiele promoviert. Von 2006 bis 2009 war sie am Max Beckmann Archiv tätig. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Kuratorin an der Städtischen Galerie im Lenbachhaus hat sie bis 2012 bei zahlreichen Ausstellungen zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts gewirkt. Zuletzt kuratierte sie die Ausstellung Egon Schiele – Das unrettbare Ich im Kunstbau. Zahlreiche Publikationen zur Moderne.
CIR-Projekt Helena Pereña
Die Ankaufskommission der Modernen Galerie – das heutige Belvedere – gab 1906 ein Gemälde bei Albin Egger-Lienz in Auftrag, das innerhalb von zwei Jahren fertig gestellt werden sollte. Pünktlich zum 60-jährigen Jubiläum des Kaisers und kurz vor der 100. Jahresfeier der Tiroler Befreiungskriege lieferte Egger-Lienz den Totentanz von Anno Neun, die erste erhaltene Fassung eines Motivs, mit dem er sich zwischen 1906 und 1921 häufig beschäftigte. Das Gemälde spielt in seinem Werk eine herausragende Rolle, nicht nur weil hier der Künstler zum ersten Mal die monumentale Formsprache erreichte, nach der er lange gesucht hatte, sondern auch weil er den Krieg als eines seiner Lebensthemen entdeckte – jenseits des konkreten historischen Rahmens.
Der Totentanz vereinigt aber auch alle Widersprüche, die mit Egger-Lienz in Verbindung gebracht werden. Seit seiner Entstehung wurde das Bild bis heute genauso als Pazifismus-Manifest wie als Verherrlichung des Heldentodes gelesen. Wie aber lassen sich solche konträren Sichtweisen bildimmanent festmachen? Solche Fragen bilden den Ausgangspunkt für die Ausstellung im Belvedere, bei der sowohl die konkreten Entstehungszusammenhänge als auch die Wirkungsgeschichte des Totentanzes im Fokus stehen.
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