Im 17. Jahrhundert erlangten im Gebiet des heutigen Österreich vor allem ausländische Künstler großes Renommée. Erst gegen Ende des Jahrhunderts kann man von einer österreichischen Malerei des Hochbarock sprechen. Deren Vertreter waren neben Martino Altomonte insbesondere die Schüler des Deutsch-Venezianers Johann Carl Loth; darunter Johann Michael Rottmayr, Hans Adam Weissenkircher, Johann Carl von Reslfeld und nicht zuletzt Peter Strudel, der in seiner Zeit ein gefeierter Maler war und eine Proto-Akademie gründete, um die Ausbildung junger Künstler sicherzustellen. Aus dieser Akademie, an der Spezialisten aus allen Genres lehrten, ist später die Wiener Akademie der bildenden Künste hervorgegangen.
Prägend für die Kunst im Habsburgerreich ab dem 18. Jahrhundert wurde die Wiener Akademie. An dieser wirkten Maler wie Jacob van Schuppen, Martin van Meytens, Paul Troger, Friedrich Heinrich Füger oder Johann Baptist Lampi d. Ä. als Professoren und Rektoren. Zu den prominentesten Absolventen zählt gewiss Franz Anton Maulbertsch, dessen expressiver Stil mit der Tradition brach.
Neben ihm, der in späterer Zeit größte Popularität erlangt hatte, verdienen auch weitere Maler dieser Zeit, erwähnt zu werden: die Brüder Franz Anton und Franz Xaver Karl Palko, Franz Sigrist d. Ä., Josef Ignaz Mildorfer oder der heute schwer fassbare Franz Anton Schunko. Viele der Absolventen der Wiener Akademie strömten in alle Teile der Habsburgermonarchie aus und sorgten so für eine Verbreitung des in Wien Praktizierten und Erlernten.
In der Skulptur und Plastik zählte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts nach dem Ableben von Paul Strudel Georg Raphael Donner zu den herausragenden wie prägenden Persönlichkeiten. Er gehörte zwar nie der Akademie an, doch sein Stil wurde an dieser Institution von seinem jüngeren Bruder Matthäus verbreitet. Daneben waren Giovanni Giuliani und Lorenzo Mattinelli die wichtigsten in Österreich tätigen Meister. Später zählten Balthasar Ferdinand Moll, Franz Xaver Messerschmidt sowie Friedrich Wilhelm Beyer zu den – vor allem vom Kaiserhaus – bevorzugten Bildhauern. Auch auf Johann Georg Dorfmeister und Johann Baptist Hagenauer darf nicht vergessen werden, wenn von der österreichischen Skulptur des Barock gesprochen wird.
Die vielfältige Verwendung von Kunst im Barock bedingte auch eine Spezialisierung der Künstler in den verschiedenen Genres. Während die einen – Bildhauer wie Maler – im Porträtfach reüssieren konnten, fanden andere vorwiegend in der Ausstattung von Kirchen, Klöstern oder Schlössern Beschäftigung. An diese großen Fresken- und Altarbildaufträge erinnern in der Sammlung des Belvedere zahlreiche Ölskizzen.
Daneben gelangten auch die Landschaftsmaler immer wieder zu – damals bereits international anerkannten – Höchstleistungen. Johann Christian Brand kommt auf diesem Gebiet eine besondere Stellung zu. Er machte sich nicht nur um die Entwicklung der realen Landschaftsdarstellung – des Landschaftsportraits – verdient, sondern stellte durch seine Lehrtätigkeit an der Wiener Akademie auch die Weichen für die Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts.
Eine wesentliche Aufgabe für Maler und Bildhauer des Barock war die künstlerische Ausstattung von Kirchen und Klöstern. Meister wie Paul Troger und Martin Johann Schmidt, genannt der „Kremser Schmidt“, aber auch Franz Anton Maulbertsch schufen gerade in diesem Bereich ihre herausragendsten Werke. Das barocke Prinzip des harmonischen Zusammenwirkens der einzelnen Künste kann anhand der Schlosskapelle im Oberen Belvedere mit dem Altarblatt von Francesco Solimena und den Fresken von Carlo Innocenzo Carlone nachvollzogen werden.
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