Franz Xaver Messerschmidt

Der aus Schwaben stammende Franz Xaver Messerschmidt ist einer der faszinierendsten Bildhauer der Aufklärung. Er arbeitete in Wien mit großem Erfolg für das Kaiserhaus unter Maria Theresia. Als einer der ersten Künstler seiner Zeit bricht Messerschmidt mit dem überlieferten Schema des repräsentativen barocken Porträts zugunsten des Klassizismus. Um 1770 kommt es durch eine persönliche Krise zur Radikalisierung seiner Arbeit und Lebensumstände, wodurch seine bekannteste Werkgruppe, die heute als Charakterköpfe bekannten Studienköpfe, entstehen.

F.X. Messerschmidt

Aus einfachen Verhältnissen stammend, erlernt der 1736 geborene Messerschmidt das Bildhauerhandwerk bei seinem Onkel, dem Münchner Hofbildhauer Johann Baptist Straub. Nach dem Akademiestudium in Wien findet er eine Anstellung als Stuckverschneider im kaiserlichen Zeughaus in der Wiener Renngasse.

Die vergoldeten Bronzebüsten von Maria Theresia und Franz I. Stephan von Lothringen für den dortigen Kaisersaal sind sein erster großer Auftrag. Messerschmidts frühe Werke, die Statuen des Kaiserpaares, die Reliefs Josephs II. und seiner Gemahlin sowie die vergoldete Bronzebüste Gerard van Swietens, erfüllen alle Aufgaben eines barocken Repräsentationsporträts und zeigen sich eingebunden in die künstlerische Tradition Wiens.

Ab Anfang der 1770er-Jahre weichen Schwung und Pathos des Barock kühler Strenge und schonungsloser Präzision in der Wiedergabe der Erscheinung. Mit seiner aggressiven Charakterisierungskunst bereitet Messerschmidt den Weg für die Wahrheit in der Menschendarstellung. Zu diesem vollständigen Bruch mit der künstlerischen Tradition kommt es in diesen Jahren wohl aufgrund der entscheidenden Veränderung seiner Lebensumstände. Seine Krankheit, sein Scheitern an der Akademie und der Verlust der Auftraggeber treiben Messerschmidt in die Isolation. Er zieht nach Pressburg (Bratislava), wo seine heute berühmteste Werkgruppe entsteht, die als Charakterköpfe bekannten Studienköpfe.

Mit großer Intensität arbeitet Messerschmidt an den insgesamt 69 meist stark grimassierenden Köpfen, die er in Gesprächen als seine Portreen bezeichnet. Die Bandbreite der Köpfe reicht von natürlich wirkenden antikisierenden Köpfen bis zu übersteigerten, ausdrucksstarken Mimikern, die in extremer Anstrengung nicht nachvollziehbare Gemütsbewegungen veräußerlichen. Das Belvedere besitzt mit 16 Originalköpfen nicht nur die weltweit größte Sammlung aus dieser Werkgruppe, sondern auch zahlreiche Gipsabgüsse von den insgesamt 54 der Nachwelt erhaltenen Arbeiten. Im Jahre 1783 stirbt Messerschmidt in Pressburg.

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