Franz Xaver Messerschmidt

Der aus dem Schwäbischen stammende Franz Xaver Messerschmidt ist einer der faszinierendsten Bildhauer der Aufklärung. Er arbeitete in Wien mit großem Erfolg für das Kaiserhaus unter Maria Theresia. Als einer der ersten Künstler seiner Zeit bricht Messerschmidt mit dem überlieferten Schema des repräsentativen barocken Porträts zu Gunsten des Klassizismus. Um 1770 kommt es durch eine persönliche Krise zur Radikalisierung seiner Arbeit und Lebensumstände. Seine bekannteste Werkgruppe, die heute als Charakterköpfe bekannten Studienköpfe, entsteht.

F.X. Messerschmidt

Aus einfachen Verhältnissen stammend, erlernte Messerschmidt das Bildhauerhandwerk bei seinem Onkel, dem Münchner Hofbildhauer Johann Babtist Straub.Nach dem Akademiestudium in Wien findet Messerschmidt eine Anstellung als Stückverschneider im kaiserlichen Zeughaus in der Renngasse in Wien.

 

Die vergoldeten Bronzebüsten Maria Theresias und Franz I. Stephan von Lothringen für den dortigen Kaisersaal sind sein erster großer Auftrag. Seine frühen Werke, die Statuen des Kaiserpaares, die Reliefs Joseph II. und seiner Gemahlin und die vergoldete Bronzebüste Gerhard van Swietens erfüllen alle Aufgaben eines barocken Repräsentationsporträts und zeigen sich eingebunden in die künstlerische Tradition Wiens.

 

 

Ab 1770 weichen Schwung und Pathos des Barock einer kühlen Strenge und schonungslosen Präzision in der Wiedergabe der Erscheinung. Mit seiner aggressiven Charakterisierungskunst bereitet er den Weg für die Wahrheit in der Menschendarstellung. Zu einem vollständigen Bruch mit der künstlerischen Tradition und einer entscheidende Veränderung seiner Lebensumstände kommt es Anfang der 70er Jahre. Krankheit, sein Scheitern an der Akademie und der Verlust der Auftraggeber treiben Messerschmidt in die Isolation. Er verlässt Wien und geht nach Pressburg (Bratislava). Dort entsteht seine heute bekannteste Werkgruppe, die heute als Charakterköpfe bekannten Studienköpfe.

 

Mit großer, offenbar lebensnotwendiger Intensität arbeitet Messerschmidt an den 69, meist stark grimmasierenden Köpfen, die er in Gesprächen als seinen "Portreen" bezeichnet. Die Bandbreite der Köpfe reicht von natürlich wirkenden antikisierenden Köpfen bis zu übersteigerten, ausdrucksstarken Mimiken, die in extremer Anstrengung nicht nachvollziehbare Gemütsbewegungen veräußerlichen. Das Belvedere besitzt 16 Originalköpfe und 13 Gipsabgüsse von den insgesamt 54 der Nachwelt erhaltenen Arbeiten. 1783 stirbt Messerschmidt in Preßburg.

 

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