Impressionismus

Hatten die Maler der Schule von Barbizon der Freilichtmalerei einen ganz neuen Stellenwert gegeben, so gingen die französischen Impressionisten noch einen Schritt weiter: Der Eindruck eines Augenblicks, die instantanéité mit ihren flüchtigen Lichtwirkungen, sollte in ihren Bildern festgehalten werden. Zugleich wollte diese Malerei radikal zeitgenössisch sein und dem modernen Lebensgefühl einer sich wandelnden Gesellschaft Ausdruck verleihen.

In Österreich entwickelte der Impressionismus eine ganz eigene Spielart: Obwohl auch hier die Bilder vielfach Ergebnis konsequenter Pleinairmalerei waren, erschien den Künstlern die sensible Wiedergabe einer Stimmung wichtiger als die vorübergehenden Wirkungen des Lichts oder die reine Farbe. Diese Entwicklung verlief gleichzeitig zum französischen Impressionismus, der in der Sammlung mit Werken von Paul Cézanne, Edgar Degas, Vincent van Gogh, Claude Monet, Edouard Manet, Camille Pissarro und Pierre-Auguste Renoir vertreten ist.

Meisterwerke des Impressionismus

Ganz im Gegensatz zu den als bedeutsam erachteten Themen der Historienmalerei konzentrierten sich manche Künstler Mitte des 19. Jahrhunderts vermehrt auf schlichte Landschaftsdarstellungen. Der schmale Wirklichkeitsausschnitt, die genaue Beobachtung der Licht- und Wettersituation und die analytische Zerlegung der tonigen Farbstimmungen in Buntwerte durch nebeneinandergesetzte Farbtupfer zeichnen Werke des Impressionismus aus.

Der Besuch der Internationalen Kunstausstellung in München im Jahre 1869 hatte österreichische Maler in ihren Bestrebungen bestätigt, einfache Motive aus den Vorstädten oder Landschaften aus der näheren Umgebung Wiens zu malen. So entstanden nahezu gleichzeitig Emil Jakob Schindlers Dampfschiffstation bei Kaisermühlen an der Donau (1871/72) und Camille Pissarros Straße in Pontoise (1868). Olga Wisinger-Florian malte Blühender Mohn (1895/1900) etwas früher, als Claude Monet sein Gemälde Gartenweg in Giverny (1902) erschuf.

Ganz im Sinne der ursprünglichen Intention der Modernen Galerie umfasst die Sammlung des Belvedere Werke sowohl einheimischer als auch ausländischer Künstler: Pierre-Auguste Renoir, Edouard Manet und Edgar Degas vertreten den Impressionismus, während das Stillleben mit blauer Flasche, Zuckerdose und Äpfeln (1900−1902) von Paul Cézanne und Die Ebene von Auvers von Vincent van Gogh bereits den Übergang zur Moderne einleiten.

Die Berliner Secession, angeführt von Max Liebermann, stand ganz im Zeichen des Impressionismus. Vorzügliche Beispiele wie Jäger in den Dünen (1913) von Liebermann, Der Herzogstand am Walchensee im Schnee (1922) von Lovis Corinth und Badende Knaben (1911) von Max Slevogt dokumentieren die für den deutschen Impressionismus typische freie Pinselführung und seine intime Ausschnitthaftigkeit.

Carl Schuch, einer der eigenwilligsten österreichischen Künstler, scheint sich von zeittypischen Strömungen abseitsgehalten zu haben. Im Jahre 1846 geboren, vollzog er wie Manet die Abwendung vom Historismus. Wie für Manet oder in Deutschland für Leibl oder Trübner war für ihn der Realismus Courbets – in der Sammlung mit Beispielen wie Der Verwundete vertreten – Ausgangspunkt für seine Bestrebungen hin zu einer Erneuerung der Kunst. Schuchs Stillleben stellen einen Höhepunkt seines Schaffens dar und werden im Belvedere mit Gemälden wie Stillleben mit Kürbis, Pfirsichen und Weintrauben (um 1884) gezeigt. Sie erinnern vorausgreifend an Werke Cézannes, wie Stillleben mit blauer Flasche, Zuckerdose und Äpfeln (1900-1902).

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