Kuss
1907/08
Öl, Silber- und Goldauflagen auf Leinwand
180 x 180 cm
Künstler:
Gustav Klimt
1862 Wien bis 1918 Wien
Ausstellungsort:
Oberes Belvedere
Zeitlebens war Klimts Arbeitsweise charakterisiert durch seine nie erlahmende Offenheit für neue künstlerische Errungenschaften und die beständige Aufnahme von Anregungen, die er dann in seinen persönlichen Stil verwandelte.
Eindrucksvoll führt dies Kuss vor Augen, der neben Gestaltungsprinzipien japanischer Kunst, byzantinischer Mosaikarbeiten oder mittelalterlicher Tafelmalerei auch die Auseinandersetzung mit dem Werk Auguste Rodins, George Minnes oder Edvard Munchs erkennen lässt. Durch die kostbare Ornamentierung und die Verwendung von Silber- und Goldauflagen ist das Paar den Gefährdungen irdischen Lebens und der Erfahrung des Leides gleichsam enthoben.
Kuss stellt den Höhe- wie den Endpunkt einer künstlerischen Phase in Klimts Schaffen dar, in der er mit dem Gegensatz von naturalistisch geschilderten, fein gemalten Hautpartien und einer flächig-ornamentalen Auffassung der anderen Bildteile arbeitete. Dem Ornament kam dabei die Aufgabe zu, die symbolische Aussage der Bilder zu tragen.