1793 Wien − 1865 Hinterbrühl bei Wien
Waldmüller ist der bedeutendste österreichische Künstler des 19. Jahrhunderts. Sein Name wird ständig mit der sogenannten „Biedermeierzeit“ in Verbindung gebracht, doch weist er durch seinen Drang zur realistischen Wiedergabe des Gesehenen und durch die Kraft in der Bildaussage weit über diese Epoche hinaus. Zu erwähnen ist auch, dass jene Werke, die Waldmüller internationale Bedeutung beschert haben – so zum Beispiel „Der Frohnleichnamsmorgen“ oder „Vorfrühling im Wienerwald“ - zu einer Zeit entstanden sind, als die Biedermeierzeit schon lange beendet war.
Waldmüller war in jedem der damals wichtigen Darstellungsbereiche führend. Von seiner Hand stammen die bedeutendsten Porträts, Landschaftsansichten, Genreszenen und Stillleben. Ob in der Eroberung der Landschaft und in der daraus resultierenden glaubhaften Wiedergabe von Nähe und Ferne, ob in der treffenden Charakterisierung des menschlichen Gesichtes, ob in einer detailgetreuen, fein erarbeiteten Zeichnung von stofflichen Details oder in der launigen Schilderung des Bauernalltags, immer sind es seine Werke, die richtungweisend waren. Waldmüller ist schildernd, erklärend, moralisierend und sozialkritisch zugleich. In seinen späten Jahren wuchs der Meister sogar über sich selbst hinaus, indem er die Genremalerei in einen neuen Bereich überführte und sie mit der Naturdarstellung zur harmonischen Einheit verwob.
Das Belvedere ist im Besitz der weltweit größten Sammlung von Waldmüller-Bildern. Außerdem ist das Museum im Besitz des Waldmüller-Archivs und konzentriert durch die fortwährend intensive Beschäftigung das meiste Wissen um die Werke dieses Malers.
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