Neue Einblicke in die sakrale Kunst des Mittelalters bietet das Schaudepot im Prunkstall des Unteren Belvedere. Das barocke Architekturjuwel, in dem einst die Leibpferde des Prinzen Eugen untergebracht waren, wurde im Jahre 2007 durch die Berliner Architekten Kühn Malvezzi als Schaudepot adaptiert. Das Belvedere geht mit der Einrichtung dieser Studiensammlung neue Wege einer Öffnung der gesamten Mittelalter-Bestände für das Publikum. Regelmäßig finden hier auch Studienausstellungen statt, die aktuelle Restaurierungen und Forschungen zu herausragenden Werken präsentieren.
Im Prunkstall des Prinzen Eugen finden sich themenspezifisch angeordnet Meisterwerke der Tafelmalerei, Skulpturen und gotische Flügelaltäre, darunter einer der frühesten österreichischen Altäre dieser Art – der bereits um 1400 entstandene Obervellacher Altar. Neben bekannten Meistern wie Friedrich Pacher oder Hans Klocker werden zahlreiche kostbare Werke von meist anonymen Malern und Bildhauern präsentiert. Zeitlich spannt sich der Bogen vom romanischen Kruzifix bis ins frühe 16. Jahrhundert, wobei der Schwerpunkt auf der spätgotischen Malerei und Bildhauerkunst liegt.
Im Schaudepot steht die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Kunstwerken besonders im Vordergrund. So wird im „Schatzhaus Mittelalter“ in Seminaren, Führungen und Schülerprogrammen der Dialog mit Besuchern und Spezialisten gesucht. Experten und Studierende haben erstmals direkten Zugang (unter Aufsicht) zu den einzigartigen Objekten dieses Sammlungsbereiches.
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