Zur Biedermeierzeit war das Belvedere nicht allein als Museum beliebt, sondern war auch ein Ort verschiedenster Veranstaltungen von Feuerwerken über Zirkusdarbietungen bis zu Schaufahrten von Eskimos. Im Winter diente der Teich als Eislaufplatz.
1848 wurde der Belvederepark zum Militärlager der Mobilgarde, die gegen die kaiserlichen Truppen kämpfte. Der damalige Direktor und Schlosshauptmann, Johann Peter Krafft, führte anschließend umfangreiche Restaurierungsarbeiten an der barocken Bausubstanz durch und schuf die heutigen Zugänge zu der Schlossanlage.
Ab 1888 brachte man die bis dahin im Oberen und Unteren Belvedere untergebrachten Teile der kaiserlichen Sammlungen in das neu errichtete Kunsthistorische Museum am Burgring, das 1891 eröffnet wurde.
Ab 1897 wurde das Obere Belvedere nach Plänen des Architekten Emil von Förster für den österreichischen Thronfolger mit großem finanziellen Aufwand umgebaut und modernisiert, sodass Erzherzog Franz Ferdinand ab 1899 hier wohnen konnte. Im Zuge seiner Verehelichung mit Sophie Gräfin Chotek kam es zu weiteren Adaptierungen. Nach der Ermordung des Thronfolgers und seiner Frau in Sarajevo stand das Schloss leer.
1919 ging das Belvedere in den Besitz der Republik Österreich über und wurde sukzessive als Museum adaptiert.
1944 und 1945 kam es bei Luftangriffen zu schweren Schäden an beiden Schlössern, die nach dem Krieg im Zuge umsichtiger Restaurierungen wieder behoben wurden.
Wichtigstes Ereignis der Nachkriegsgeschichte ist die feierliche Unterzeichnung des Staatsvertrages am 15. Mai 1955 im Marmorsaal des Oberen Belvedere, wodurch die Souveränität Österreichs wiederhergestellt wurde. Der in seinem originalen Zustand erhaltene Marmorsaal ist der zentrale Prunkraum des Oberen Belvedere und öffentlich zugänglich.
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