Die zweigeschoßige Kapelle im südöstlichen Eckturm des Oberen Belvedere wurde 1723 vollendet. Sie präsentiert sich bis heute in ihrer ursprünglichen Erscheinung. Prägend für den Raumeindruck sind das Rotbraun des Marmors und Stuckmarmors, das kontrastierende Weiß sowie die zahlreichen Vergoldungen. Dadurch wird eine ähnliche Kostbarkeit evoziert, wie sie einem in den beiden Marmorsälen des Oberen und des Unteren Belvedere begegnet.
Auch für diesen Sakralraum griffen Prinz Eugen und der Architekt Johann Lucas von Hildebrandt auf die besten ihnen verfügbaren Künstler zurück. Das Altarbild mit der „Auferstehung Christi“ ist ein Werk des neapolitanischen Malers Francesco Solimena, der zu dieser Zeit einer der meistbeschäftigten Künstler war. Auch wenn das Gemälde bereits spätestens 1719 bestellt wurde, musste sich Prinz Eugen dennoch etwa ein Jahrzehnt bis zu dessen Vollendung gedulden. Zum Altarbild existiert auch ein Modello von Solimena, das 1976 in Form eines Legats von Oskar Strakosch in die Sammlungen des Belvedere gelangt ist. Mittlerweile wird dieses kleinere Gemälde im Raum neben der Kapelle präsentiert, sodass Entwurf und Ausführung nebeneinander betrachtet werden können.
Der Stuck ist ein Werk von Santino Bussi, der auch für den noch heute großteils erhaltenen Schmuck der übrigen Räume des Oberen Belvedere verantwortlich zeichnete. Zusätzlich befinden sich in der Kapelle auch Skulpturen der Heiligen Johannes d. T. und Petrus, die von dem künstlerischen Universalgenie Domenico Parodi aus Genua geschaffen wurden. Ergänzt wird dies alles durch das beeindruckende Deckenfresko des norditalienischen Wanderkünstlers Carlo Innocenzo Carlone. Es stellt – umgeben von zahlreichen Engeln – Gottvater mit dem Heiligen Geist in Form der Taube dar und wurde vom Künstler 1723 vollendet, was durch die Signatur zum Ausdruck gebracht wird. Das Deckenfresko mit Gottvater und dem Heiligen Geist ergänzt sich mit dem Christus des Altarbildes zur Dreifaltigkeit. Die Skulpturen von Johannes d. T. als Vorläufer Christi sowie Petrus als dessen Stellvertreter auf Erden ergänzen das Programm dieses Sakralraums.
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