Winterpalais wird Ausstellungsort der internationalen Begegnung
Voraussichtlich ab Oktober 2013 werden die Prunkräume des Winterpalais des Prinzen Eugen von Savoyen in der Himmelpfortgasse ihrer ursprünglichen Funktion entsprechend zum Ausstellungsort der internationalen Begegnung zwischen dem barocken Interieur, den Sammlungen des Belvedere sowie zeitgenössischen Arbeiten nationaler und internationaler Stars. An diesem Ort von intellektuellem und gleichsam ästhetischem Vergnügen soll ein wichtiger Dialog zwischen kulturellem Erbe und zeitgenössischer Kunst entstehen.
Bedeutende Kunst aus Österreich und der Welt
Aufbauend auf dem historischen Erbe und dem umtriebigen Wirken des Weltbürgers Prinz Eugen, soll durch Wechselbeziehungen zwischen den Orten – die nach mehr als 260 Jahren wieder zusammengeführt werden – und internationalen künstlerischen Begegnungen ein weiterer bedeutender Kunststandort in der Wiener Innenstadt etabliert werden. Nach der ersten Ausstellung, die anlässlich seines 350. Geburtstags dem Bauherrn gewidmet ist, wird mit der barocken Ausstattung die Interaktion mit zeitgenössischer Kunst gesucht, eine Auseinandersetzung, die bereits weltweit in bedeutenden Kunstinstitutionen höchst erfolgreich umgesetzt wird. Diese publikumsträchtigen Kunstpräsentationen entstehen, anders als Museumsausstellungen, in direktem Bezug zu Raum und Ausstattung und ringen den Künstlern oftmals neue Werke ab. So entstehen in situ geschaffene Kunstwerke, die aufgrund der Einzigartigkeit von Ort und Geschichte in der Regel zu wesentlichen Arbeiten der Künstler werden. Werke bedeutender österreichischer Künstler werden neben Arbeiten internationaler Größen – auf Basis der Interaktion mit österreichischer Geschichte und Kunst – im Winterpalais einen neuen Ort der künstlerischen Auseinandersetzung finden. Ausgangspunkte dafür sind, neben der Architektur des Stadtpalais, die exquisite historische Ausstattung, die außergewöhnliche Kunstsammlung des Prinzen sowie die reiche Sammlung der Institution Belvedere.
Prinz Eugen von Savoyen – Feldherr, Philosoph und Kunstfreund
Prinz Eugen, der einem italienischen Adelsgeschlecht entstammte, in Frankreich aufgewachsen war und später im Gebiet des heutigen Österreich lebte, ist als inter- oder sogar supranationale Persönlichkeit zu verstehen. Reisen und Kriegszüge führten ihn in viele Länder, wobei er den jeweiligen Kulturen gegenüber sehr aufgeschlossen war. In seinen Palästen verkehrten Diplomaten und viele andere Persönlichkeiten von Rang und Namen, was zu einem regen Austausch in politischer, kultureller, aber auch künstlerischer Hinsicht unter den einzelnen Nationen führte. Die Sammlungen des Prinzen Eugen spiegelten diese Intentionen deutlich wider: Gemälde holländischer, italienischer und französischer Meister fanden sich neben kostbaren Handschriften und Büchern, asiatischen Stoffen, chinesischem Porzellan sowie Tieren und Pflanzen von mehreren Kontinenten. Ermöglicht wurde dem Prinzen der Erwerb dieser Dinge durch ein internationales Netzwerk von Agenten und Freunden, die über seine Interessen bestens informiert waren.