Architektur und Adaptierung

„Draußen scheint die Sonne. Man betritt das Haus, und dieses Betreten hat eine unglaubliche Eleganz. Hier geht es nicht um Material, hier geht es nicht um den manifesten Baukörper an sich, hier geht es vielmehr um den Raum, der durch die Hülle des 20er Hauses generiert wird. Diese Qualität gilt es zu erhalten, denn nur in einem Milieu der Leichtigkeit und Luftigkeit kann Kunst artgerecht atmen.“ - Adolf Krischanitz

 

21er Haus
Arsenalstraße 1, 1030 Wien

 

Spatenstich

13. Juni 2008

Konzept

Architekt Krischanitz ZT GmbH

Bauherren

Burghauptmannschaft Österreich in Vertretung des BMWFJ (Bauphase I)
Belvedere (Bauphase II)

Nutzer

Belvedere

Technische Daten

Gesamt Nettofläche: 6825 m2
Ausstellungsfläche: 2275 m2

Gesamtkosten

ca. 31,9 Mio Euro

Bauphase I Juni 2008 - Oktober 2010
Kosten 15 Mio Euro

Finanzierung

11,3 Mio Euro BMWFJ
2,7 Mio Euro BMUKK
1,0 Mio Euro Wotruba-Stiftung

Bauphase II November 2010 - September 2011
Kosten 16,9 Mio Euro

Finanzierung

BMUKK, Eigenleistung Belvedere und Beitrag Sponsoring

Fertigstellung

20. September 2011

Eröffnung

15. November 2011

 

Der Planungsauftrag wurde im Oktober 2007 von der Burghauptmannschaft Österreich im Anschluss an einen Wettbewerb an Architekt Adolf Krischanitz, einen Schüler Karl Schwanzers, vergeben.

Das 21er Haus

 

Adolf Krischanitz

 

Auffallend ist vor allem der faszinierende flächen- und landschaftsgenerierende Charakter des Gebäudes, das nicht zuletzt durch die angrenzenden Freiraumareale des Schweizer Gartens an Stärke gewinnt.
Hauptaugenmerk ist die städtebauliche Komponente. Die früher mangelhafte Präsenz an der Arsenalstraße wurde durch ein dem Gebäude vorgelagertes und um eine Geschoßhöhe abgesenktes Atrium aufgehoben. Fassade und Zugangsbrücke determinieren damit einen Zwischenraum, der die landschaftliche Fassung des Bauwerks nachhaltig beeinflusst. Das Freilegen des Untergeschosses und damit die konsequente Fortsetzung der bestehenden Topologie bewirken eine gezielte Umwertung und Neubestimmung des tradierten Ortes.
In der Breite des Vorhofs wurde dem 21er Haus nebenan ein sechsgeschossiger Turm beigestellt. Die Fassade des Neubaus ist ein Zitat des bestehenden Rasters in der Hülle des 21er Hauses.


Das Gebäude selbst ist seine Monofunktion enthoben, zugunsten eines offenen Museumsbaus. Das Obergeschoss bleibt dabei als vollklimatisierte Ausstellungsfläche unterschiedlich bespielbar. Die Wechselausstellungsflächen im Erdgeschoss zeichnen sich vor allem durch das Raumerlebnis der monumentalen Mittelhalle und die Sicht auf den Schweizer Garten aus. Das sich ebenso in den Freiraum entfaltende Untergeschoss ist der Unterbringung der Bestände der Fritz Wotruba Privatstiftung gewidmet. Des Weiteren wurden hier ein Café-Restaurant mit Gastgarten, ein Skulpturenpark, Garderoben, ein Kinderatelier, Depotflächen - auch für die Artothek des Bundes - und die haustechnischen Anlagen eingerichtet.

Insgesamt gilt als übergeordnetes Ziel, das als eines der Sinnbilder kultureller Entwicklung der Nachkriegszeit bekannt gewordene Bauwerk in seiner besonderen und charakteristischen Erscheinungsform zu bewahren. Hier geht es nicht um Material, nicht um den manifesten Baukörper an sich, sondern vielmehr um den Raum, der durch die Hülle des 21er Hauses generiert wird. Diese Qualität gilt es zu erhalten, denn nur in einem Milieu der Leichtigkeit und Luftigkeit kann Kunst atmen.

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