21er Haus

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Museum of Revolution

Intervention: Marco Lulic - von 28.06.2010 bis 12.08.2011
Marko Lulic, Museum of Revolution, 2010, Courtesy: Belvedere, Wien, Gabriele Senn Galerie, Wien, und der Künstler © Belvedere, Wien / APA-OTS / Robert Newald

Der Künstler Marko Lulic (*1972) beschäftigt sich auf unterschiedlichen Ebenen mit Architektur, Denkmal, öffentlichem Raum und dem Erbe des Modernismus in Ost- und Westeuropa. Er arbeitet mit Referenzen, (Fehl-)Übersetzungen und Transfers. Auf der Grundlage formaler Aspekte sowie kultureller, sozialer und politischer Themen werden Objekten oder Orten durch subtile Verschiebungen des Materials oder der Begrifflichkeit völlig neue Bedeutungen gegeben.

Ausgangspunkt für das Konzept der Arbeit Museum of Revolution war für Lulic das Muzej Revolucije (Museum der Revolution) in Belgrad, das vom kroatischen Architekten Vjenceslav Richter 1961 entworfen wurde (Richter konzipierte unter anderem auch den jugoslawischen Pavillon für die Brüsseler Weltausstellung 1958). Das Revolutionsmuseum wurde nie vollendet, sondern nur bis zur Kellerdecke fertiggestellt. Als von Buschwerk zugewachsene "Kellerdeckenruine" steht es auch heute noch vergessen in der Parklandschaft Neubelgrads. Für Lulic ist dieses Museum ein Modellfall dafür, wie Träume oder Revolutionen versanden, Manifeste des Aufbaus sich in Sinnbilder des Verfalls wandeln können.

Lulics auf der Baustelle installierte Arbeit Museum of Revolution als erste temporäre Intervention für das 21er Haus hinterfragt die aktuelle Bedeutung der Begriffe "Museum" und "Revolution". Im Diskurs zur Bedeutung von Museen im 21. Jahrhundert fordert er den Betrachter auf, "zu überlegen, was er sich von dieser Institution in Zukunft erwartet und erträumt". Das Museum als Behältnis oder dynamisches Labor, die Rolle des Museums in und für die Gesellschaft werden thematisiert. Lulic beschäftigt sich in seinen reduzierten Text- und Schriftarbeiten in den letzten Jahren vorrangig mit Utopien. Revolution ist für ihn ein "emotional aufgeladener utopischer Begriff", der von jedem Betrachter unterschiedlich gelesen werden kann und soll. Die "Fehlplatzierung" des Slogans, angelehnt an die amerikanische Billboard-Idee und -Ästhetik, "wirft Fragen auf, die nicht beantwortet, sondern an das Publikum zurückgespielt werden", so Lulic.

Kurator: Stefan Bidner
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