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20er Haus, Innenansicht, © Margeritha Spiluttini
Architektur und Adaptierung

„Draußen scheint die Sonne. Man betritt das Haus, und dieses Betreten hat eine unglaubliche Eleganz. Hier geht es nicht um Material, hier geht es nicht um den manifesten Baukörper an sich, hier geht es vielmehr um den Raum, der durch die Hülle des 20er Hauses generiert wird. Diese Qualität gilt es zu erhalten, denn nur in einem Milieu der Leichtigkeit und Luftigkeit kann Kunst artgerecht atmen.“ - Adolf Krischanitz

 

Zur Erfüllung der Anforderungen eines zeitgemäßen Museums- und Ausstellungsbetriebes müssen das Gebäude und das bestehende Raumprogramm erweitert werden. Überdies ist es bauphysikalisch, brandschutztechnisch und energietechnisch den heutigen Erfordernissen anzupassen.Die dringend notwendigen Umbauten beziehen sich vor allem auf die Nebenräume, die gesamte Infrastruktur und die Technik. Die Depots, die Büros und Manipulationsräume entsprechen nicht dem heutigen Standard. Darüber hinaus ist das Haus nicht barrierefrei.Im Zuge der Adaptierung soll die Baustruktur instand gesetzt und unter Berücksichtigung der Bestimmungen des Denkmalschutzes auf den neuesten technischen Stand gebracht werden.

 

Der Planungsauftrag wurde im Oktober 2007 von der Burghauptmannschaft Österreich im Anschluss an einen Wettbewerb an Architekt Adolf Krischanitz vergeben.

Das neue 20er Haus

 

Auffallend ist vor allem der faszinierende flächen- und landschaftsgenerierende Charakter des Gebäudes, das nicht zuletzt durch die angrenzenden Freiraumareale des Schweizer Gartens anStärke gewinnt.
Hauptaugenmerk ist die städtebauliche Komponente. Die derzeit mangelhafte Präsenz an der Arsenalstraße soll daher aufgehoben werden, indem der vorgelagerte Bereich zu einem Atrium abgesenkt wird. Fassade und Zugangsbrücke determinieren damit einen Zwischenraum, der die landschaftliche Fassung des Bauwerks nachhaltig beeinflussen wird. Das Freilegen des Untergeschosses und damit die konsequente Fortsetzung der bestehenden Topologie bewirken eine gezielte Umwertung und Neubestimmung des tradierten Ortes.
In der Breite des Vorhofs wird dem 20er Haus nebenan ein kleiner sechsgeschossiger Solitär beigestellt, ein Turm mit raumgreifender Signalwirkung. Die Fassade des Neubaus ist ein Zitat des bestehenden Rasters in der Hülle des 20er Hauses. Horizontale und vertikale Bänder sollen mittels Laufschrift für Präsenz sorgen und den Inhalt des Gebäudes medial nach außen kehren.


Das Gebäude selbst wird seine Monofunktion zugunsten eines offenen Museumsbaus aufgeben. Das Obergeschoss bleibt dabei als vollklimatisierte Ausstellungsfläche unterschiedlich bespielbar. Die Wechselausstellungsflächen im Erdgeschoss zeichnen sich vor allem durch das Raumerlebnis der monumentalen Mittelhalle und die Sicht auf den Schweizer Garten aus. Das sich ebenso in den Freiraum entfaltende Untergeschoss ist der Unterbringung der Bestände der Fritz Wotruba Privatstiftung gewidmet. Des Weiteren werden hier ein Café-Restaurant mit Gastgarten, ein Skulpturenpark, Garderoben, ein Kinderatelier, Depotflächen - auch für die Artothek des Bundes - und die haustechnischen Anlagen eingerichtet.

Insgesamt gilt als übergeordnetes Ziel, das als eines der Sinnbilder kultureller Entwicklung der Nachkriegszeit bekannt gewordene Bauwerk in seiner besonderen und charakteristischen Erscheinungsform zu bewahren. Hier geht es nicht um Material, nicht um den manifesten Baukörper an sich, sondern vielmehr um den Raum, der durch die Hülle des 20er Hauses generiert wird. Diese Qualität gilt es zu erhalten, denn nur in einem Milieu der Leichtigkeit und Luftigkeit kann Kunst atmen.




20ER HAUS

Geschichte des 20er Haus Architektur und Adaptierung Spatenstich / Bauphase I Neue Heimstätte für Fritz Wotruba-Nachlass im 20er Haus