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Ausstellungen

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Carl Goebel d. J.

Interieurs des Unteren Belvedere

22. Juni 2015 bis 01. Juli 2015
Unteres BelvedereBelvedere

Aufgrund von Aufbauarbeiten für die nächsten Ausstellungen in den Räumen des Unteren Belvedere und der Orangerie sind in der Marmorgalerie vom 22. Juni bis 1. Juli 2015 Farbreproduktionen von Aquarellen des Wiener Malers Carl Goebel d. J. (1824–1899) zu sehen.
Zwischen 1875 bis 1889 schuf Goebel 17 Aquarelle der damals im Unteren Belvedere untergebrachten Sammlung von Schloss Ambras. Diese war im Zuge der Napoleonischen Kriege nach Wien gebracht worden, nachdem 1805 Tirol an Bayern gefallen war. Im Unteren Belvedere wurden nicht nur Objekte aus Ambras, sondern auch Werke aus den ägyptischen und antiken Sammlungen des Kaiserhauses gezeigt. Die Serie der aquarellierten Interieurs besticht vor allem durch ihre dokumentarische Genauigkeit und lässt die Aufstellung der kaiserlichen Sammlungen im Unteren Belvedere, kurz bevor diese in das 1891 neu eröffnete Kunsthistorische Museum an der Ringstraße übertragen werden sollten, lebhaft nachvollziehen. Damit stellen die Werke Goebels eine einzigartige Dokumentation der musealen Nutzung dieses Schlosses im 19. Jahrhundert dar. Darüber hinaus vermitteln uns die Blätter einen beredten Eindruck von der damaligen, teils noch originalen Ausstattung der Räume.
Der 1824 in Wien geborene Landschafts-, Genre- und Porträtmaler Carl Goebel d. J. war Sohn des Historienmalers Carl Peter Goebel. Seine erste Ausbildung erhielt er bei seinem Großvater, dem Akademieprofessor und Bildhauer Joseph Klieber, der seinen Enkel schon frühzeitig an der Akademie der bildenden Künste unterrichtete. 1838 wurde er mit erst 14 Jahren mit dem Füger-Kompositionspreis ausgezeichnet. Anschließend setzte er seine Studien bei Joseph Mössmer, Carl Gsellhofer und Leopold Kupelwieser fort.
Carl Goebel arbeitete in verschiedenen Ländern und an den großen Höfen Europas. Von Fürst Alexander Schönburg wurde er als Porträtist in die vornehmen Kreise Wiens eingeführt. Richtungsweisend für sein Schaffen waren die Werke Josef Danhausers, Peter Fendis und Johann Matthias Ranftls, in dessen Atelier er einige Zeit arbeitete. Seine lokale Bedeutung liegt in der Produktion von Wiener Veduten sowie von Tierbildern, Jagdszenen, Landschaften und Genreszenen, die von Josef Kriehuber inspiriert wurden.
Ab den 1850er-Jahren unternahm Carl Goebel Studienreisen nach Kiew (1851), Venedig, Reggio und Piacenza (1855), Paris (1860/61), Ungarn und Belgrad sowie nach Spanien (1864) und Nordafrika, wo neben Landschaften auch Genreszenen entstanden. Ab 1855 war Goebel außerdem als Porträtlithograf tätig. Der Künstler starb 1899 in Wien.