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Georg Eisler (1928–98)

IM BLICK

Die Zwischenräume sichtbar zu machen, die perspektivischen, emotionellen und geistigen Zwischenräume von Figur zu Figur“ – so formulierte Georg Eisler 1963 sein künstlerisches Anliegen. Obwohl Eislers zumeist großformatige Werke spontan und ungezwungen wirken, rang er damit, das Sichtbare in eine unverwechselbare Bildsprache zu übersetzen. Davon zeugen die persönlichen Tage- und Arbeitsbücher des Künstlers, die in den Jahren von 1962 bis 1997 entstanden und dieser Im Blick-Ausstellung als Ausgangspunkt dienen. Die meist selbstkritischen Aufzeichnungen erlauben einen ungefilterten und offenen Einblick in das Schaffen des Künstlers. Anhand ausgewählter Kunstwerke wird der Fokus auf das Malerische der meist kritischen Interpretationen der Wirklichkeit gerichtet.


Kuratiert von Kerstin Jesse.

In Kooperation mit dem Georg und Alice Eisler-Fonds für bildende Künstler und Komponisten wird seit Anfang 2019 im Belvedere an einem Werkverzeichnis des Künstlers gearbeitet. 

Oberes Belvedere

Öffnungszeiten
Täglich
9 bis 18 Uhr
Freitag
bis 21 Uhr
Adresse

Oberes Belvedere
Prinz Eugen-Straße 27
1030 Wien
Österreich

Tickets

Zum Künstler

 

Georg Eisler wird am 20. April 1928 als einziger Sohn des bekannten Komponisten Hanns Eisler (1898–1962) und der Sängerin und Gesangspädagogin Charlotte Eisler (1894–1970) geboren. Als er sieben Jahre alt ist, lassen sich seine Eltern scheiden. 1936 Umzug mit seiner Mutter nach Moskau; 1938 vereitelte Rückkehr nach Wien und Aufenthalt in Prag; 1939 Flucht über Polen und Göteborg nach England mit den Stationen Birmingham, Manchester und London. 1942 freundet er sich mit Erich Fried an. 1944 lernt er Oskar Kokoschka kennen und nimmt in der Londoner Foyle’s Art Gallery erstmals an einer Ausstellung zu österreichischer Kunst teil. Nach einer ersten Einzelausstellung im März 1946 in Manchester kehrt der 18-Jährige im September in das zerstörte Wien zurück. Besuch des Abendaktes von Herbert Boeckl und Bekanntschaft mit Alfred Hrdlicka, Rudolf Schönwald und Fritz Martinz. Diverse Nebenbeschäftigungen, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Intensive Auseinandersetzung mit der Malerei und Reisen unter anderem nach Italien, Holland, Frankreich, Deutschland und England. 1958 erste Einzelausstellung in Wien in der Galerie Wolfrum und zusehends intensivere Ausstellungstätigkeit auch auf internationaler Ebene. 1964 erste Monografie über Eisler, verfasst von Erich Fried und Ernst Köller. 1965 Österreichischer Staatspreis für Malerei. 1966 Heirat mit der Juristin Alice Gerson (1930–2011). Von 1968 bis 1972 Präsident der Wiener Secession. Ab 1970 Lehrtätigkeit, auch in den USA; in diesem Jahr publiziert Otto Breicha eine Monografie mit einem Werkverzeichnis. 1971 Preis der Stadt Wien für Malerei; 1974 Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst. 1982 Teilnahme an der Biennale in Venedig und Beginn einer langen Freundschaft mit dem französischen Fotografen Henri Cartier-Bresson. 1997 umfassende Retrospektive im Oberen Belvedere, die er mitgestaltet. Eisler stirbt am 15. Jänner 1998 an den Folgen eines Krebsleidens. Er erhält ein Ehrengrab der Stadt Wien.

Inhalt 3

Inhalt 4

 

IM BLICK

 

In der Reihe Im Blick werden dreimal im Jahr im Oberen Belvedere spezielle Aspekte der hauseigenen Sammlung beleuchtet. Kunstwerke werden unter neuen wissenschaftlichen Gesichtspunkten analysiert und der Öffentlichkeit präsentiert. 

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