zum Inhalt springen

Ausstellungen

Ausstellungen


Meisterwerke der Mittelaltersammlung

Aktuell restauriert

17. November 2010 bis 20. März 2011
Prunkstall, Unteres BelvedereBelvedere

Neues zu entdecken gibt es wieder im Schaudepot im Prunkstall: drei jüngst restaurierte Werke der Sammlung - ein Tafelgemälde, eine Steinskulptur und ein Schnitzrelief aus dem frühen 16. Jahrhundert. Ihre Präsentation gibt Einblick in das weite Feld der Restauriermethoden und wissenschaftlichen Forschung.
 
Im Zentrum steht die Anbetung der Heiligen Drei Könige des Meisters der Habsburger, der zu den bedeutendsten Malern seiner Zeit in Tirol zählt. Die Reinigung des exquisiten Tafelbildes brachte eine interessantes Detail zu Tage: Maximilian I., der als zweiter König dargestellt ist, trägt einen Wappenring mit dem einköpfigen Königsadler und dem österreichischen Bindenschild. Der neue Fund erlaubt nun eine Datierung des Gemäldes vor der Kaiserkrönung 1508. Auch Maximilians Vater Friedrich III. ist im Bild verewigt.
 
Das posthume Porträt gibt Rätsel auf. Steht dahinter das pietätvolle Gedenken an den 1493 verstorbenen Kaiser oder politisches Kalkül? Wurde der bleiche Profilkopf vielleicht erst nachträglich hinzugefügt? Die aktuellen Röntgen- und Infrarotaufnahmen sprechen gegen eine solche Vermutung.
Eine besonders heikle Aufgabe stellte sich bei der Skulpturengruppe einer Beweinung Christi, die ein Wiener Bildhauer vermutlich als Predellenrelief für ein Steinretabel schuf. Das fein gearbeitete, ausdrucksstarke Bildwerk war infolge einer massiven Versalzung akut von Ausblühungen an der Oberfläche betroffen. Über mehrere Wochen wurden aus dem Kalksandstein im Wasserbad insgesamt 2 kg (!) Salz extrahiert. So konnten weitere Materialverluste gestoppt und die Fassungsreste, die eine ehemals reiche Polychromierung belegen, gesichert werden. Das dritte Projekt betrifft das Fragment einer thronenden Maria aus der Werkstatt des Meisters von Heiligenblut. Die Lindenholz-Skulptur, die wahrscheinlich von einer Anna-Selbdritt-Gruppe stammt, weist noch die originale Polychromie und reiche Vergoldung auf. Nach einer aufwändigen Reinigung des extrem stark verschmutzten Reliefs ist nun wieder eine adäquate Beurteilung des qualitätvollen Werks möglich.

Die Ausstellung erfolgt in Kooperation mit dem Institut für Konservierung und Restaurierung der Universität für angewandte Kunst Wien und den Restaurierwerkstätten des Bundesdenkmalamts.
Der Firma Siwacht ist für die Übernahme einer Patenschaft herzlich zu danken!