Laufende Projekte

Die hauseigene Forschungsarbeit des Belvedere wird durch externe/drittmittelfinanzierte Forschungsprojekte ergänzt. Die daraus resultierenden Ergebnisse finden Eingang in diverse Ausstellungs- und Publikationsprojekte und stehen damit auch einer interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung.

Mann sieht in einen Bildschirm
Foto: Ina Aydogan / Belvedere, Wien

Recht auf Museum?

 

Kooperationsprojekt mit dem Labor für empirische Bildwissenschaften am Institut für Kunstgeschichte, Universität Wien
Fördergeber: Jubiläumsfonds der Oesterreichischen Nationalbank (Nr. 18432)
Laufzeit: September 2020 – August 2022
Projektleitung: Luise Reitstätter (Universität Wien)
Projektteam: Anna Frasca-Rath, Karolin Galter, Andrea Mayr (Universität Wien)
Kooperationspartner_innen Belvedere: Christian Huemer, Johanna Aufreiter, Monika Mayer (Research Center)

Illustration: Stefanie Hilgarth

Das Recht auf Museum gilt in demokratischen Gesellschaften durch den öffentlichen Zugang zu Kulturgütern seit der Gründung des modernen Museums im 18. Jahrhundert als verbürgt. Dennoch weisen historische Quellen auf eine Differenz zwischen idealisierter und gelebter Öffnung hin, indem etwa strikte Einlassbestimmungen den Besuch systematisch beschränkten. Heute erheben Museen zumeist von sich aus den Anspruch für alle zu sein, auch wenn sich die Anzahl aktiver Kulturnutzer_innen auf nur 10 -15 % der Bevölkerung beschränkt. “Recht auf Museum?” ist ein Projekt, das nach diesen Widersprüchen in Archiv- und Feldforschungen fragt.

Das Projekt zielt auf eine systematische Erarbeitung von Museumsvorstellungen der Öffentlichkeit durch die Analyse historischer Museumstexte und die empirische Erhebung zeitgenössischer Museumsvorstellungen. Im Zentrum der Archivrecherche stehen textuelle Museumskonzepte von den Gründungsstatuten bis zu den heutigen Leitbildern, die systematisch gesammelt und quellen- und inhaltsanalytisch ausgewertet werden. Die Feldforschung untersucht die Museumswahrnehmung aus der Perspektive von Bürgerinnen und Bürgern mittels einer quantitativen Vorerhebung, begleiteten Museumsrundgängen und einer anschließenden qualitativen Erhebung. Mit dieser Methodenkombination schafft das Projekt eine einzigartige wissenschaftliche Quelle, um aktuelle Museumsentwicklungen historisch einzuordnen und Impulse für eine reflektierte Museumspraxis zu geben.

„Recht auf Museum?“ ist ein Projekt des Labors für empirische Bildwissenschaft am Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien in Kooperation mit dem Haus der Geschichte Österreich, dem Kunsthistorischen Museum Wien, dem MAK – Museum für angewandte Kunst, der Österreichischen Galerie Belvedere und dem Volkskundemuseum Wien.

 

Recht auf Museum?

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Dust and Data

 

Kooperationsprojekt mit der Akademie der Bildenden Künste Wien, dem Institute of Computational Perception an der JKU Linz und Koerdtutech
Fördergeber: Österreichischen Wissenschaftsfond (FWF), Programm PEEK (FWF AR 532)
Laufzeit: Juli 2019 – Juni 2021
Projektleitung: Nikolaus Wahl (Akademie der Bildenden Künste)
Projektpartner: Arthur Flexer (Institute of Computational Perception, Johannes Kepler Universität Linz)
Projektteam: Irina Koerdt, Alexander Martos, Sanja Utech (Akademie der Bildenden Künste)
Kooperationpartner_innen Belvedere: Christian Huemer, Johanna Aufreiter (Research Center)

© DAD, Wien. Abgebildete Gemälde: Belvedere, Wien

 

Dust and Data erforscht die Rolle der Kurator_innen im Zeitalter der Artificial Intelligence (AI), einem Zeitalter in dem Computer nicht nur die Bedeutung von Kunstwerken verstehen lernen, sondern auch selbst kreativ werden. Digitale Kopien bestehender Kunstwerke sind bereits Standard. Die Fähigkeit von Computern diese Kopien auch zu verstehen, zu analysieren, zu katalogisieren und tausende Arbeiten in sinnhafte Zusammenhänge zu sortieren, ist noch in die kuratorische Arbeit zu integrieren.

Dust and Data sucht nach kuratorischen, architektonischen und digitalen Pfaden durch museale Sammlungen, immer unter der Prämisse, den Ergebnissen wieder eine physische Form zu geben. Das zweijährige künstlerische Forschungsprojekt versucht, das kuratorische Potenzial der künstlichen Intelligenz am Beispiel der Sammlung Online des Belvedere und anderer Sammlungen musealer Institutionen zu untersuchen: Ziel ist es, semantische Pfade durch die Kunstsammlung des Belvedere zu berechnen und so eine Co-Kuration von Mensch und Maschine zu ermöglichen.

 

Dust and Data

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InTaVia

 

Kooperationsprojekt als assoziierte Organisation.
Fördergeber: InTaVia ist eine H2020 - Forschungs- und Innovationsaktion, die von der Europäischen Kommission im Rahmen des Calls DT-TRANSFORMATIONS-12-2018-2020 “Curation of digital assets and advanced digitisation” finanziert wird (ID:  101004825)
Laufzeit: November 2020 – Oktober 2023
Projektkonsortium: Das InTaVia-Team setzt sich aus neun europäischen Institutionen zusammen, die sich der Forschung und Entwicklung im Bereich des digitalen Kulturerbes widmen: Donau-Universität Krems, Freie Universität Amsterdam, Forschungszentrum der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste, Aalto Universität, Universität von Süddänemark, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Universität Stuttgart, Fluxguide, Universität Helsinki.
Projektkoordination: Florian Windhager, Eva Mayr (Donau-Universität Krems)
Assoziierter Kooperationspartner Belvedere: Christian Huemer, Dagmar Diernberger (Research Center)

© InTaVia-Konsortium

Der Zugriff auf kulturelle und historische Daten in Datenbanken zum kulturellen Erbe konnte aufgrund einer Vielzahl von Digitalisierungsinitiativen in ganz Europa erheblich verbessert werden. Einerseits sind materielle Kulturgüter aus Museen, Archiven und Bibliotheken online zugänglich geworden und werden durch Plattformen wie Europeana länderübergreifend aggregiert. Auf der anderen Seite wurden immaterielle Güter - wie z.B. sprachbasierte Berichte über das Leben von Künstlern - strukturiert und als biografische Datenbanken auf nationaler Ebene geteilt. Obwohl diese Entwicklungen eine gute Grundlage für die verbesserte Rezeption, Nutzung und Förderung des europäischen kulturellen Erbes darstellen, verhindern verschiedene Einschränkungen die Nutzung der vorhandenen Daten.

Das InTaVia-Projekt setzt sich zum Ziel, einige dieser Hindernisse durch eine bewusste Kombination von Forschungs- und Entwicklungszielen zu überwinden. Erstens werden materielle und immaterielle Kulturgüter des europäischen Erbes zusammengeführt, um ihre gegenseitige Kontextualisierung zu ermöglichen. Zweitens werden neue Mittel zur Datenerstellung, Kuration und transnationalen Integration kreiert. Drittens wird eine visuelle Analyseumgebung geschaffen, die Expert_innen des kulturellen Erbes hilft, besser auf kulturelle Sammlungen und das damit verbundenes biografische und kontextuelle Wissen zuzugreifen, diese zu analysieren und visuell an die interessierte Öffentlichkeit zu vermitteln. Dabei wird InTaVia ein Informationsportal für die Integration, visuelle Analyse und Kommunikation von materiellen und immateriellen Kulturgütern entwickeln, das die synoptische Sinnfindung und das Geschichtenerzählen über das europäische Kulturerbe unterstützt - mit Implikationen für Forschung, Pädagogik, Journalismus, Kulturtourismus, Kreativwirtschaft und Kulturerbe-Institutionen.

Das InTaVia-Projekt zielt darauf ab, große Forschungsherausforderungen anzugehen und die semantische Lücke zwischen großen Objektdatenbanken, Biografiedatenbanken und Benutzer_innen zu schließen. Das Projekt wird Forschung und Entwicklung in verschiedenen Bereichen durchführen: von Digital Humanities, Natural Language Processing, Semantic Web-Technologien, visueller Analytik, Mensch-Computer-Interaktion bis hin zu historiographischer Forschung.

 

InTaVia

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