Donnerstag, 9. Januar - Freitag, 10. Januar 2020

Das Kunstmuseum im digitalen Zeitalter – 2020

Internationale Konferenz

Nach dem Erfolg der Konferenz Das Kunstmuseum im digitalen Zeitalter im Jahr 2019 organisiert das Belvedere Research Center erneut eine internationale Konferenz mit Fokus auf der digitalen Transformation in Kunstmuseen. Widmete sich die Konferenz 2019 schwerpunktmäßig der Gegebenheit des Digitalen sowie der Rollenhinterfragung von Museen im 21. Jahrhundert, rückt die Konferenz im Jänner 2020 die historische Genese des Digitalen im Museum von den analogen Vorläufern bis zur postdigitalen Ära in den Mittelpunkt der Debatte.

Das Digitale wird „nur durch seine Abwesenheit und nicht durch seine Anwesenheit bemerkt werden,“ schrieb Nicholas Negroponte 1998 in Beyond Digital und verkündete das Ende der digitalen Revolution. Zwei Jahre später später führte der Komponist Kim Cascone den Begriff „Postdigital“ als Genrebezeichnung elektronischer Musik ein, die aus digitalen Störsignalen generiert wird. Dieses etablierte, wenn auch umstrittene Konzept des Postdigitalen (Zeitalters) bezeichnet heute u.a. jenen Zustand, dessen ausschlaggebendes Charakteristikum die unsichtbare Allgegenwärtigkeit des Digitalen meint. Das Digitale fungiert somit „als konstitutiver Akteur und integraler Bestandteil unseres alltäglichen Lebens“, wie Katja Kwastek 2016 formulierte. In diesem Zusammenhang steht die Neubewertung des Digitalen im Vordergrund, wobei die Grenzen der zuvor meist strikt dichotomen Unterscheidung analog versus digital zunehmend verschwimmen und zugleich mit Forderungen nach hybriden Formen (analog-digitalen Kombinationen) einhergehen.

Die zweitägige Veranstaltung versammelt unter diesem Gesichtspunkt interdisziplinäre Beiträge, die vor allem – aber nicht ausschließlich – folgende Themenbereiche reflektieren: Museum digital – ein Rückblick, Das partizipative Museum, Das digitale Bild – Was bringt die Zukunft?

 

Als Keynote Speaker konnte Prof. Dr. Holger Simon (Pausanio Akademie, Köln) gewonnen werden.

Zeitraum
9:00 - 18:00
9:00 - 18:00
Adresse

Belvedere 21
Arsenalstraße 1
1030 Wien
Österreich

Anmeldung

Wir freuen uns über Ihre Themenvorschläge aus den Bereichen Museum/Museologie, Kunst- und Kulturgeschichte, Medienwissenschaft und Digital Humanities. Bitte senden Sie Ihre Abstracts für einen 20-25 minütigen Vortrag in Deutsch oder Englisch (max. 250 Wörter), einschließlich einer kurzen Biographie inklusive vollständiger Kontaktinformationen zusammengefasst als ein PDF-Dokument bis 12. August 2019 an: j.aufreiter@belvedere.at

 

 

Reise- und Übernachtungskosten können für die Vortragenden in begrenztem Umfang erstattet werden. Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos.

 

Sprache
Deutsch
Englisch
Hashtag
#digitalmuseum
Veranstalter

Johanna Aufreiter

(Österreichische Galerie Belvedere, Vienna)

Miroslav Haľák

(Österreichische Galerie Belvedere, Vienna)

Christian Huemer

(Österreichische Galerie Belvedere, Vienna)

Holger Simon

(Pausanio Academy, Cologne)

Anne Helmreich

(Getty Research Institute, Los Angeles)

 

Conference partner

Museum digital – ein Rückblick

Der hier beschriebene Zustand des Postdigitalen setzt frühere Formen voraus. Der Einzug des Digitalen im (Kunst)Museum kann nur als Teil eines größeren historischen Kontexts gelesen werden: So werden etwa in wissenschafts- und medientheoretischen Debatten die Einführung der Null im arabischen Raum um das Jahr 1000, das von Leibniz um 1700 entwickelte Dualsystem sowie materielle Erneuerungen (z.B. tabulating machine) von entscheidender Bedeutung für die Hervorbringung der Digitaltechnik gesehen. Doch welche Voraussetzungen waren für die Entwicklung einer digitalen Kultur im Museum vonnöten? Welche Vorläufer gab es in Bezug auf Medien, Inhalte, aber auch Kategorisierungen und Systematisierungen? Des Weiteren stellt sich die Frage, ob die durch das Digitale ausgelösten methodischen Veränderungen am besten als fortlaufende Entwicklungslinien, vereinzelte Phänomene oder als einschneidender Paradigmenwechsel zu beschreiben sind?

Das partizipative Museum
Menschen vor Gustav Klimts "Der Kuss"
Foto: Ouriel Morgensztern, © Belvedere, Wien

Ursprünglich von den USA ausgehend, ertönt in den vergangenen Jahren auch im europäischen Raum der zunehmend lauter werdende Ruf an die Museen, dem Publikum Teilhabe an der Museumsarbeit zu gewähren und es somit aus seiner „Isolation“ als „passiver“ Rezipient zu befreien. Das Konzept des Partizipativen umfasst jedoch nicht allein den Gedanken der Interaktion des Besuchers/der Besucherin im Ausstellungsraum, sondern zielt auf einen stetig wechselnden Austausch zwischen Institution und Publikum, womit gewollt oder zwangsläufig Partizipation auch als Eingriff in bestehende Strukturen und Arbeitsabläufe zu verstehen ist. Praxisleitfäden für Museen, wie Nina Simons Publikation Principles of Participation von 2010 sowie theoretische Abhandlungen zum Thema wie Anja Pionteks Museum und Partizipation von 2017 feiern diesbezüglich Hochkonjunktur. In einigen Museen erscheint das Partizipative mittlerweile der alltäglichen Praxis zugehörig, insbesondere dort, wo die Publikumsorientierung stärker in den Vordergrund rückt. Doch inwiefern handelt es sich hierbei um ein neues Phänomen? Die Verbindung zu sozialen Medien scheint evident. Doch wären nicht auch die von Piontek sowie dem vorjährigen Keynote Speaker Hubertus Kohle genannten Bestrebungen der Reformpädagogik am Beginn des 20. Jahrhunderts Museen für ein breites Publikum zu öffnen hier zu nennen? Oder ist die um 1968 mit der Institutionskritik einhergehende verstärkte soziale Ausrichtung der Museen unter diesem Gesichtspunkt neu zu beleuchten? Einreichungen zu diesem Themenbereich können sowohl einen Blick zurück auf frühere partizipative Prozesse im Museum werfen als auch aktuelle Tendenzen beschreiben:

Welche historischen Entwicklungslinien sind für das Konzept des Partizipativen insbesondere im Bereich des Digitalen zu benennen? Sind Partizipationskonzepte an den technischen/digitalen Fortschritt gekoppelt, inwieweit bedingt das eine das andere? In welchen Kontexten waren und sind Aspekte der Teilhabe des Museumpublikums festzumachen? Und inwiefern bedeutet Partizipation sowohl heute als auch in früheren Zeiten die Auflösung distanzbasierender Konstellationen zwischen Institution, Publikum und Objekt?

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Das digitale Bild – Was bringt die Zukunft?

 

© Belvedere, Wien

In einer Zeit der vernetzten technischen Intelligenz stellt sich erneut die Frage nach möglichen Entitäten des digitalen Bildes. Das digitale Bild entzieht sich, indem es auf einer binären Zahlenfolge basiert, sowohl einem physisch realen Bezug als auch einer eindeutig gegebenen Größe und stellt sich als flexibel veränderbarer Zustand dar. In dieser Eigenschaft der Prozesshaftigkeit liegt eines der Potentiale des digitalen Bildes verborgen. Die vielfältigen Möglichkeiten der Reproduktion, Strukturierung, Kategorisierung, Kontextualisierung, Annotation und Archivierung der sich rasant erweiternden und verfügbaren Bilderflut im Web bieten die Ausgangsbasis für mögliche Fragestellungen zu diesem Themenbereich. Inwieweit entziehen sich digitale Bilder Ordnungsprinzipien (digitale Unordnung & neue Messiness), wie werden sie heute und in Zukunft (automatisiert) durchsuchbar gemacht? Welche Rolle spielt dabei der Einsatz künstlicher Intelligenz (machine learning)? Und ändert sich unsere Wahrnehmung vom Medium Bild durch diese neuen technischen Möglichkeiten, vom zweidimensionalen digitalen Surrogat des analogen Werks (virtuelle Semiose) bis zu Virtual & Augmented Reality-Umgebungen?

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Programm

 

 

DO

9

JAN

 

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FR

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