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title: "Ein Raum aus Gold: Die vier Elemente"
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# Ein Raum aus Gold: Die vier Elemente

![Bild](https://www.belvedere.at/sites/default/files/styles/full_width/public/2026-06/Goldkabinett%20Details%20C-17_Feuer.jpg.webp?itok=k6zY7MfY) 

Genauer betrachtet: Das Goldkabinett im Unteren Belvedere, Teil III

**Kategorie:** Einblicke Sammlung

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**Veröffentlicht:** 16.06.2026

**Lesezeit:** 5 Min. lesen

In der Schule lernen wir, dass die Welt aus weit mehr als vier Elementen besteht. Und doch treten als scheinbar vollständiges Elementequartett immer noch bloß Feuer, Wasser, Erde und Luft auf: in Filmen und Fantasywelten, in Liedtexten, Symbolen und Horoskopen. Die Idee, die chemische und physikalische Realität anhand dieser vier Elemente zu erklären, ist viel älter als die moderne Naturwissenschaft – und prägt unsere Kultur bis heute. Auch im Goldkabinett des Unteren Belvedere spielen die vier Elemente eine zentrale Rolle.

Die Serie „Ein Raum aus Gold“ widmet sich den allegorischen Vierheiten des Goldkabinetts im Unteren Belvedere – den Jahreszeiten, Elementen, Temperamenten, Kontinenten, Tageszeiten und Sinnen.

**Text:** Philipp-Reichel-Neuwirth

**Fotos:** Johannes Stoll / Belvedere, Wien

**Die vier Elemente in Goldkabinett und Groteskensaal**

Im Goldkabinett erscheinen die vier Elemente – wie alle anderen Vierergruppen – in Menschengestalt und lassen sich als antike Gottheiten identifizieren.

Das Feuer wird durch den Gott und Schmied Vulcanus verkörpert, der lässig sitzend die Hand auf einen Hammer ablegt.

Das Wasser begegnet uns als Meeresgott Neptun mit Dreizack und den Zügeln seiner Wasserpferde in den Händen.

![Malerei auf Goldgrund: Der Gott und Schmied Vulcanus , der lässig sitzend die Hand auf einen Hammer ablegt — Das Element Feuer (Unteres Belvedere, Goldkabinett) — © Johannes Stoll / Belvedere, Wien](https://www.belvedere.at/sites/default/files/styles/full_content_width_no_crop/public/2026-06/Goldkabinett%20Details%20C-17_Feuer.jpg.webp?itok=_UsS3IsN)

![Der Meeresgott Neptun mit Dreizack und den Zügeln seiner Wasserpferde in den Händen — Das Element Wasser (Unteres Belvedere, Goldkabinett) — © Johannes Stoll / Belvedere, Wien](https://www.belvedere.at/sites/default/files/styles/full_content_width_no_crop/public/2026-06/Goldkabinett%20Details%20C-24_Wasser.jpg.webp?itok=_1o075LF)

Die Luft ist als Göttin Juno dargestellt: Sie trägt einen blauen Rock, ist von Vögeln umgeben, hält ein zartes Zepter und wendet sich einem Pfau zu.

Die Erde gibt sich mit Mauerkrone und Füllhorn als Kybele, antike Muttergottheit der Natur zu erkennen. Zu ihren Füßen ruhen ihr Begleittier, der Löwe, sowie ein Bär, der häufig in Verbindung mit dem Element Erde gebracht wird.

![Die Göttin Juno : Sie trägt einen blauen Rock, ist von Vögeln umgeben, hält ein zartes Zepter und wendet sich einem Pfau zu — Das Element Luft (Unteres Belvedere, Goldkabinett) — © Johannes Stoll / Belvedere, Wien](https://www.belvedere.at/sites/default/files/styles/full_content_width_no_crop/public/2026-06/Goldkabinett%20Details%20C-21_Luft.jpg.webp?itok=mRbQ5p44)

![Die antike Muttergottheit der Natur Kybele mit Mauerkrone und Füllhorn — Das Element Erde (Unteres Belvedere, Goldkabinett) — © Johannes Stoll / Belvedere, Wien](https://www.belvedere.at/sites/default/files/styles/full_content_width_no_crop/public/2026-06/Goldkabinett%20Details%20C-20_Erde.jpg.webp?itok=d5s9TnEJ)

![Gesamtansicht der Deckenmalereien im Groteskensaal des Unteren Belvedere. — Die vier Elemente an der Decke des Groteskensaals im Unteren Belvedere: Feuer (oben links), Erde (oben rechts), Wasser (unten links) und Luft (unten rechts) — © Johannes Stoll / Belvedere, Wien](https://www.belvedere.at/sites/default/files/styles/full_content_width_no_crop/public/2026-06/UB%20Groteskenssal%20Decke%202.jpg.webp?itok=CrNDW6Ku)

Wie die vier Jahreszeiten begegnen uns auch die vier Elemente an der freskierten Decke des nahe gelegenen Groteskensaales im Unteren Belvedere wieder. Dort finden sich aus dem Goldkabinett vertraute Motive : Neptuns Wasserpferde, Pfauenfedern für die Luft oder Pflanzen als Sinnbild der Erde. Gleichzeitig sind interessante Unterschiede und Ergänzungen zu entdecken: Das Element Feuer wirkt hier deutlich martialischer als im Goldkabinett und wird mit Schusswaffen symbolisiert. Eine Begleitfigur des Feuers ist halb Frau, halb Schlange, und trägt eine Fackel. Ihre Darstellung erinnert an frühneuzeitliche Hexenbilder und verweist damit auf zeitgenössische Vorstellungen „weiblicher Bedrohlichkeit“. Der Gott Vulcanus ist im Groteskensaal ebenfalls zu erkennen, und zwar in einem Fresko auf einer Seitenwand, nicht jedoch im Zusammenhang mit der Allegorie des Feuers an der Decke.

**Die antike Vier-Elemente-Lehre des Empedokles**

Die Darstellung dieser Naturphänomene als Gottheiten in menschlicher Gestalt ist keine barocke Spielerei, sondern folgt einer antiken Tradition. Als einflussreichster Begründer der Vier-Elemente-Lehre gilt der griechische Philosoph Empedokles (5. Jh. v. Chr.), der die vier Elemente „des Alls vierfache Wurzel“ nennt und sie mit Gött\*innen gleichsetzt:

> „Zeus hoch im Glanz, die Lebensmutter Hera, der Erdengott und Nestis, die den Quell der Sterblichkeit ergießt aus ihren Tränen.“

Von diesen vier Gottheiten ist nur Hera (oder römisch Juno) als Repräsentantin des Elements Luft im Goldkabinett des Unteren Belvedere vertreten – auch wenn sie bei Empedokles nicht explizit mit dem Element in Verbindung gebracht wird. Dies ergibt sich nur aus den Eigenschaften der anderen göttlichen Gestalten sowie aus dem Wissen um eine ikonographische Tradition, in der Hera/Juno meist das Element Luft symbolisiert.

Es war weniger die Beobachtung der Natur, die exakt vier Elemente bestimmte, sondern vielmehr die Theorie des griechischen Philosophen Pythagoras (6. Jh. v. Chr.), der die Zahl vier als Ordnungsgrundlage der Welt festsetzte. Die etwas später entstandene Elemente-Lehre des Empedokles passte sich daher an die vorgegebene Zahl an. Der forschende Blick in die stoffliche Realität hätte jedoch auch andere Elemente und Zahlenordnungen hervorbringen können. So geht beispielsweise die jahrtausendealte traditionelle chinesische Philosophie und Medizin von fünf Elementen aus: Feuer, Wasser, Erde, Holz und Metall.

**Das Fünfte Element**

Empedokles versteht diese Vierheit als Bausatz der Welt, dessen Bestandteile sich kombinieren und wieder trennen lassen, in einem stetigen „Flow“ kosmischer Evolution. Zwei weitere Qualitäten sind nach Empedokles dafür verantwortlich, dass sich die Elemente verbinden und wieder auseinanderdividieren lassen – Liebe und Streit

> *„Denn Elemente sind’s, die sich vermengen*  
> *Und Menschen so wie Tiergeschlechter zeugen,*  
> *zu einer Ordnung bald vereint durch Liebe,*  
> *Bald eins vom andern abgetrennt durch Streit,*   
> *Bis dieses Eins geword’ne All zerfällt.*  
> *Weil so aus Mehrerem oft Eins entsteht*  
> *Und Eins durch Spaltung wieder sich vervielfacht,*  
> *So ist ein Werden ohne feste Dauer;*  
> *Doch weil dies Wechselspiel kein Ende nimmt,*  
> *So ist im Kreislauf wandelloses Sein.“*

Das Phänomen Streit muss demnach nicht als etwas Destruktives verstanden werden, sondern als Voraussetzung für das Leben. Davon lesen wir auch Anklänge in den ersten Zeilen der Bibel, wo die Elemente oder deren Qualitäten voneinander geschieden werden (Licht, Dunkelheit, Wasser, das Feste, Himmel, Erde …), um die „Schöpfung“ voranzutreiben. Die Vorstellung eines ergänzenden fünften Prinzips, das die vier Elemente verbindet oder ordnet, blieb weit über die Antike hinaus wirksam und findet sich bis heute in Literatur, Film und Popkultur wieder.

Im Science-Fiction-Klassiker „*The Fifth Elemen*t“ (deutscher Titel: „*Das Fünfte Element*“) aus dem Jahr 1997 rettet die „Liebe“ in Gestalt einer jungen Frau mit Namen Leeloo die Welt. Auch in der Cartoonserie „*Captain Planet*“ aus den 1990er Jahren kommt dem fünften Element eine Schlüsselfunktion zu: Als Mädchen namens „Heart“ („Liebe“ in der deutschen Fassung) leistet sie ihren Beitrag, um Captain Planet zu beschwören, der gegen Umweltverbrechen vorgeht.

Das fünfte Element übernimmt im Disneyfilm „*Die Eiskönigin II*“ (2019) ebenfalls eine Schlüsselrolle, und zwar als Königin Elsa selbst, die sich mit Erdgiganten, Wasserpferden, Feuersalamander und Windgeistern auseinandersetzt. Zwar ist sie mit ihren Eiskräften dem „Wasser“ sehr nahe, aber sie wird auch als Verbindung zwischen Natur und Mensch interpretiert – also wie die Liebe ein versöhnendes Element. „*Elements don’t mix*“ ist der Stehsatz im Animationsfilm „*Elemental*“ (2023), in dem die Elemente wie unterschiedliche Ethnien in einer Stadt (Element City) miteinander auskommen müssen und schließlich stellvertretend mit einem jungen Paar – einer Feuerfrau und einem Wassermann – doch zueinander finden.

![Kupferstich: Prospekt des Pomeranzenhauses während der Eindeckung für den Winter — Salomon Kleiner, Prospekt des Pomeranzenhauses während der Eindeckung für den Winter, 1737 — Belvedere, Wien](https://www.belvedere.at/sites/default/files/styles/full_content_width_no_crop/public/2026-06/Prospekt%20des%20Pomeranzenhauses%20w%C3%A4hrend%20der%20Eindeckung%20f%C3%BCr%20den%20Winter_1737_Salomon%20Kleiner_Jakob%20Gottlieb%20Thelott_Belvedere_Wien.jpeg.webp?itok=SvDK_28i)

**Regen und Sonne – Die Elemente im (Schloss-)Garten**

Zusammenwirken mussten diese beiden Kontrast-Elemente auch in ihrer Form als Sonne und Regen, für die Pflanzen im Schlossgarten des Prinzen Eugen. Zu diesem Zweck konnte man das Dach des Gebäudes für die Orangen (das Pomeranzenhaus, heute Orangerie) je nach Jahreszeit öffnen. Auf den beiden dem Garten zugewandten Ecken des Daches waren nicht ohne Grund auch zwei Figurengruppen aufgestellt, die den „Regen“ und die „Sonne“, hier als Gott Apollo, symbolisieren. Im Zuge einer Neugestaltung des Belvedere-Gartens in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden sie in das unterste Parterre nahe dem zentralen Springbrunnen versetzt und auf neue Podeste gestellt.

Die vier Elemente waren weit mehr als chemische Qualitäten, um die Natur zu erklären. Im Goldkabinett bilden sie gemeinsam mit den Jahreszeiten, Temperamenten, Kontinenten, Tageszeiten und Sinnen ein Ordnungssystem, das die Welt als kosmologisches Ganzes begreift – und dem wir uns in den kommenden Beiträgen weiter widmen.

## Galerie 

- ![Malerei auf Goldgrund: Der Gott und Schmied Vulcanus , der lässig sitzend die Hand auf einen Hammer ablegt — Das Element Feuer (Unteres Belvedere, Goldkabinett) — © Johannes Stoll / Belvedere, Wien](https://www.belvedere.at/sites/default/files/styles/full_content_width_no_crop/public/2026-06/Goldkabinett%20Details%20C-17_Feuer.jpg.webp?itok=_UsS3IsN)
- ![Der Meeresgott Neptun mit Dreizack und den Zügeln seiner Wasserpferde in den Händen — Das Element Wasser (Unteres Belvedere, Goldkabinett) — © Johannes Stoll / Belvedere, Wien](https://www.belvedere.at/sites/default/files/styles/full_content_width_no_crop/public/2026-06/Goldkabinett%20Details%20C-24_Wasser.jpg.webp?itok=_1o075LF)
- ![Die Göttin Juno : Sie trägt einen blauen Rock, ist von Vögeln umgeben, hält ein zartes Zepter und wendet sich einem Pfau zu — Das Element Luft (Unteres Belvedere, Goldkabinett) — © Johannes Stoll / Belvedere, Wien](https://www.belvedere.at/sites/default/files/styles/full_content_width_no_crop/public/2026-06/Goldkabinett%20Details%20C-21_Luft.jpg.webp?itok=mRbQ5p44)
- ![Die antike Muttergottheit der Natur Kybele mit Mauerkrone und Füllhorn — Das Element Erde (Unteres Belvedere, Goldkabinett) — © Johannes Stoll / Belvedere, Wien](https://www.belvedere.at/sites/default/files/styles/full_content_width_no_crop/public/2026-06/Goldkabinett%20Details%20C-20_Erde.jpg.webp?itok=d5s9TnEJ)
- ![Gesamtansicht der Deckenmalereien im Groteskensaal des Unteren Belvedere. — Die vier Elemente an der Decke des Groteskensaals im Unteren Belvedere: Feuer (oben links), Erde (oben rechts), Wasser (unten links) und Luft (unten rechts) — © Johannes Stoll / Belvedere, Wien](https://www.belvedere.at/sites/default/files/styles/full_content_width_no_crop/public/2026-06/UB%20Groteskenssal%20Decke%202.jpg.webp?itok=CrNDW6Ku)
- ![Kupferstich: Prospekt des Pomeranzenhauses während der Eindeckung für den Winter — Salomon Kleiner, Prospekt des Pomeranzenhauses während der Eindeckung für den Winter, 1737 — Belvedere, Wien](https://www.belvedere.at/sites/default/files/styles/full_content_width_no_crop/public/2026-06/Prospekt%20des%20Pomeranzenhauses%20w%C3%A4hrend%20der%20Eindeckung%20f%C3%BCr%20den%20Winter_1737_Salomon%20Kleiner_Jakob%20Gottlieb%20Thelott_Belvedere_Wien.jpeg.webp?itok=SvDK_28i)
