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title: "Future Traces: Vom Game Jam zum Museumsspiel"
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# Future Traces: Vom Game Jam zum Museumsspiel

![Bild](https://www.belvedere.at/sites/default/files/styles/full_width/public/2026-06/Future_Traces_Panorama_Presse4%20Kopie.jpg.webp?itok=VYMrC6IA) 

Wie aus einem 48-Stunden-Prototyp ein Spiel für das Belvedere 21 wurde

**Kategorie:** Einblicke Perspektiven

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**Veröffentlicht:** 26.08.2026

**Lesezeit:** 5 Min. lesen

Vor zwei Jahren schlief Raffael Moser während eines Game Jams unter einem Tisch im Belvedere 21.

Nicht, weil er keinen besseren Platz gefunden hätte, sondern weil jede Minute zählte. Gemeinsam mit Melanie Bartl und Paula Langthaler hatte er nur 48 Stunden Zeit, um aus einer Idee ein funktionierendes Spiel zu entwickeln.

Heute können Besucher\*innen genau dieses Spiel selbst erleben.

**Text:** Lisa Ebner-Kollmann

**Fotos:** © Belvedere, Wien

*Future Traces* führt durch den Skulpturengarten des Belvedere 21 und zeigt, wie aus einer spontanen Idee Schritt für Schritt ein digitales Vermittlungsangebot entstehen kann. Dass daraus einmal ein fertiges Museumsspiel werden würde, war beim *\#1 Culture Game Jam Vienna 2024*, organisiert von *Change Tourism Austria (CTA)* in Kooperation mit dem *Belvedere*, allerdings alles andere als selbstverständlich.

![3 Smartphones mit unterschiedlichen Ansichten des Spiels "Future Traces" — © Ouriel Morgensztern / Belvedere, Wien](https://www.belvedere.at/sites/default/files/styles/full_content_width_no_crop/public/2026-07/014_20260529_Belvedere21_Game_BV1A6384_FINALS_HR.jpg.webp?itok=KfQCbW8g)

**Was ist Future Traces?**

[*"Future Traces. Der Kunst auf der Spur"*](https://www.belvedere.at/node/12114) ist ein kostenloses browserbasiertes Spiel für das Smartphone. Über einen QR-Code gelangen Besucher\*innen direkt in ein interaktives Abenteuer – ganz ohne App-Download.

Im Mittelpunkt steht Vio, eine zeitreisende Person aus der Zukunft. Nach einer Bruchlandung im Skulpturengarten braucht Vios Zeitmaschine neue Energie. Die lässt sich nur gewinnen, indem Spieler\*innen Skulpturen entdecken, kleine Rätsel lösen und dabei Vios Geschichten kennenlernen.

Was zunächst wie ein klassisches Wimmelbild wirkt, entwickelt sich schnell zu einer spielerischen Entdeckungsreise durch den Skulpturengarten.

**"Wir machen ein Wimmelbild."**

Mit diesem Satz begann alles.

> „Ich war diejenige mit der Idee: Wir machen ein Wimmelbild“, erinnert sich Melanie Bartl.

Ein gewöhnliches Wimmelbild sollte es allerdings nicht werden. Statt einer statischen Szene entwickelte das Team ein 360-Grad-Panorama, in dem sich Spieler\*innen frei umsehen können.

Die Vorlage dafür lag direkt vor der Tür.

Melanie fotografierte den Skulpturengarten mit ihrem Smartphone und nutzte das Panorama als Grundlage für die spätere Illustration. Aus dem realen Ort entstand nach und nach eine gezeichnete Welt – voller kleiner Geschichten und Details.

> „Die Kunstwerke stehen im Spiel ja absichtlich an den falschen Orten“, erzählt sie. „Das ist einer der Clous des Spiels.“

Gerade diese Kombination aus Realität und Fiktion verleiht Future Traces seinen besonderen Charakter.

![Wimmelbild](https://www.belvedere.at/sites/default/files/styles/full_content_width_no_crop/public/2026-04/panorama_5451x1024_04_finalLineart.png.webp?itok=0bu2i7Qm)

**48 Stunden**

Game Jams folgen ihren eigenen Regeln. Innerhalb von nur zwei Tagen entsteht aus einer ersten Idee ein spielbarer Prototyp. Zeit für lange Diskussionen bleibt kaum.

> „Man muss Entscheidungen treffen, Probleme lösen und sehr eng im Team zusammenarbeiten“, sagt Raffael Moser. „Das ist immer eine sehr intensive, aber auch sehr inspirierende Zeit.“

Und manchmal bedeutet das eben auch, die Nacht unter einem Tisch zu verbringen.

> „Die größte Herausforderung? Am Boden zu schlafen“, erzählt er lachend. „Wir waren 48 Stunden durchgehend vor Ort.“

Dass ausgerechnet dieser Prototyp später weiterentwickelt werden würde, wusste damals noch niemand.

![Belvedere Game Jam — © Michele Agostinis](https://www.belvedere.at/sites/default/files/styles/full_content_width_no_crop/public/2025-11/TLD_GameJam_low-271.jpg.webp?itok=TDLv6z6G)

**Warum gerade dieses Spiel?**

Beim *\#1 Culture Game Jam* *Vienna* entstanden zahlreiche spannende Ideen. Viele dieser Prototypen sind bis heute auf itch.io spielbar und werden bei Open-House-Veranstaltungen in der Game Lounge regelmäßig auch vor Ort präsentiert. *Future Traces* überzeugte die Jury jedoch auf besondere Weise.

> „Mich begeistert immer, wenn etwas, das ich ursprünglich als analog empfinde – wie das Wimmelbild – ganz natürlich in ein digitales Umfeld eingepasst wird“, sagt Michaela Höß, Hauptabteilungsleiterin Kunstvermittlung im Belvedere.

Hinzu kam etwas Zweites: Das Spiel machte Kunstwerke nicht einfach zu Objekten, sondern zu Figuren einer Geschichte. Spieler\*innen begegnen ihnen, entdecken ihre Hintergründe und setzen sich spielerisch mit ihnen auseinander.

Genau darin sah das Belvedere das Potenzial, den Prototyp gemeinsam mit dem Entwickler\*innen-Team weiterzuentwickeln.

**Aus einem Prototyp wird ein Projekt**

Mit dem Game Jam war die Arbeit nicht beendet – sie begann erst.

Aus einer Idee, die in 48 Stunden entstanden war, wurde ein gemeinsames Entwicklungsprojekt zwischen dem Belvedere und dem Team selbstständiger Entwickler\*innen, das sich 2024 unter dem Namen „*Minimal Temperature Egg*“ für den *\#1 Culture GameJam* *Vienna* im Belvedere 21 zusammengeschlossen hat. Begleitet wurde die Weiterentwicklung von Projektkoordinator Simon Schneider, der den Entwicklungsprozess zwischen dem ursprünglichen Game-Jam-Prototyp und dem fertigen Spiel koordinierte.

Im regulären Alltag arbeiten sie alle unabhängig voneinander in ihren eigenen Unternehmen: *Sappalot Studios*, *Flathead Studios* und *Poppysounds.* Die Zusammenarbeit mit einem Museum war für jeden von ihnen neu.

> „Mich hat überrascht, wie viele unterschiedliche Perspektiven in so einem Projekt zusammenkommen“, erzählt Raffael Moser.

> „Es geht nicht nur um das Spiel selbst. Man muss überlegen, wie Inhalte vermittelt werden, welche Stimmen berücksichtigt werden und wie all das zusammenpasst.“
> 
> Raffel Moser

Für das Entwickler\*innen-Team bedeutete das zahlreiche Abstimmungstermine und Feedbackschleifen mit dem Belvedere. Für das Belvedere wiederum war es die Gelegenheit, Game Design und Kunstvermittlung eng miteinander zu verbinden.

> „Wir brauchen diese Gaming-Expertise im Haus“, sagt Michaela Höß. „Gleichzeitig geht es immer darum, die richtige Balance zu finden: Wie viel Inhalt braucht das Spiel – und wie viel Spiel braucht der Inhalt?“

Gerade diese Balance prägt *Future Traces*. Statt Kunst einfach zu erklären, lädt das Spiel dazu ein, sie selbst zu entdecken.

**Der Moment, in dem alles zusammenkommt**

Für Melanie Bartl beginnt ein Spiel mit einer gestalterischen Frage: Wie sieht diese Welt eigentlich aus? Farben, Formen und Illustrationen bestimmen, welchen Charakter ein Spiel später bekommt.

Für Paula Langthaler entsteht der entscheidende Moment dagegen erst, wenn Bild und Ton aufeinandertreffen. „Dann merkt man plötzlich: Das funktioniert zusammen.“

Und für Programmierer Raffael Moser verändert sich das Projekt in genau dem Augenblick, in dem aus Platzhaltern plötzlich Figuren werden.

> „Auf einmal macht das Spiel Spaß. Es sieht schön aus, hört sich nach etwas an. Das ist immer ein großer Moral-Boost.“

**Mit offenen Augen**

Natürlich vermittelt *Future Traces* Wissen über die Skulpturen des Belvedere 21. Doch das Spiel leistet mehr als reine Wissensvermittlung. Es lädt dazu ein, genauer hinzusehen, Zusammenhänge zu entdecken und Kunst nicht nur zu betrachten, sondern aktiv zu erkunden.

Für Entwickler Raffael Moser war genau das ein zentrales Anliegen. Future Traces soll Besucher\*innen neugierig machen – auf die Geschichten hinter den Skulpturen ebenso wie auf die vielen Objekte, denen sie auch außerhalb des Museums täglich begegnen. Kunst wird so zum Ausgangspunkt eines aufmerksameren Blicks auf die eigene Umgebung.

Auch Michaela Höß versteht Games als eine zusätzliche Möglichkeit der Kunstvermittlung. Sie ersetzen klassische Formate nicht, sondern ergänzen sie um einen spielerischen Zugang, der Menschen auf andere Weise mit Kunst in Kontakt bringen kann.

Vor zwei Jahren entstand *Future Traces* in 48 intensiven Stunden während eines Game Jams. Heute begleitet das Spiel Besucher\*innen durch den Skulpturengarten des Belvedere 21. Der lange Weg dazwischen – von den ersten Skizzen über Illustrationen und Sound bis hin zu unzähligen Gesprächen und Zeilen Code – bleibt beim Spielen unsichtbar. Umso schöner ist es, wenn aus einer Idee am Ende ein Erlebnis wird, das andere zum Entdecken einlädt.

**Mehr entdecken**

[Was ist ein Game Jam?](https://www.belvedere.at/node/12423)

[Future Traces spielen](https://www.belvedere.at/futuretraces)

[Belvedere Games](https://www.belvedere.at/node/10091)

**Weitere Game-Jam-Prototypen spielen**

[Belvedere Game Collection on itch.io](https://belvedere-museum.itch.io/)

[\#1 Culture GameJam Vienna @ Belvedere 21](https://itch.io/c/4791801/cultural-game-jam)
