Thursday, 14 May - Thursday, 18 June 2026

Queering the Belvedere 2026

Das Special zum Eurovision Song Contest 2026 am 14. Mai 2026 markiert den Auftakt zur diesjährigen Ausgabe der Programmreihe Queering the Belvedere. Damit setzt das Belvedere seit 2019 im und um den Pride Month Juni ein Zeichen für Vielfalt, Toleranz und Respekt vor jeglicher Unterschiedlichkeit.

Ausgehend von der heute als queer gelesenen Figur des Prinzen Eugen von Savoyen, dem Erbauer des Belvedere, werden Sammlung und Geschichte des Hauses auf queere Inhalte hin untersucht. Im Oberen Belvedere setzt die Kunstvermittlung mit thematischen Touren Akzente für Weltoffenheit und Inklusion. Die Veranstaltungsreihen Community OutreachPublic Program und das Filmprogramm im Blickle Kino im Belvedere 21 präsentieren Akteur*innen der queeren Community mit ihren Ideen und Werken. Das Hissen der Progress-Regenbogenfahnen vor allen drei Standorten des Belvederes zeugt von einer breiten Solidarität mit der queeren Gemeinschaft und ihren Forderungen.

Der Text Queering Prinz Eugen - Figur und Mythos von Prinz Eugen von Savoyen (1663–1736) aus queer-theoretischer Sicht des Historikers Andreas Brunner ist online hier abrufbar.
 


Programmgestaltung:
Christiane Erharter, Stefanie Reisinger (Kuratorinnen) und die Kunstvermittlung

Address

Prinz-Eugen-Straße 27, 1030 Wien

Arsenalstraße 1, 1030 Wien


Termine

14. Mai 2026
8. Juni 2026
11. Juni 2026
12. Juni 2026
18. Juni 2026

Registration

Wir bitten um verbindliche Buchung.

Alle Programme bei freiem Eintritt!

Language
Deutsch, Englisch
Hashtag
#JointVentures21 #PublicProgram #QueeringBelvedere

 

Programm

14. Mai

16:00 - 23:45

© Belvedere, Wien
Queering the Belvedere: Eurovision Song Contest 2026

Public Viewing und Public Program mit Dean Vuletic, Bernadette La Hengst mit dem Chor der schönen Aussichten und MC Denice Bourbon

Besuchen Sie die aktuellen Ausstellungen von Sandra MujingaSue Williams und Friedl Kubelka / vom Gröller bei freiem Eintritt. Geführte Touren in deutscher und englischer Sprache geben Einblicke in die bewegte Geschichte des Gebäudes und der Umgebung. Für alle Singbegeisterten gibt es bei der offenen Probe des Chors der schönen Aussichten die Möglichkeit, die eigene Stimme zu erheben. Später folgt ein Auftritt von Bernadette La Hengst mit dem Chor. Dean Vuletic beleuchtet die politische Dimension des Eurovision Song Contest und seine Bedeutung für die queere Community. MC Denice Bourbon führt durch den Abend und kommentiert das Halbfinale.


Ab 16 Uhr
Eintritt und Programm frei
Kein Time-Slot Ticket erforderlich. 

PROGRAMM
15 – 18 Uhr
Chor der schönen Aussichten: Offene Probe mit Bernadette La Hengst
Im Rahmen des Community Outreach Programms konnte mit der Musikerin und Regisseurin Bernadette La Hengst im März 2026 der Chor der schönen Aussichten gegründet werden. Alle können bedingungslos mitsingen. In dieser dritten offenen Probe wird ein gemeinschaftlich getextetes Lied eingeübt, bevor es am Abend erstmals zur Aufführung kommt. Singt Eure Vision!

16.30 / 17.30 / 20.00 Uhr
Geführte Rundgänge in deutscher und englischer Sprache zur Geschichte des Hauses mit dem Team der Kunstvermittlung
Treffpunkt: Foyer

18 Uhr
Vortrag zur politischen Dimension des Eurovision Song Contest von Dean Vuletic
In seiner Forschung beschäftigt sich Dr. Dean Vuletic seit Jahrzehnten mit der Geschichte des Eurovision Song Contest und dessen Nachahmungen wie dem American Song Contest und dem Intervision Song Contest. Bei diesem Vortrag erläutert Vuletic vor allem die Bedeutung des Events für die queere Community. Bezeichnet als „Professor Song Contest“ gilt der Historiker als international gefragter Autor, Kommentator und Redner sowie als führende akademische Autorität zum Eurovision Song Contest. 
Treffpunkt: Blicke Kino

19 Uhr
Auftritt von Bernadette La Hengst mit dem Chor der schönen Aussichten
Bei diesem performativen Konzert werden Lieder über „schöne Aussichten“ und das gute Leben dargeboten. Seit März 2026 werden in offenen Proben und Workshops Songtexte gemeinschaftlich entwickelt und von La Hengst in eine Komposition übertragen. Diese wird zum ersten Mal öffentlich dargeboten.

Bernadette La Hengst lebt als Musikerin und Theaterregisseurin in Berlin. Ihre Musik bewegt sich in den Genres Pop und Electro-Pop. Sie wurde als Sängerin und Gitarristin der 1990 in Hamburg gegründeten Band Die Braut haut ins Auge bekannt, die zu den wenigen ausschließlich weiblich besetzten Bands der sogenannten Hamburger Schule zählt. Im Frühsommer 2019 gründete sie gemeinsam mit der Initiative Raumlabor Berlin das Kunstprojekt Chor der Statistik. Dieser zählt mittlerweile über hundert Mitglieder.

21 Uhr
Public Viewing des Zweiten Halbfinales mit MC Denice Bourbon
Denice Bourbon ist eine queerfeministische Performancekünstlerin, Sängerin, Autorin, Moderatorin, Kuratorin und Stand-up-Comedian. 2017 hat sie den queeren Comedy Club PCCC* mitgegründet, den sie seit 2020 eigenständig leitet. Sie nutzt Humor und Unterhaltung als aktivistische Mittel, um auf politische Themen aufmerksam zu machen. Als Fan des Eurovision Song Contest und informierte Beobachterin kommentiert sie das Zweite Halbfinale.

 

 8. Juni

 16:30 - 17:30 

Franz Xaver Messerschmidt, Maria Isabella von Bourbon-Parma, um 1760/1763
Foto: Belvedere, Wien
Queering the Belvedere: Isabella von Parma

Eine unbekannte queer-feministische Ikone?

Kunstvermittlerin Francesca Liva und Kunsthistoriker Kero Fichter begeben sich auf die Spuren einer der wenigen historisch verifizierten lesbischen Frauen in der österreichischen Geschichte: Mit Isabella von Parma begegnen wir einer Schwiegertochter Maria Theresias. In Wien wird die italienische Prinzessin als charmant wahrgenommen. Sie steht in Briefwechsel mit ihrer Schwägerin Marie Christine, der ein queeres Begehren belegt und somit mit den heteronormativen Vorstellungen des Hofes bricht. Zudem verschriftlicht sie ihre Gedanken zur Rolle der (adeligen) Frau, die aus heutiger Sicht deutlich feministische Perspektiven aufweisen.


11. Juni

18:30 - 20:00

Marie Luise Lehner/Emil Huppenkothen, Wenn die Schneeschmelze einsetzt (still), 2026
© Lehner/Huppenkothen
Queering the Belvedere: Screening. Film und _ #9: Queer “Home Movies”

Film und _ ist eine offene Einladung zum Austausch: Das Format widmet sich explizit dem artist film und seinen Wechselbeziehungen zu anderen bildenden, angewandten und zeitbasierten Kunstformen. Als eines der ältesten Museumskinos bietet das Blickle Kino die Möglichkeit sich auf diese produktiven Schnittstellen zu konzentrieren und sie zu (re)aktivieren. Anhand historischer wie zeitgenössischer Positionen beleuchten kuratierte (Kurzfilm-)Programme u. a., was dem Kino zu Musik, Performance, Architektur –oder sich selbst – so einfällt.

Unter filmhistorischer Perspektive war das „Home Movie” ein Amateur*innenformat. Auf Super8, 16-mm-Film oder Video wurden etwa persönliche Ereignisse, Aktivitäten mit Familie und Freund*innen oder Urlaube aufgezeichnet, um diese Aufnahmen anschließend im privaten Rahmen gemeinsam zu schauen. Mittlerweile hat sich dieses Verfahren primär auf unsere Mobiletelefone verlagert. Das Zuhause ist im Idealfall ein Ort der Ungezwungenheit, das Daheim nicht auf die eigenen vier Wände beschränkt. Die vier in diesem Programm versammelten Filme paraphrasieren die Idee des „Home Movies“, nutzen und erweitern es äußerst gekonnt, um queere Realitäten zu gestalten. Stets stehen dabei ganz unterschiedliche zwischenmenschliche Beziehungsformen im Zentrum.


PROGRAMM
Tibor Köhne, Piccin Gemellone, 2024, 19 min 
Emil Huppenkothen/Marie Luise Lehner, Wenn die Schneeschmelze einsetzt, 2026, 11 min
Jan Soldat, Open House, 2025, 9 min
Rom Sheratzky, Follow Back, 2025, digital, 23 min

 

12. Juni

18:00 - 21:00

© Belvedere, Wien
Free Friday Night

Das Belvedere queer gelesen. Welche künstlerischen Strategien, Biografien und Werke in der Schlossgeschichte und der Sammlung des Belvedere geben Hinweis auf die Vielfalt geschlechtlicher Identität und sexueller Anziehung? Worin lassen sich queere Ansätze erkennen? In kurzen Impulsführungen durch das Obere Belvedere nehmen wir verborgene Narrative in der Kunstgeschichte aus einer zeitgenössischen Perspektive in den Blick.

 


 

16. Juni

 16:30 - 17:30 

Curt Stenvert, Lesbia contra Motor, 1947
© Bildrecht, Wien 2026 / 1973 Artothek des Bundes, Dauerleihgabe im Belvedere, Wien / Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien
Queering the Belvedere: Lesbia contra Motor

Gleichgeschlechtliche weibliche Sexualität und männliche Perspektive

Lesbische Darstellungen im modernen Pornofilm für Männer haben viele historische Vorläufer. Mit Lesbia contra Motor von Curt Stenvert besitzt das Belvedere ein Werk der Nachkriegsavantgarde, in dem sich zwei Frauen deutlich sexuell berühren. Haben wir es hier mit lesbischem Begehren zu tun? Die Tatsache, dass das Gemälde von einem Mann stammt und den Frauen eine bedrohliche Maschine gegenübersteht, wirft Fragen nach dem male gaze (dem „männlichen Blick“) auf. Gemeinsam mit Kunstvermittlerin Francesca Liva und Kunsthistoriker Kero Fichter betrachten wir dieses Kunstwerk im Kontext männlicher Fantasien und Visualisierungen jenseits der sexuellen Norm.


 

18. Juni

18:30 - 20:30

Community Outreach: Collective Radical Crafting

Anlässlich der Ausstellung Feminist Futures Forever  (5.11.2026 – 7.3.2027) startet gemeinsam mit einer interessierten queer-feministischen Öffentlichkeit ein Collective Radical Crafting-Projekt. In den nächsten Monaten nehmen wir die Räume des Belvedere 21 mit kollektiven Handarbeitstechniken und queer-feministischen Botschaften ein.

Wir wollen uns austauschen und diskutieren, während wir gemeinsam häkeln und stricken. Wolle, Garne, Häkelnadeln, Stricknadeln, Strickliesel und Anleitungen stehen bereit. Eine Vorkenntnis der Techniken ist von Vorteil, aber keine Voraussetzung.