Belvedere Museum Wien | Das Kunstmuseum im digitalen Zeitalter – 2025

Montag, 25. Jänner - Freitag, 29. Jänner 2027

Das Kunstmuseum im digitalen Zeitalter – 2027

Internationale Online-Konferenz

Zeitraum

25. Jänner 2027
26. Jänner 2027
27. Jänner 2027
28. Jänner 2027
29. Jänner 2027

Anmeldung

(online)

 

Materialien (PDF)
 

Einreichfrist: 15. November 2026

 

Aus der Reihe

 

Alle Konferenzen

Sprache

Deutsch, Englisch Simultanübersetzung

Hashtag

#digitalmuseum #belvederemuseum

Konferenzkomitee

Christian Huemer, Johanna Aufreiter, Alexandra Sommer, Sylvia Stegbauer 

(Belvedere Research Center)

Seb Chan

(ACMI / Melbourne)

Ross Parry

(University of Leicester)

Chiara Zuanni

(Universität für Weiterbildung Krems / University for Continuing Education Krems)

 

Partner

 

 

 

Digitale Technologien haben die Arbeit von Kunstmuseen in den vergangenen Jahrzehnten nachhaltig geprägt. Sammlungen wurden digital erschlossen, Metadaten standardisiert, neue Formen der Vermittlung entwickelt – etwa virtuelle Ausstellungen und Anwendungen der erweiterten Realität. Mit generativer künstlicher Intelligenz (KI) kommt eine Technologie hinzu, die nicht nur dokumentiert oder visualisiert, sondern eigenständig Inhalte erzeugt. Damit werden KI-Systeme zu Mitgestaltern kultureller Produktion. Sie verändern auch die Bedingungen, unter denen Wissen entsteht, vermittelt und bewertet wird. Zugleich stellen sie zentrale museale Begriffe wie Autorschaft, Originalität, Evidenz, Kreativität, Authentizität und Deutungshoheit neu zur Diskussion.

Die algorithmische Produktion von Inhalten und der Einsatz KI-gestützter Entscheidungsprozesse verstärken die Erwartungen an Museen als vertrauenswürdige Wissensinstitutionen. Große Sprachmodelle können den Eindruck von Wissen und Urteilsfähigkeit erwecken. Ihre Antworten beruhen jedoch auf statistischen Mustern – ob eine Aussage wahr oder sinnvoll ist, können sie nicht eigenständig prüfen. Museen stehen deshalb vor der Aufgabe, die Grenzen und die gesellschaftlichen Folgen solcher Systeme kritisch zu vermitteln. Dabei geht es auch um die Nachvollziehbarkeit der technischen Funktionsweisen und um die Frage, wie Verzerrungen in Daten und Modellen erkannt werden können. Mitarbeiter*innen und Besucher*innen zu befähigen, KI-generierte Inhalte einzuordnen, wird damit zu einem wichtigen Teil musealer Bildungsarbeit

Eine kritische Auseinandersetzung mit KI muss auch deren materielle Grundlagen und Machtverhältnisse berücksichtigen, wie Kate Crawford herausarbeitet. Die Konferenz fragt, in welchem Verhältnis die Leistungsversprechen großer Technologieunternehmen zu den nachweisbaren Fähigkeiten ihrer Systeme stehen und welche wirtschaftlichen Interessen ihren Einsatz prägen. Wer profitiert von diesen Technologien? Welche sozialen und ökologischen Folgen bleiben dabei wenig sichtbar? Damit verbunden ist die Frage nach digitaler Souveränität: Wie können Museen selbstbestimmt über den Einsatz von KI, über ihre Daten und über die Präsentation ihrer Sammlungen entscheiden? Der Rückblick auf frühere Digitalisierungswellen eröffnet eine weitere Perspektive. Welche Erwartungen haben sich erfüllt, und wo sind die Ergebnisse hinter den Versprechen zurückgeblieben? Was lässt sich daraus für den Umgang mit KI lernen – etwa für die langfristige Dokumentation und Bewahrung digitaler Inhalte oder für deren Einordnung in die Geschichte des kulturellen Erbes?

Die neunte Ausgabe unserer internationalen Konferenzreihe greift Seb Chans Plädoyer für eine kritische und werteorientierte Auseinandersetzung mit Museumstechnologien auf. Unter der Leitfrage „Wozu dient Technologie?“ lädt sie dazu ein, die Rolle des Kunstmuseums in einer von KI geprägten Gesellschaft neu zu bestimmen. Museen können vertrauenswürdige Wissensinstitutionen und Orte öffentlicher Debatte sein. Zugleich stellt sich die Frage, wie sie an der Gestaltung technologischer Zukünfte mitwirken und welche Werte sie dabei vertreten wollen. Die Konferenz lädt dazu ein, aktuelle museale Entwicklungen aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven zu diskutieren. Beiträge können sich an folgenden Themenschwerpunkten orientieren:

 

Museen als Vertrauensräume in einer KI-getriebenen Gesellschaft 

  • Umsetzung von KI-Governance im Museum (EU AI Act & internationale Standards) 
  • Algorithmische Verzerrungen und kulturelle Repräsentation 
  • Ethische, ökologische und institutionelle Verantwortung im Umgang mit KI 
  • Digitale Souveränität von Kulturinstitutionen und Museen 

Datenhoheit und Strategien 

  • Strategien zur Verankerung von Transparenz und Nachvollziehbarkeit 
  • AI Literacy und digitale Mündigkeit als neue Aufgabenfelder von Kunstmuseen 
  • Zwischen Innovation und Selbstzweck: technologische Zukunftsszenarien für Museen 

Von der Digitalisierung zur KI 

  • Erfahrungen, Kontinuitäten und Brüche digitaler Transformation im Museum 
  • Potenziale und Grenzen von KI und Chatbots bei Museumsdatenbanken und Onlinesammlungen 
  • Automatisierte Bildbeschreibungen, Barrierefreiheit und Inklusion 

Kuratieren und kulturelle Produktion mit KI 

  • Auswirkungen von KI-Systemen auf kuratorische, konservatorische und vermittelnde Praktiken 
  • Neue Formen von Autorschaft, Kreativität und Wissensproduktion 
  • Musealisierung KI-generierter Kunst 

Bewahren und Archivieren im Zeitalter technologischer Systeme 

  • Neue Herausforderungen für Sammlungen und digitale Langzeitarchivierung 
  • Digitale Provenienz und Authentizität 
  • Archivierung von Modellen, Datensätzen und Prompts 

Forschung, Besucher*innenstudien und Datenanalyse 

  • Empirische Studien im Museum 
  • Besucher*innenstudien zwischen qualitativer Forschung, Datenanalyse und Audience Development 
  • VR, AR und XR als Forschungs- und Vermittlungsinstrumente 
  • KI in der Museumsforschung: Potenziale für Sammlungsanalyse, Mustererkennung und neue Erkenntnisprozesse 

Neue Zugänge zu Wissen, Kultur und Öffentlichkeit 

  • KI und Kunstvermittlung 
  • KI-generiertes Storytelling, Worldbuilding, Übersetzung und Mehrsprachigkeit 
  • Kritische Medienkompetenz und neue Formen partizipativer Wissensvermittlung


Als Keynote Speaker konnte Seb Chan, Director & CEO am ACMI (Australian Centre for the Moving Image), Melbourne, gewonnen werden.

 

Wir freuen uns über Ihre Themenvorschläge aus den Bereichen Museum/Museologie, Kunst- und Kulturgeschichte, Bild- und Medienwissenschaft sowie Digital Humanities. Bitte senden Sie Ihr Abstract für einen 20- bis 25-minütigen Vortrag in deutscher oder englischer Sprache (max. 250 Wörter) einschließlich einer kurzen Biografie inklusive vollständiger Kontaktinformationen zusammengefasst als ein PDF-Dokument bis 15. November 2026 an: conferences@belvedere.at

 

Alle Vorträge werden online abgehalten. Die Keynote Lecture, die Podiumsdiskussion sowie ein Workshop für angemeldete Teilnehmer*innen finden zusätzlich vor Ort im Belvedere 21, Wien, statt. Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos. 

 

Hinweis zum Datenschutz im Rahmen der Konferenz: Die Österreichische Galerie Belvedere, Wissenschaftliche Anstalt öffentlichen Rechts verarbeitet im Rahmen der Online-Konferenz „Das Kunstmuseum im digitalen Zeitalter 2027“ Ihre personenbezogenen Daten zur Auswahl der Vortragenden, zu Vor- und Nachbereitung sowie zur Durchführung der Veranstaltung, zur Kontaktaufnahme, zur Berichterstattung und zur weiteren Bewerbung dieser und zukünftiger Veranstaltungen. Die Daten werden für die Dauer der Zweckerfüllung und darüber hinaus für die Dauer gesetzlicher Aufbewahrungspflichten aufbewahrt. Ihre Daten werden an das Konferenzkomitee zur Auswahl der Vortragenden weitergegeben. Im Fall einer Auswahl werden Ihre Daten im Rahmen des Tagungsprogramms, der Bewerbung der Konferenz und der Berichterstattung hierzu veröffentlicht. Informationen zum Datenschutz und zu Ihren Rechten, zu allen Kontaktdaten des Verantwortlichen und des Datenschutzbeauftragten finden Sie unter www.belvedere.at/datenschutz.