Sandra Mujinga

Skin to Skin

Skin to Skin ist Sandra Mujingas erste Museumspräsentation in Österreich. Die norwegisch-kongolesische Künstlerin bespielt den zentralen Ausstellungsraum des Belvedere 21 mit einer raumgreifenden Installation aus Skulptur, Sound und Spiegelung. Wiederholung wird hier zur künstlerischen Strategie, um (Un-)Sichtbarkeit, Gemeinschaft und Transformation auszuloten.

Ausstellungsansicht "Sandra Mujinga. Skin to Skin", Belvedere 21
Foto: Kunst-Dokumentation.com, Manuel Carreon Lopez / Belvedere, Wien

Pressetext

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Sandra Mujinga (* 1989 in Goma, Demokratische Republik Kongo) lebt und arbeitet in Oslo. Ihre multidisziplinäre Praxis umfasst Installation, Skulptur, Fotografie, Performance, Video und Musik. Zentrale Themen ihrer Arbeit sind die Sichtbarkeit Schwarzer Körper im öffentlichen Raum sowie das Potenzial von Opazität und Ambiguität für Handlungsmacht und Selbstschutz.

Stella Rollig, Generaldirektorin des Belvedere: Sandra Mujinga verhandelt Fragen von Sichtbarkeit, Identität und technologisch geprägten Machtverhältnissen mit beeindruckender künstlerischer Präzision. Ihr Werk berührt zentrale Debatten unserer Gegenwart – von Repräsentationspolitiken bis zu digitaler Erfassung. Skin to Skin eröffnet im Belvedere 21 einen Raum, in dem neue Formen des Gemeinsamen vorstellbar werden.

Kurator Axel Köhne: Sandra Mujingas Installation lädt dazu ein, Körper anders zu denken: nicht als klar abgegrenzte Einzelwesen, sondern als kollektive, fluide und widerständige Präsenz. Die Besucher*innen bewegen sich durch ein Feld von Doppelgänger*innen, Spiegelungen und Sound und werden Teil einer spekulativen Umgebung, die neue Perspektiven auf Wahrnehmung, Identität und Gemeinschaft eröffnet.

ZUR AUSSTELLUNG
Im Zentrum von Skin to Skin steht eine Gruppe von 55 identischen überlebensgroßen Figuren. In schwere Stoffe gehüllt wirken sie wie Gestalten aus einer anderen Zeit – archaisch und futuristisch zugleich. Spiegelnde Elemente im Raum vervielfachen ihre Präsenz, während ein eigens komponierter elektronischer Soundtrack die skulpturale Inszenierung akustisch erweitert. Sandra Mujingas Installation besetzt den Ausstellungsraum des Belvedere 21 und lädt die Besucher*innen ein, in diese verschiedenen visuellen und klanglichen Ebenen einzutauchen.

Von Avataren über Klone und geisterhafte Erscheinungen bis hin zu unbekannten Spezies: Mujingas hybride Figuren lassen vieldeutige Assoziationen zu. Die Künstlerin entwickelt spekulative Welten, in denen sich räumliche und zeitliche Schichten überlagern. In ihrer neu produzierten Arbeit greift sie Themen aus Science-Fiction, Afrofuturismus und Posthumanismus auf, die sie mit Überlegungen zu tierischen Überlebensstrategien wie Tarnung und Nachtaktivität und einem Interesse an Körpern und Identität verbindet. Wiederholung und Camouflage fungieren in der Ausstellung als Mittel der Selbstermächtigung und als Schutz vor Kontrolle und Zuschreibungen von außen.

Inspiriert von Naomi Kleins Konzept der*des Doppelgänger*in verweist Skin to Skin auf die Möglichkeit, sich in der Multiplikation einer eindeutigen Lesbarkeit zu entziehen. So setzt sich die Installation mit Hypersichtbarkeit und Beobachtung – insbesondere im Hinblick auf Schwarze Körper – im physischen und im digitalen Raum auseinander. Dem Blick vom ersten Stock des Museums schutzlos ausgeliefert eröffnen die gesichtslosen Wesen durch ihre Verbundenheit darüber hinaus eine neue Perspektive auf eine kollektive Existenz und Wandelbarkeit.

Sandra Mujinga stellt der Logik neoliberaler Individualisierung ihre künstlerische Beschäftigung mit aktuellen und zukünftigen Konzepten für ein gesellschaftliches Miteinander entgegen. So können ihre Figuren beispielsweise eine Gemeinschaft, eine Gruppe, eine Familie oder eine andere Form des Zusammenlebens darstellen. Skin to Skin lädt zu einer vertiefenden Auseinandersetzung mit Wahrnehmung, Sichtbarkeit und gesellschaftlicher Transformation ein und eröffnet einen Erfahrungsraum, der zum Verweilen und Imaginieren einlädt.

Pressebilder

Ausstellungsansicht "Sandra Mujinga. Skin to Skin", Belvedere 21

Foto: Kunst-Dokumentation.com, Manuel Carreon Lopez / Belvedere, Wien

Ausstellungsansicht "Sandra Mujinga. Skin to Skin", Belvedere 21

Foto: Kunst-Dokumentation.com, Manuel Carreon Lopez / Belvedere, Wien

Ausstellungsansicht "Sandra Mujinga. Skin to Skin", Belvedere 21

Foto: Kunst-Dokumentation.com, Manuel Carreon Lopez / Belvedere, Wien

Ausstellungsansicht "Sandra Mujinga. Skin to Skin", Belvedere 21

Foto: Kunst-Dokumentation.com, Manuel Carreon Lopez / Belvedere, Wien

Ausstellungsansicht "Sandra Mujinga. Skin to Skin", Belvedere 21

Foto: Kunst-Dokumentation.com, Manuel Carreon Lopez / Belvedere, Wien

Ausstellungsansicht "Sandra Mujinga. Skin to Skin", Belvedere 21

Foto: Kunst-Dokumentation.com, Manuel Carreon Lopez / Belvedere, Wien

Ausstellungsansicht "Sandra Mujinga. Skin to Skin", Belvedere 21

Foto: Kunst-Dokumentation.com, Manuel Carreon Lopez / Belvedere, Wien

Sandra Mujinga, Touch Face 1–3, 2018, Installationsansicht, Poetry for Revolutions, Instituto Svizzero, Rom, 2023–24

Foto: Daniele Molajoli

Sandra Mujinga, Nokturnal Kinship (Detail), 2018, Installationsansicht, SONW – Shadow Of New Worlds, Bergen Kunsthall, 2019–2020

Foto: Thor Brødreskift, © Bergen Kunsthall

Sandra Mujinga, Spectral Keepers, 2020

Installationsansicht, The Approach, London, 2021,

Foto: Plastiques, Courtesy Sandra Mujinga und The Approach, London © Sandra Mujinga

Sandra Mujinga

Foto: Chai Saeidi

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