-
Civa – Contemporary Immersive Virtual Art
postacceleration
Civa beleuchtet das Zusammenspiel aktueller Technologien, Realitäten und Erfahrungen in digitalen, physischen und hybriden Räumen. In seiner sechsten Ausgabe zeigt Civa erneut eine Ausstellung im Belvedere 21 und lädt zu einem vielfältigen Programm mit diskursiven Formaten, Filmvorführungen und Live-Performances ein. Unter dem Titel postacceleration setzt sich Civa 2026 mit Geschwindigkeit und Gleichzeitigkeit auseinander. Postacceleration beschreibt einen Zustand, in dem Beschleunigung zum Standardsetting geworden ist, zur Grundvoraussetzung des heutigen Daseins.
Civa wird gemeinsam von Belvedere 21 und Eva Fischer (sound:frame) realisiert.
Mit Arbeiten von: Eyez Li (Mingtong Li), Nolan Oswald Dennis, Kyriaki Goni, Silke Grabinger, Letta Shtohryn
Kuratiert von Eva Fischer.
Assistenzkuratorinnen: Vasilena Stoyanova und Anna Ewa Dyrko
Belvedere 21
Öffnungszeiten
Adresse
Arsenalstraße 1, 1030 Wien
AnreiseIn Kooperation mit
Impressionen
Zur Ausstellung
Der Rhythmus der Gegenwart hat sich zunehmend intensiviert: (Technologische) Beschleunigung wird nicht länger als Abfolge von Ereignissen erfahren, sondern als turbulenter, sich wiederholender Zustand, der Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Engagement formt. Demgegenüber vereint die Ausstellung fünf internationale Positionen, die sich optimierungsgetriebenen Logiken entziehen. Anstatt extraktive oder gar akzelerationistische Strategien zu reproduzieren, unterbrechen die unterschiedlichen künstlerischen Zugänge dominante Zeitvorstellungen und entwickeln alternative Narrative, relationale Gegenentwürfe und Praktiken der Resonanz.
Weiterführende Literatur
Armen Avanessian, #Akzeleration, Berlin 2013
Armen Avanessian, #Akzeleration#2, Berlin 2014
Karen Barad, Verschränkungen, Berlin 2015
Karen Barad, „Quantum Entanglements and Hauntological Relations of Inheritance: Dis/continuities, SpaceTime Enfoldings, and Justice-to-Come”, in: Derrida Today 3, no. 2 (2010), S. 240–68.
Kodwo Eshun, More Brilliant Than the Sun. Adventures in Sonic Fiction, London 1998
Jack Halberstam, In a Queer Time and Place. Transgender Bodies, Subcultural Lives, New York 2005
Byung-Chul Han, Müdigkeitsgesellschaft, Berlin 2010
Byung-Chul Han, Vita contemplativa oder von der Untätigkeit, Berlin 2022
Katherine McKittrick, Dear Science and Other Stories, Durham 2021
Fred Moten / Stefano Harney, The Undercommons. Fugitive Planning & Black Study, Wivenhoe / New York / Port Watson 2013
Jenny Odell, Zeit finden. Jenseits des durchgetakteten Lebens, München 2023
Rasheedah Phillips, Black Quantum Futurism. Space-Time Collapse I – From the Congo to the Carolinas, Philadelphia 2014
Rasheedah Phillips, Recurrence Plot and Other Time Travel Tales, Philadelphia 2020
Hartmut Rosa, Beschleunigung. Die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne, Frankfurt a. M. 2005
Paul Virilio, Fluchtgeschwindigkeit, München/Wien 1996
Sylvia Wynter, „Unsettling the Coloniality of Being/Power/Truth/Freedom. Towards the Human, After Man, Its Overrepresentation – An Argument“, in: CR. The New Centennial Review, 3. Jg., Heft 3, 2003
Besonderer Dank an: AIL – Angewandte Interdisciplinary Lab, Akademie der bildenden Künste Wien / Forschungscluster | Digitale Kulturen, Akademie der bildenden Künste Wien / Institut für Bildende Kunst | Post-digitale Kunst, ATC – AUSTRIAN TRUSS CONSTRUCTIONS, MUTEK Montréal (Kanada) / Electronic Music & Digital Arts Festival, Österreichisches Kulturforum Pretoria (Südafrika), Universität für angewandte Kunst Wien / Weibel Institut für digitale Kulturen, VIENNA SHORTS
Programm
Ausgewählte Termine im Rahmen der Ausstellung
12. November
18:00 - 18:45
Artist Talk: Djamila Grandits im Gespräch mit Nolan Oswald Dennis
Zum Civa–Auftakt spricht Djamila Grandits mit Nolan Oswald Dennis über das in der Ausstellung gezeigte Werk Eclipse Chorus, das astronomische Zyklen mit den Geografien von Kolonialismus, Widerstand und Schwarzer Befreiungsgeschichte verschränkt. Im Zentrum des Gesprächs stehen Vorstellungen von zyklischer Zeit und die Frage, wie Vergangenheit unter veränderten Bedingungen fortwirkt.
Mit Nolan Oswald Dennis
Moderation: Djamila Grandits
Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.
Artist Talk: Djamila Grandits in conversation with Nolan Oswald Dennis
To mark the opening of Civa, Djamila Grandits speaks with Nolan Oswald Dennis about their work Eclipse Chorus, presented in the exhibition. The piece intertwines astronomical cycles with the geographies of colonialism, resistance, and Black liberation history. The conversation explores notions of cyclical time and how the past continues to resonate under changing conditions.
The event will be held in English and moderated by Djamila Grandits.
13. November
15:00 - 16:30
Artists' Tour: Civa. postacceleration
Gemeinsam mit den beteiligten Künstler*innen sprechen Valerie Messini (Weibel Institut für digitale Kulturen) und Kuratorin Eva Fischer über Entstehungsprozesse, Fragestellungen und theoretische Hintergründe der einzelnen Arbeiten.
Mit Nolan Oswald Dennis, Kyriaki Goni, Silke Grabinger, Eyez Li (Mingtong Li) und Letta Shtohryn
Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.
Together with the participating artists, Valerie Messini (Weibel Institute for Digital Cultures) and curator Eva Fischer discuss the creative processes, key questions, and theoretical contexts behind the individual works.
The discussion will feature Nolan Oswald Dennis, Kyriaki Goni, Silke Grabinger, Eyez Li (Mingtong Li) and Letta Shtohryn.
The event will be held in English.
17. Dezember
18:00 - 20:00
Screening: Lingering Speed
Das Screening Lingering Speed versammelt historische und zeitgenössische Kurzfilme, die Zeit nicht als linearen Fortschritt, sondern als Geflecht unterschiedlicher Tempi erfahrbar machen. Zwischen den Symbolen industrieller Moderne, algorithmischen Infrastrukturen und hyperdigitalen Bildkulturen entfaltet das Programm unterschiedliche filmische Perspektiven auf Beschleunigung und alternative Zeitlichkeiten. Neben Momenten der medialen Verdichtung und Überforderung eröffnen die Kurzfilme Räume für Aufmerksamkeit und Resonanz. Ein anschließendes Gespräch lädt ein, alternative Praktiken gemeinsam weiterzudenken.
Kuratiert von Max Bergmann, Anna Ewa Dyrko und Eva Fischer
Eine Kooperation mit VIENNA SHORTS
12. Februar
16:00 - 20:00
Workshop: Becoming Chimeric von Martina Menegon
Wir werden – oft gewaltsam – in enge Kategorien und klare Trennungen gezwungen: Mensch/Tier, Mann/Frau, normal/Monster, Selbst/Anderes. Anthroponormativität durchtrennt die Beziehungen, die uns miteinander verbinden, und hinterlässt uns und alles um uns herum isoliert, sortiert und voneinander getrennt. Becoming Chimeric ist ein Workshop, der sich diesen Trennlinien widersetzt. Durch eine Choreografie des Glitchens und des Chimärisch-Werdens verweben wir uns erneut mit anderen und formen einen hybriden Körper in Verwandtschaft mit mehr-als- und anders-als-menschlichen Wesen.
Martina Menegon (Italien, 1988) ist Künstlerin, Kuratorin, Dozentin und Forscherin und arbeitet zwischen Wien und dem Cyberspace. Sie ist Senior Artist und Dozentin am Lehrstuhl für Transmediale Kunst der Universität für angewandte Kunst Wien und seit 2024 Doktorandin im Programm „Transformation Studies: Art x Science“, das gemeinsam von der Universität für angewandte Kunst Wien und der Johannes-Kepler-Universität Linz organisiert wird.
18. Februar
18:00 - 20:00
Katalogpräsentation: Research in Resonance
Gemeinsam mit den Grafikdesignern Philipp Doringer und Manuel Radde sowie dem Ausstellungsarchitekten Gerald Moser gibt Kuratorin Eva Fischer Einblicke in die Entstehung der Civa-Publikation und -Ausstellungsgestaltung. Im Mittelpunkt stehen unterschiedliche Zugänge zu Raum, Gestaltung und Vermittlung sowie die Frage, wie die Themen der Ausstellung in visuelle und räumliche Formen übersetzt wurden.
Ausgehend von einem kontinuierlichen Austausch über die Laufzeit von postacceleration sprechen Valerie Messini vom Weibel Institut für digitale Kulturen und Eva Fischer zudem über ihre gemeinsame Forschung zu den Themen Geschwindigkeit, Gleichzeitigkeit und technologische Transformation. Das Gespräch gibt Einblick in einen offenen Forschungsprozess, in dem kuratorische, künstlerische und medientheoretische Perspektiven aufeinandertreffen und sich im Laufe der Ausstellung weiterentwickeln.
In Kooperation mit dem Weibel Institut für digitale Kulturen der Universität für angewandte Kunst Wien.
4. März
18:00 - 19:30
Dialogischer Rundgang: Technologie, Zeit und digitale Kultur
Zum Civa-Abschluss begeben sich der Künstler und Leiter des Forschungsclusters Digitale Kulturen Axel Stockburger sowie die Künstlerin und Professorin für Post-digitale Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien Claudia Larcher gemeinsam mit Kuratorin Eva Fischer auf einen dialogischen Rundgang durch die Ausstellung.
Ausgehend von ausgewählten Arbeiten diskutieren sie Fragen zu Technologie, Zeit und digitaler Kultur und eröffnen neue Perspektiven auf die politischen und gesellschaftlichen Dimensionen unserer Gegenwart. Ein offenes Gespräch, das überraschende Verbindungen sichtbar werden lässt.
Mit Axel Stockburger, Claudia Larcher und Eva Fischer
In Kooperation mit der Akademie der bildenden Künste Wien: Forschungscluster | Digitale Kulturen und Institut für Bildende Kunst | Post-digitale Kunst