Atelier Herbert Boeckl

Herbert Boeckl (1894–1966) zählt mit seinem vielfältigen Schaffen zu den Hauptvertreter*innen der österreichischen Moderne. Sein Werk spannt einen Bogen von der Zeit des Ersten Weltkriegs bis in die 1960er-Jahre. Von 1928 bis zu seinem Schlaganfall 1964 arbeitete der Künstler in seinem Wiener Atelier in der Argentinierstraße 42 im vierten Bezirk. Sein Arbeitsplatz präsentiert sich heute noch im Originalzustand, so wie ihn der Künstler verlassen hat. Staffeleien, alte Farbtuben, Pinsel, Bücher und weitere Malutensilien wie Einrichtungsgegenstände sind in situ zu sehen.

Das Atelier kann im Rahmen einer Führung besucht werden. Für eine individuelle Buchung dieser exklusiven Tour für maximal 15 Personen kontaktieren Sie public@belvedere.at.

Boeckl mit schwarzem Anzug beim Ofen, 1952
Boeckl mit schwarzem Anzug beim Ofen, 1952
© Herbert-Boeckl-Nachlass, Wien, Foto: © Barbara Hirschenhauser

 

 

 

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1894

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3. Juni 1894

Geburt in Klagenfurt als zweiter von vier Söhnen des Maschinenbauingenieurs und Staatsgewerbeschullehrers Leopold Böckl und seiner Frau Paula, geborene Münichsdorfer.

 

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1904

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Besuch des Klagenfurter Realgymnasiums.

 

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1912

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Nach erfolgloser Bewerbung an der Wiener Akademie der bildenden Künste Studium der Architektur an der Technischen Hochschule in Wien und Privatunterricht bei Adolf Loos. 1913 erste Teilnahme an einer Ausstellung – im Wiener Kunstsalon Pisko.

 

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1915

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Kriegsdienst an der Italienfront gemeinsam mit dem Kunsthistoriker Bruno Grimschitz, dem späteren Kustos und Direktor der Österreichischen Galerie, der zu einem wichtigen Förderer wird.

 

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1918

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Auf Empfehlung Egon Schieles Abschluss eines unbefristeten Kommissionsvertrags auf Vorschuss mit dem Wiener Kunsthändler Gustav Nebehay.

 

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1919

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Heirat mit Maria Plahna (bis 1941 Geburt von neun Kindern).

 

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1921

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Studienreisen nach Berlin, Paris und Sizilien.

 

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1927

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Erste Einzelpräsentation im Rahmen der Herbstausstellung der Wiener Secession mit dreißig Ölbildern.

 

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1928

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Bezug eines Ateliers in der Argentinierstraße 42 im 4. Wiener Gemeindebezirk. Umzug der Familie 1930 nach Perchtoldsdorf, 1937 in die Alliiertenstraße im 2. Wiener Gemeindebezirk.

 

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1934

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Für das Bild Hymnus an Maria Zuerkennung des erstmals vergebenen Großen Österreichischen Staatspreises. Beteiligung an der Biennale in Venedig (auch 1932 und 1936).
 

 

 

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1935

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Berufung zum Professor der Allgemeinen Malerschule an der Wiener Akademie der bildenden Künste. Ernennung zum Speziellen Regierungskommissär Österreichs bei der Kunstschau der Weltausstellung in Brüssel. Reisen nach Belgien, Holland, Italien, Paris und London.

 

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1937

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Beteiligung an der Exposition d’art Autrichien im Pariser Musée du Jeu de Paume des Tuileries.

 

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1938

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In diesem Jahr wechselt der Maler die Schreibweise seines Namens von Böckl auf Boeckl und signiert erstmals ein Gemälde – Gelber Steinbruch bei St. Margarethen – mit „oe“.

 

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1939

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Niederlegung der Meisterklasse für Malerei an der Wiener Akademie. Übernahme der Leitung des „Abendaktes“, eines verbindlichen Aktzeichenkurses für alle Akademiestudent*innen. Marginalisierung im offiziellen Kunstbetrieb, geringe Präsenz in Ausstellungen.

 

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1941

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Eintritt in die NSDAP und Arrangement mit dem NS-Regime, auch aus wirtschaftlichen Erwägungen als Familienvater.

 

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1944

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Einstufung als „politisch unzuverlässig“ und Einsatz bei Schanzarbeiten.

 

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1945

 

Nach der Befreiung Wiens Ernennung zum provisorischen Rektor der Akademie der bildenden Künste. Berufung von Albert Paris Gütersloh und Fritz Wotruba als Professoren.

 

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1946

 

Abberufung als Rektor aufgrund der nicht erfolgten Registrierung 1945 als ehemaliges NSDAP-Mitglied. Der Weiterverwendung als Professor an der Akademie der bildenden Künste wird zugestimmt. Retrospektivausstellung an der Wiener Akademie der bildenden Künste.

 

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1951

 

Studienreise nach Spanien. Beginn der Arbeiten an den Fresken der Engelkapelle in der steirischen Benediktinerabtei Seckau.

 

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1954

 

Verleihung des Großen Österreichischen Staatspreises.

 

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1955

 

Studienreise nach Griechenland.

 

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1956

 

Präsident der Österreich-Sektion der Association internationale des arts plastiques der UNESCO, Teilnahme an deren erstem Kongress in Paris.

 

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1959

 

Studienreise nach Ägypten.

 

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1960

 

Gastgeber bei der dritten Konferenz der Association internationale des arts plastiques der UNESCO in Wien. Vollendung der Fresken in Seckau.

 

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1962

 

Wahl zum Rektor der Akademie der bildenden Künste in Wien.

 

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1964

 

Retrospektive im Wiener Museum des 20. Jahrhunderts. Vertreter Österreichs bei der Biennale in Venedig.

 

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1966

 

20. Jänner 1966

Tod in Wien. Beisetzung in einem Ehrengrab der Stadt Wien.

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