Belvedere Art Award

Der Belvedere Art Award wurde 2022 von Vendome Projects und dem Belvedere ins Leben gerufen. Der biennal ausgelobte Kunstpreis spiegelt zukunftsweisende Dynamiken in der Gesellschaft sowie in der zeitgenössischen Kunst wider. Er verfolgt eine inklusive, queer-feministische und diversitätsorientierte Ausrichtung: in Resonanz zu aktuellen Diskursen und vor dem Hintergrund der vielfältigen Ausschlüsse im Museums- und Ausstellungsfeld, die sich nicht zuletzt in der Vergabe von Preisen zeigen.

#BelvedereArtAward

Felicitas Thun Hohenstein, Charles Esche, Stella Rolig, Robert Gabris, Mahret Ifeoma, Kupka Ste
Foto: eSeL.at / Belvedere, Wien

Belvedere Art Award 2022

Eine internationale Jury hat am 28. November 2022 Robert Gabris zum ersten Gewinner des Belvedere Art Award 2022 gekürt. Eine Nominierungs- und eine Auswahljury mit lokalen und internationalen Expert*innen ermittelten in einem zweistufigen Auswahlverfahren eine künstlerische Position als Preisträger*in. Fünf Juror*innen nominierten je zwei aufstrebende Künstler*innen mit Österreichbezug. Alter, Geschlecht oder Nationalität stellten dezidiert keine Kriterien dar. Der Belvedere Art Award ist mit 20.000 Euro dotiert und umfasst darüber hinaus eine Einzelausstellung der Preisträger*in mit begleitender Publikation im Belvedere 21. Die Solopräsentation von Robert Gabris findet vom 7. September 2023 bis 18. Februar 2024 im Belvedere 21 statt.

Jurystatement

Portrait Robert Gabris
Foto: Michal Blecha

 

Die Entscheidung, den Belvedere Art Award 2022 Robert Gabris zuzuerkennen, erfolgte aufgrund seiner beeindruckend konzentrierten und engagierten künstlerischen Arbeit. Gabris schöpft intensiv aus seinem Hintergrund als Teil der Roma-Community und hinterfragt dabei stets die Grenzen von Identitäten, die Individuen und Gruppen von außen auferlegt werden. Seine Kunst untersucht den Zustand des menschlichen Körpers, erforscht dessen Ränder und Formen in Bezug auf Queerness, über das Menschliche hinausgehendes Leben und multiple Marginalisierungen. Gabris’ visuelle Sprache reicht von präzisen Zeichnungen über Prosagedichte bis hin zu vielschichtigen skulpturalen Kombinationen, die ihre Komplexität feiern und gleichzeitig diverse Öffentlichkeiten ansprechen. Seine experimentellen Zeichnungen dienen als Mittel des Widerstands gegen Ausgrenzung und Rassismus, wobei sie stets fließend und offen für Interpretationen bleiben. Die Jury ist auch von seinem Engagement für die Communities beeindruckt und würdigt die emotionale Arbeit, die damit verbunden ist. Die Jury freut sich, diesen Preis einstimmig an Robert Gabris zu vergeben, und wünscht ihm eine gleichermaßen freudvolle wie erfolgreiche Ausstellung im Belvedere 21 im September 2023.

 

Zur Ausstellung

Nominierte Künstler*innen

Nominierte Künstler*innen 2022

Rawan Almukhtar

(* 1991 Baghdad, Irak)

Robert Gabris

(* 1986 Hnúšťa, Slowakei)

Sophie Gogl

(* 1992 Kitzbühel, Österreich)

Julia S. Goodman

(* 1987 New York, USA)

Claudia Lomoschitz

(* 1987 Wien, Österreich)

Pouran Parvizi

(* 1989 Booshehr, Iran)

Marlies Pöschl

(* 1982 Salzburg, Österreich)

Huda Takriti

(* 1990 Damaskus, Syrien)

Sophie Thun

(* 1985 Frankfurt am Main, Deutschland)

Nominierungsjury

Ivana Pilić

Co-Leiterin D/Arts, Wien

Neda Hosseinyar

Co-Präsidentin der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs (VBKÖ)

Mirela Baciak

Kuratorin steirischer herbst, Graz

Katharina Brandl

Künstlerische Leitung Kunstraum Niederoesterreich, Wien

Luca Lo Pinto

Künstlerischer Direktor MUSEO MACRO, Rom

Auswahljury

Elena Agudio

Künstlerische Co-Direktorin SAVVY Contemporary, Berlin / design. Direktorin Villa Romana, Florenz (ab Dezember 2022)

Charles Esche

Direktor Van Abbemuseum, Eindhoven

Mahret Ifeoma Kupka

Senior Kuratorin Museum Angewandte Kunst, Frankfurt a. M. / Gründungsmitglied Neue deutsche Museumsmacher*innen

Stella Rollig

Generaldirektorin Belvedere,Wien

Felicitas Thun-Hohenstein

Initiatorin Belvedere Art Award / Professorin Akademie der bildenden Künste Wien