Montag, 17. Jänner - Freitag, 21. Jänner 2022

Das Kunstmuseum im digitalen Zeitalter – 2022

Internationale Online-Konferenz

Das Belvedere Research Center setzt seine Tagungsreihe zur digitalen Transformation der Kunstmuseen mit der vierten Veranstaltung zum Thema fort. Die COVID-19-Pandemie mit all den damit einhergehenden Problemen, Nähe zu Menschen und Objekten herstellen zu können, hat der Problematik in den Museen zusätzliche „Virulenz“ gegeben. Wenngleich vieles schon zuvor breit diskutiert und ansatzweise auch umgesetzt worden war, schufen die Maßnahmen gegen das Virus eine ganz spezielle Versuchsanordnung, bei der die digitale Präsenz nicht mehr bloß eine mögliche Erweiterung des Ausstellungsraums sondern schlicht den einzigen Weg zur Öffentlichkeit darstellte. Während die Schwerpunktsetzung unserer Konferenz von 2021 der Prämisse einer krisenbedingten Rückbesinnung auf die eigenen Sammlungen nachging, soll diesmal die Ausdifferenzierung analoger und digitaler Medien im Mittelpunkt der Debatte stehen. Ist die binäre Rhetorik von analog/digital, konservativ/progressiv, entweder/oder… im post-digitalen Zeitalter noch angebracht, oder geht es nicht längst schon um Fragen nach Medienspezifizität, Hybridität und Mixed-Reality?

Medientheoretiker wie Peter Weibel waren schnell, angesichts der Pandemie die analoge Nahgesellschaft diskursiv zu Grabe zu tragen. In gigantischen Stadien, Konzerthäusern und Museen konnte er nur noch „die Pharaonengräber der Zukunft“ erkennen. Dass die Menschen nicht so einfach in eine rein digitale Welt übersiedeln würden, ließen bereits die ersten Lockerungen im Sommer 2020 erahnen, als eine geradezu exzessive Rückbewegung zum Analogen feststellbar wurde. Die Originale waren gefragter denn je, der Hunger nach Begegnung mit anderen Menschen und Objekten im Museum groß. Es gibt, so scheint es, trotz erweiterter technologischer Möglichkeiten doch so etwas wie anthropologische Konstanten. Was aber bedeutet das für das Kunstmuseum im digitalen Zeitalter und die Stellung des Digitalen im Kulturbereich? Wie sehen gelungene Formen der Vermittlung angesichts der Dialektik von Virtualität und körperlicher Präsenz aus? Und welche neuen Herausforderungen müssen dabei bewältigt werden?

An insgesamt fünf Abenden versammelt die Online-Konferenz unter diesem Aspekt interdisziplinäre Beiträge, die vor allem – aber nicht ausschließlich – folgende Themenbereiche kritisch reflektieren:

  • Der Strukturwandel der Öffentlichkeit im digitalen Zeitalter

  • Selektions- und Interpretationslogiken des modernen Mediensystems

  • „Plattformisierung“ und die Erosion traditioneller Rituale der Kunstaneignung

  • Künstliche Intelligenz und neue Formen des Kuratierens

  • Mensch-Computer-Interaktion im Museum

  • Formen der Partizipation im realen/digitalen Raum

  • Das Verhältnis von Original-Digital-Virtuell

  • Hybrides Publizieren und neue Repräsentationsformen des Wissens

Wir freuen uns über Ihre Themenvorschläge aus den Bereichen Museum/Museologie, Kunst- und Kulturgeschichte, Medienwissenschaft und Digital Humanities. Bitte senden Sie uns Ihre Abstracts für einen 20- bis 25-minütigen Vortrag in deutscher oder englischer Sprache (max. 250 Wörter), einschließlich einer kurzen Biografie inklusive vollständiger Kontaktinformation zusammengefasst als ein PDF-Dokument bis 17. Oktober 2021 an: a.kroupova@belvedere.at.

Als Keynote Speaker konnte Max Hollein (Direktor, The Metropolitan Museum of Art, New York) gewonnen werden.

Zeitraum
Anmeldung

 

 

Bitte senden Sie uns Ihre Abstracts bis 17. Oktober 2021 an: a.kroupova@belvedere.at.

Sprache
Deutsch, Englisch
Hashtag
#digitalmuseum
Veranstalter

Christian Huemer

(Belvedere, Vienna)

Ralph Knickmeier

(Belvedere, Vienna)

Anna-Marie Kroupová

(Belvedere, Vienna)

Liz Neely

(Georgia O’Keeffe Museum, Santa Fe)

John Tain

(Asia Art Archive, Hong Kong)

Chiara Zuanni

(University of Graz)

 

Partner

 

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