Montag, 17. Jänner - Freitag, 21. Jänner 2022

Das Kunstmuseum im digitalen Zeitalter – 2022

Internationale Online-Konferenz

Das Belvedere Research Center setzt seine Tagungsreihe zur digitalen Transformation der Kunstmuseen mit der vierten Veranstaltung zum Thema fort. Die COVID-19-Pandemie mit all den damit einhergehenden Problemen, Nähe zu Menschen und Objekten herstellen zu können, hat der Problematik in den Museen zusätzliche „Virulenz“ gegeben. Wenngleich vieles schon zuvor breit diskutiert und ansatzweise auch umgesetzt worden war, schufen die Maßnahmen gegen das Virus eine ganz spezielle Versuchsanordnung, bei der die digitale Präsenz nicht mehr bloß eine mögliche Erweiterung des Ausstellungsraums, sondern schlicht den einzigen Weg zur Öffentlichkeit darstellte. Während die Schwerpunktsetzung unserer Konferenz von 2021 der Prämisse einer krisenbedingten Rückbesinnung auf die eigenen Sammlungsobjekte nachging, soll es diesmal jenseits binärer Konzepte um Fragen wie Medienspezifizität, Hybridität und Mixed Reality gehen. In fünf Themenblöcken setzen sich die Beiträge der internationalen Expertinnen und Experten der Online-Konferenz damit auseinander, wie das Digitale und das Analoge der Museumswelt produktiv, konzeptuell und ästhetisch miteinander verwoben werden können.

Zeitraum
- 18:45
- 18:45
- 18:45
Anmeldung

 

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Materialien (PDF)

 

(Frist für CFP ist bereits abgelaufen.)

 

Aus der Reihe

 

Konferenz 2019

Konferenz 2020

Konferenz 2021

Konferenz 2022

Sprache
Deutsch, Englisch Simultanübersetzung
Hashtag
#digitalmuseum #belvederemuseum
Veranstalter

Christian Huemer

(Belvedere, Wien / Vienna)

Ralph Knickmeier

(Belvedere, Wien / Vienna)

Anna-Marie Kroupová

(Belvedere, Wien / Vienna)

Liz Neely

(Georgia O’Keeffe Museum, Santa Fe)

John Tain

(Asia Art Archive, Hongkong / Hong Kong)

Chiara Zuanni

(Universität Graz / University of Graz)

 

Partner

 

Inhalt 3

Inhalt 4

 

Programm

 

 

MO

17

JAN

 

17.00

Begrüßung & Einführung
Stella Rollig; Christian Huemer; Anna-Marie Kroupova (Belvedere, Wien)

Panel 1: Audience Engagement

Moderation: Sabine Fauland (Museumsbund Österreich, Graz)

17.20

Everyone’s and Just Yours. Wikimedia, Audience, and Openness at the National Gallery of Art, Washington
Benjamin Zweig (National Gallery of Art, Washington D.C.)

17.45

Die MuseumsMenschen-App im Schaudepot. Ein intergeneratives, partizipatives Pilotprojekt an der Schnittstelle von analog und digital
Hanna Brinkmann; Anja Grebe (Donau-Universität Krems); Melanie N. Lopin (Stadtmuseum Korneuburg)

18.10

Sonic Enhancement of Virtual Exhibits
Paola Di Giuseppantonio Di Franco; Michael Tymkiw (University of Essex)

19.00

Keynote Lecture

Moderation: Christian Huemer (Belvedere, Wien)

The Universal Museum and its Digital Expansion
Max Hollein (The Metropolitan Museum of Art, New York)

Inhalt 3

Inhalt 4

 

 

DI

18

JAN

 

Panel 2: Verwobene Welten

Moderation: Nicole High-Steskal (Donau-Universität Krems)

17.00

Das Verhältnis von original-digital-virtuell
Werner Schweibenz (MusIS, Universität Konstanz)

17.25

Digital Ekphrasis. Creating Emily Dickinson’s Cultural Heritage
Kayla Shipp (Emory University, Atlanta)

17.50

Virealität. Modus Operandi digitaler Kunstvermittlung der Hamburger Kunsthalle
Anja Gebauer; Katharina Hoins; Andrea Weniger (Hamburger Kunsthalle)

18.15

Rethinking the Collection Catalogue. Hybrid Publishing at the Nelson-Atkins Museum of Art

Brigid M. Boyle (Nelson-Atkins Museum of Art, Kansas City)

Inhalt 3

Inhalt 4

 

 

MI

19

JAN

 

Panel 3: Strategische Dimensionen

Moderation: Anna-Marie Kroupova (Belvedere, Wien)

17.00

Surfen als Bedingung von Online-Kunstrezeption. Ausstellungsformate im Spannungsfeld digitaler Infrastrukturen                                
Heiko Schmid (Zürcher Hochschule der Künste; Hochschule Luzern)

17.25

Eine Kategorisierung von Augmented Reality in der Museumspraxis        
Carina Doppler; Jakob Ossmann (Fluxguide, Wien)

17.50

Emerging Virtual Spaces. Alternative Models for Displaying Collections Online                                     
Ellen Charlesworth (Durham University)

18.15

Kryptokunst & Museum. Beispiele einer Beziehung                                   
Carola Korhummel (Universität Wien)

Inhalt 3

Inhalt 4

 

 

DO

20

JAN

 

Panel 4: Sozialpolitische Relevanz

Moderation: Chiara Zuanni (Universität Graz)

17.00

Computing the Museum. Experiments in Algorithmic Co-curation
Giulia Taurino (Northeastern University, Boston)

17.25

Museums and the Future Social Web
Lukas Fuchsgruber (Technische Universität Berlin)

17.50

„NOOOO PUT ME BACK I was next in line for the immersive van gogh exhibit“. Immersion: zur performativen und partizipativen Rezeption historischer Kunst
Charlotte Reuß (Universität für angewandte Kunst Wien)

18.15

User Experience of Art Exhibition in the „New Normality“. Innovative Methods of Research in Terms of Global Change
Marta Świetlik (Polnische Akademie der Wissenschaften, Warschau)

Inhalt 3

Inhalt 4

 

 

FR

21

JAN

 

Panel 5: Virtuelle Erweiterungen

Moderation: Richard Kurdiovsky (Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien)

17.00

From Lock-Down to Innovation. Welcome to the World’s First Gigapixel Museum
Sandra Verdel (Mauritshuis, Den Haag)

17.25

From Palmyra to Pompei. The Dynamics of Display of Virtual Archaeological Sites in Museum Exhibitions
Isabella Archer (École du Louvre, Paris; Universität Poitiers)

17.50

VR in the Museum. Reconstructing Difficult Heritage of Modern Architecture
Georgios Artopoulos (The Cyprus Institute, Nikosia)

19.00

Podiumsdiskussion

Moderation: Christian Huemer (Belvedere, Wien)
Suse Anderson (George Washington University, Washington D.C.)
Carolyn Royston (Cooper Hewitt, Smithsonian Design Museum, New York)
Jeffrey T. Schnapp (metaLAB (at) Harvard, Cambridge)

Inhalt 3

Inhalt 4

Call for Papers

Das Belvedere Research Center setzt seine Tagungsreihe zur digitalen Transformation der Kunstmuseen mit der vierten Veranstaltung zum Thema fort. Die COVID-19-Pandemie mit all den damit einhergehenden Problemen, Nähe zu Menschen und Objekten herstellen zu können, hat der Problematik in den Museen zusätzliche „Virulenz“ gegeben. Wenngleich vieles schon zuvor breit diskutiert und ansatzweise auch umgesetzt worden war, schufen die Maßnahmen gegen das Virus eine ganz spezielle Versuchsanordnung, bei der die digitale Präsenz nicht mehr bloß eine mögliche Erweiterung des Ausstellungsraums, sondern schlicht den einzigen Weg zur Öffentlichkeit darstellte. Während die Schwerpunktsetzung unserer Konferenz von 2021 der Prämisse einer krisenbedingten Rückbesinnung auf die eigenen Sammlungen nachging, soll diesmal die Ausdifferenzierung analoger und digitaler Medien im Mittelpunkt der Debatte stehen. Ist die binäre Rhetorik von analog/digital, konservativ/progressiv, entweder/oder… im post-digitalen Zeitalter noch angebracht, oder geht es nicht längst schon um Fragen nach Medienspezifizität, Hybridität und Mixed-Reality?

Medientheoretiker wie Peter Weibel waren schnell, angesichts der Pandemie die analoge Nahgesellschaft diskursiv zu Grabe zu tragen. In gigantischen Stadien, Konzerthäusern und Museen konnte er nur noch „die Pharaonengräber der Zukunft“ erkennen. Dass die Menschen nicht so einfach in eine rein digitale Welt übersiedeln würden, ließen bereits die ersten Lockerungen im Sommer 2020 erahnen, als eine geradezu exzessive Rückbewegung zum Analogen feststellbar wurde. Die Originale waren gefragter denn je, der Hunger nach Begegnung mit anderen Menschen und Objekten im Museum groß. Es gibt, so scheint es, trotz erweiterter technologischer Möglichkeiten doch so etwas wie anthropologische Konstanten. Was aber bedeutet das für das Kunstmuseum im digitalen Zeitalter und die Stellung des Digitalen im Kulturbereich? Wie sehen gelungene Formen der Vermittlung angesichts der Dialektik von Virtualität und körperlicher Präsenz aus? Und welche neuen Herausforderungen müssen dabei bewältigt werden?

An insgesamt fünf Abenden versammelt die Online-Konferenz unter diesem Aspekt interdisziplinäre Beiträge, die vor allem – aber nicht ausschließlich – folgende Themenbereiche kritisch reflektieren:

  • Der Strukturwandel der Öffentlichkeit im digitalen Zeitalter
  • Selektions- und Interpretationslogiken des modernen Mediensystems
  • „Plattformisierung“ und die Erosion traditioneller Rituale der Kunstaneignung
  • Künstliche Intelligenz und neue Formen des Kuratierens
  • Mensch-Computer-Interaktion im Museum
  • Formen der Partizipation im realen/digitalen Raum
  • Das Verhältnis von Original-Digital-Virtuell
  • Hybrides Publizieren und neue Repräsentationsformen des Wissens

Als Keynote Speaker konnte Max Hollein (Direktor, The Metropolitan Museum of Art, New York) gewonnen werden.