Ferdinand Georg Waldmüller

Nach der Natur gemalt

Die Landschaftsmalerei gelangte im 19. Jahrhundert europaweit zur Blüte. Ferdinand Georg Waldmüller (1793–1865) war Teil dieser Entwicklung und vermittelte mit seinen intimen Baumstudien, weiten Wienerwaldlandschaften und stilprägenden Ansichten des Salzkammerguts die Sehnsucht des Menschen nach der Natur. In der Schau liefern Beispiele wegweisender Zeitgenossen wie John Constable und Jean-Baptiste Camille Corot Impulse, um Waldmüllers realistische Naturdarstellungen vor dem Hintergrund europäischer Entwicklungen zu entdecken.

Ferdinand Georg Waldmüller, Partie bei Dorf Ahorn mit Loser und Sandling, 1833
Kunst Museum Winterthur, Stiftung Oskar Reinhart, Ankauf 1932, Foto: SIK-ISEA, Zürich, Philipp Hitz

Pressetext

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Generaldirektorin Stella Rollig: Kann man zu Waldmüller noch neue Aspekte in den Fokus rücken? Man kann! Der Maler ist angesichts seiner Beliebtheit und des umfangreichen Bestands ein zentraler Künstler in der Sammlung des Belvedere. Wenn in dieser Ausstellung seine Landschaften im europäischen Vergleich präsentiert werden, dürfen sich selbst Fans und Fachleute auf neue Perspektiven freuen.

Der Schlachtruf „Wirklichkeitstreue“ verband in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele progressive Künstler*innen über Landesgrenzen hinweg. Dabei spielte die Konzentration auf die heimische Landschaft eine große Rolle. Generell wuchs in jener Zeit das Interesse der Menschen daran, mehr in der Natur zu sein, über sie zu lernen und sie sich in Form von Bildern in die Wohnungen zu holen. Dies war bedingt durch die politischen Umbrüche, den gesellschaftlichen Wandel und die voranschreitende Industrialisierung im 19. Jahrhundert.

Ferdinand Georg Waldmüller, zentraler österreichischer Maler der Biedermeierzeit, hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die „uns umgebende Natur, unsere Zeit, unsere Sitte“ zu malen. Mit seinen naturgetreuen Porträts, Genrebildern und Landschaften polarisierte er die Kritik. Der Künstler war und ist vor allem für seine lebensnahen Bildnisse und Alltagsszenen bekannt. Die reale Landschaft als Bildmotiv diente Waldmüller in seinen Werken zunächst rein als Hintergrund. In den 1830er-Jahren rückte er die Natur auch in den Vordergrund, und es entstanden zahlreiche in ihrer Wirklichkeitsnähe bestechende Ansichten. Von da an spielte die Landschaft eine entscheidende Rolle in Waldmüllers Schaffen und begleitete ihn bis an sein Lebensende.

Waldmüller war einer der wenigen Künstler seiner Zeit, die sich gleichermaßen erfolgreich Porträt-, Genre- und Landschaftsmalerei widmeten. Seine realistischen Naturdarstellungen – sowohl als Bildhintergrund als auch in eigenständigen Landschaften – spiegeln ein europaweit wachsendes gesellschaftliches Interesse an Natur wider. Die Einbettung seiner Landschaftsmalerei in den Kontext des Schaffens europäischer Zeitgenossen eröffnet neue Perspektiven auf sein Werk und verortet dieses als eine eigenständige Ausprägung realistischer Tendenzen in Europa, so Kuratorin Arnika Groenewald-Schmidt.

Von derselben ideologischen Basis ausgehend entwickelten sich in verschiedenen Ländern unterschiedliche Spielarten realistischer Kunst, zum Teil in Abhängigkeit voneinander, zum Teil parallel. Stil und Herangehensweise an die Darstellung der Natur konnten aufgrund unterschiedlicher Ausbildungsmethoden, kultureller Hintergründe und topografischer Eigenheiten des jeweils eigenen Landes stark variieren. Die Ausstellung ermöglicht, Waldmüllers Beschäftigung mit der Landschaft im Wiener Prater, in der Umgebung von Salzburg, in Italien und im Wienerwald nachzuspüren. Ausgewählte Werke europäischer Größen wie John Constable, Johan Christian Dahl und Jean-Baptiste Camille Corot liefern Impulse, Waldmüller im Kontext seiner Zeit zu sehen.

Im Sommer 2026 präsentiert die National Gallery, London, die erste Ausstellung von Gemälden des österreichischen Künstlers Ferdinand Georg Waldmüller in Großbritannien. Waldmüller: Landscapes (2. Juli bis 20. September 2026) ist zudem die erste Ausstellung, die Waldmüller ausschließlich als Landschaftsmaler gewidmet ist. Sie ist eine Zusammenarbeit zwischen der National Gallery und dem Belvedere, das den Großteil der ausgestellten Werke zur Verfügung stellt.

Pressebilder

Ferdinand Georg Waldmüller, Alte Ulmen im Prater, 1831

Hamburger Kunsthalle / Foto: Elke Walford

Ferdinand Georg Waldmüller, Große Praterlandschaft, 1849

Belvedere, Wien, Foto: Johannes Stoll

John Constable, Salisbury Cathedral und Leadenhall vom Fluß Avon, 1820

© The National Gallery, London

Ferdinand Georg Waldmüller, Partie bei Dorf Ahorn mit Loser und Sandling, 1833

Kunst Museum Winterthur, Stiftung Oskar Reinhart, Ankauf 1932, Foto: SIK-ISEA, Zürich, Philipp Hitz

Ferdinand Georg Waldmüller, Der Sandling bei Altaussee, 1834

Kunst Museum Winterthur, Stiftung Oskar Reinhart, Ankauf 1928, Foto: SIK-ISEA, Zürich, Philipp Hitz

Ferdinand Georg Waldmüller, Der Dachstein vom Sophien-Doppelblick bei Ischl, 1835

Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien

Ferdinand Georg Waldmüller, Der Notar Dr. Josef August Eltz mit seiner Gattin Caroline, geb. Schaumburg, und den acht Kindern in Ischl, Familie Eltz, 1835

Belvedere Wien, Foto: Johannes Stoll

Jean-Baptiste Camille Corot, Der Nemisee, 1843

Belvedere, Wien, Foto: Johannes Stoll

Ferdinand Georg Waldmüller, Blick zur Bergstadt Mola bei Taormina, um 1844

Belvedere, Wien, Foto: Johannes Stoll

Ferdinand Georg Waldmüller, Die Ruinen des griechischen Theaters von Taormina mit dem Ätna, 1844

LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz–Vienna

Ferdinand Georg Waldmüller, Die Ruine Liechtenstein bei Mödling, 1848

Belvedere, Wien, Foto: Johannes Stoll

John William Inchbold, Bolton Abbey, 1853

Foto mit freundlicher Genehmigung von Northampton Museums and Art Gallery

Ferdinand Georg Waldmüller, Berglandschaft mit der Ruine Liechtenstein bei Mödling, 1859

LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz – Vienna

Ferdinand Georg Waldmüller, Partie aus dem Prater, 1831

2017 Dauerleihgabe aus Privatbesitz, Belvedere, Wien, Foto: Johannes Stoll

Ferdinand Georg Waldmüller, Selbstporträt in jungen Jahren, 1828

Belvedere, Wien, Foto: Johannes Stoll

Ferdinand Georg Waldmüller, Der Wolfgangsee, 1835

Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien

Ausstellungsansicht "Ferdinand Georg Waldmüller. Nach der Natur gemalt", Unteres Belvedere

Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien

Ausstellungsansicht "Ferdinand Georg Waldmüller. Nach der Natur gemalt", Unteres Belvedere

Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien

Ausstellungsansicht "Ferdinand Georg Waldmüller. Nach der Natur gemalt", Unteres Belvedere

Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien

Ausstellungsansicht "Ferdinand Georg Waldmüller. Nach der Natur gemalt", Unteres Belvedere

Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien

Ausstellungsansicht "Ferdinand Georg Waldmüller. Nach der Natur gemalt", Unteres Belvedere

Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien

Ausstellungsansicht "Ferdinand Georg Waldmüller. Nach der Natur gemalt", Unteres Belvedere

Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien

Ausstellungsansicht "Ferdinand Georg Waldmüller. Nach der Natur gemalt", Unteres Belvedere

Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien

Ausstellungsansicht "Ferdinand Georg Waldmüller. Nach der Natur gemalt", Unteres Belvedere

Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien

Ausstellungsansicht "Ferdinand Georg Waldmüller. Nach der Natur gemalt", Unteres Belvedere

Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien

Ausstellungsansicht "Ferdinand Georg Waldmüller. Nach der Natur gemalt", Unteres Belvedere

Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien

Ausstellungsansicht "Ferdinand Georg Waldmüller. Nach der Natur gemalt", Unteres Belvedere

Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien

Ausstellungsansicht "Ferdinand Georg Waldmüller. Nach der Natur gemalt", Unteres Belvedere

Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien

Ausstellungsansicht "Ferdinand Georg Waldmüller. Nach der Natur gemalt", Unteres Belvedere

Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien

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