Jenseits der Stille (07/2026-01/2027)
Erna Rosenstein
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PROGRAMM
Themenbezogenes Vermittlungsangebot für Schüler*innen der Sekundarstufe II
Erna Rosenstein (1913–2004) gilt als eine zentrale Vertreterin der polnischen Nachkriegsavantgarde. Vor dem Hintergrund der Shoah und der politischen Umbrüche in Polen entwickelt die Künstlerin ein vielfältiges Werk: Ihre Gemälde, Zeichnungen, Materialbilder und Gedichte erzählen von Verfolgung und Flucht, Verlust und Trauer. Zugleich zeugen sie von Widerstandsfähigkeit, von künstlerischer Unabhängigkeit und vom beharrlichen Willen zur Erneuerung. In einem gemeinsamen Rundgang für Schüler*innen der Sekundarstufe II nähern wir uns Rosensteins Leben und Werk unter verschiedenen thematischen Schwerpunkten.
Künstlerin sein
Was bedeutet es, Anfang des 20. Jahrhunderts Künstlerin zu sein? Welche Möglichkeiten eröffnen sich durch Bildung? Und wie sehr beeinflussen Herkunft, Religion und gesellschaftliche Erwartungen die eigene Entwicklung? Mithilfe von Impulskarten setzen sich die Schüler*innen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten auseinander. Dabei lernen sie Erna Rosenstein in ihren vielen Rollen kennen: als Frau, Jüdin, Künstlerin, Dichterin, Kommunistin, Kunstvereinsmitglied, Tochter, Mutter und Ehefrau. So wird nachvollziehbar, wie persönliche Voraussetzungen, soziale Verhältnisse und historische Ereignisse den Lebensweg einer Künstlerin prägen.
Kunst ist persönlich
Wie viel von einem Leben steckt in einem Kunstwerk? Die Schüler*innen wählen ein Werk von Erna Rosenstein aus und überlegen, inwiefern es mit der Biografie der Künstlerin in Verbindung steht. Im Plenum diskutieren wir über die unterschiedlichen Funktionen von Kunst und nutzen ein Arbeitsblatt, um über Privilegien nachzudenken. Wir fragen, warum sich Künstler*innen zusammenschließen, um politische, ideologische oder künstlerische Ziele zu verfolgen. Welche Themen sind heute aktuell? Und was wäre dir in einem Team oder einer künstlerischen Gruppierung wichtig?
Kunst und Poesie
Erna Rosenstein verarbeitet in ihren Gedichten die Shoah, die Ermordung ihrer Eltern und ihr eigenes traumatisches Überleben auf der Flucht vor den Nazis. Auch die Titel ihrer Gemälde sind oft poetisch, rätselhaft und offen für vielfältige Assoziationen. Bei dieser Übung verbinden wir Sprache und Bild und werden dabei selbst kreativ: Während die Jugendlichen ein Gedicht von Erna Rosenstein hören, erproben sie die Methode des automatischen Zeichnens. So entstehen eigene Bildwelten zwischen Wort, Erinnerung, Fantasie und Gefühl – ganz im Sinne der Künstlerin, für die Kunst und Poesie untrennbar miteinander verbunden sind.
Jedes Thema wird altersgerecht für Jugendliche vermittelt. Alle Gespräche und kreativen Übungen finden vor Originalen statt und sind von Kunstwerken inspiriert.
Vermittlungstools erarbeitet von Karla Starecek, Angelika Katzlberger, Yannick Steiner und Sabine Müller-Englerth.
Unsere Programme finden vor und während der jeweiligen Öffnungszeiten ab 8 Uhr statt.
Bitte findet euch 15 Minuten vor Veranstaltungsbeginn am jeweiligen Treffpunkt ein.
Zum Download: Unterrichtsmaterialien — Die Reihe Kunst Perspektive setzt kreative Impulse!