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CARLONE CONTEMPORARY: herman de vries

108 pfund lavendel

Natur ist Kunst – diesem Credo folgt der niederländische Künstler herman de vries seit mehr als fünfzig Jahren. Der ausgebildete Botaniker und Landschaftsgärtner wandte sich schon früh der Kunst zu und erlangte als informeller Maler und Mitglied der Künstler*innengruppe nul Bekanntheit. Ab den 1970er-Jahren wurden ökologische Fragestellungen in seiner Kunst virulent, die ihn bis heute zu einem der wichtigsten Vertreter der Environmental Art machen. In seiner künstlerischen Forschung verknüpft de vries wissenschaftliche Methoden wie Beobachten, Systematisieren und Archivieren mit mythologischen Erzählungen und philosophischen Fragestellungen. Bei seinen täglichen Erkundungen der Natur im fränkischen Steigerwald sowie auf Reisen sammelt er Blumen, Steine, Äste, Erde, Knochen, Gräser, Mineralien u. v. m. Diese Objets trouvés arrangiert er zu sinnlichen Installationen, denen in ihrer Schlichtheit eine eigene ästhetische Kraft inhärent ist. Stets ist sein Tun von einem tiefen Verständnis und Respekt vor den natürlichen Ressourcen der Erde geleitet. In seiner konzeptuellen Arbeit 108 pfund lavendel aus dem Jahr 1991 werden die duftenden violetten Blüten konzentrisch auf dem Boden angeordnet und sorgen so für ein sensorisches Besuchserlebnis unter dem barocken Deckenfresko im Carlone-Saal. 

Kuratiert von Stella Rollig.
Assistenzkuratorin: Johanna Hofer

#CarloneContemporary

Impressionen

Biografie

herman de vries im Atelier
Foto: Katharina Winterhalter

 

 

herman de vries ist 1931 in Alkmaar (NL) geboren. Der Künstler lebt und arbeitet in Eschenau (DE). Ausstellungen (Auswahl): Somerset House, London, MuseumsQuartier, Wien, Georg Kolbe Museum, Berlin, Ernst-Barlach-Haus, Hamburg. 1997 war er bei den Skulptur Projekten in Münster vertreten, 2015 bespielte er den niederländischen Pavillon auf der 56. Biennale di Venezia. Seine Arbeiten sind in folgenden Sammlungen zu finden (Auswahl): Stedelijk Museum Amsterdam, Kunstmuseum Den Haag, Bibliothèque nationale de France, Paris, Museum of Modern Art, New York, Victoria and Albert Museum, London.

 

CARLONE CONTEMPORARY

In der Reihe CARLONE CONTEMPORARY werden halbjährlich im Carlone-Saal des Oberen Belvedere zeitgenössische Werke präsentiert. Die Künstler*innen nehmen Bezug auf das barocke Bildprogramm der Fresken im Saal und schlagen eine Brücke von der antiken Götterwelt Apolls und Dianas in die Gegenwart.