Thomas Baumann, Installation Wak, 2020
Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien
Thomas Baumann, Wak, 2020
Im lang gestreckten Wasserbecken des Skulpturengartens erzeugt eine computergesteuerte Maschine in regelmäßigen Abständen künstliche Wellen. Thomas Baumann bezeichnet seine Arbeit Wak als kinetische Skulptur, deren poetischer Ursprungsgedanke der Wunsch ist, „ein kleines Meer zu erfinden”. So simuliert er im urbanen Raum ein Naturphänomen, dessen eigentliches Hauptmerkmal gerade die unbändige Kraft der Natur ist – faszinierend und irritierend zugleich.
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Jasmina Cibic, Dawn Chorus, 2024
Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien
Jasmina Cibic, Dawn Chorus, 2024
Mit der speziell für den Skulpturengarten des Belvedere 21 geschaffenen Klanginstallation Dawn Chorus nimmt Jasmina Cibic Bezug auf die 1961 im ehemaligen Jugoslawien gegründete Bewegung der Blockfreien Staaten. Tonaufnahmen von Vögeln aus diesen Ländern, die zugleich die Herkunftsländer der meisten unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten in Österreich sind, verknüpfen eine historische geopolitische Ordnung mit aktuellen Flucht- und Migrationsbewegungen. Zeichnungen dieser Vogelarten, die nach europäischen Forschern, Kolonialbeamten und Missionaren benannt sind, machen darüber hinaus die Gegenwart kolonialer Wissens- und Ordnungssysteme sichtbar.
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VALIE EXPORT, Die Doppelgängerin, 2010
Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien
VALIE EXPORT, Die Doppelgängerin, 2010
Zwei Scheren, verschränkt zu einer Figur: Die Scherentänzerinnen, wie die feministische Künstlerin sie nannte, dienten 2009 als Werbemotiv für das Tanzquartier Wien. Der Schnitt „ins eigene Fleisch” findet sich bereits in EXPORTs frühen Videos und Performances. Dort steht das Schneiden meist für die seelische Verstümmelung durch gesellschaftliche Konventionen, die sich in den weiblichen Körper einschreiben. So verweisen die Scheren auch auf typisch weiblich konnotierte Arbeiten im Haushalt.
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Roland Goeschl, Säulenformation, um 1979
Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien
Roland Goeschl, Säulenformation, um 1979
„Einen Farbraum kann sich jeder selbst bauen.” Unter diesem Motto von Roland Goeschl aus dem Jahr 1968 ist wohl auch diese Säulenformation zu lesen. Charakteristisch sind die geometrischen Formen und die Grundfarben Rot, Blau und Gelb. Durch die regelmäßige Drehung um die jeweils kürzeste Seite verleiht der Künstler den an sich statischen Körpern eine Dynamik, die die Betrachter*innen auffordert, das monumentale Objekt im Raum aktiv zu erkunden – als würden die Quader dazu einladen, neu positioniert zu werden.
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Hans Haacke, Geschenkter Gaul, 2014
Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien
Hans Haacke, Geschenkter Gaul, 2014
Im Rahmen des „Fourth Plinth Programme“ am Londoner Trafalgar Square schuf Hans Haacke dieses monumentale Bronzeskelett eines Pferdes, dessen Größe dem Pferd der benachbarten Reiterstatue von George IV. entspricht. Wie bei einem Geschenk ist um einen Vorderlauf eine Schleife gebunden, deren elektronische Anzeigen in London den FTSE-100-Index wiedergaben und nun in Wien Daten der Wiener Börse zeigen. Als Gegenmonument verweist Geschenkter Gaul auf die historischen Verflechtungen von Kapital, Macht und Repräsentation – und auf deren Fortwirken bis in die Gegenwart.
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Hans Kupelwieser, e 14/1 sculptor, 2014
Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien
Hans Kupelwieser, e 14/1 sculptor, 2014
Die Skulptur fasziniert durch eine Vielzahl von Ansichten, die durch die unregelmäßige Form und die spiegelnde Oberfläche noch verstärkt werden. Die Spiegelung erhält auch eine inhaltliche Dimension, das Betrachten in allen Facetten. Die Materialeigenschaften von Metall werden konterkariert: Was an zerknülltes Papier erinnert, wiegt 270 Kilogramm. Das Knautschen erfolgt mit einem Bagger, eine exakte Prognose des Ergebnisses ist unmöglich. Dieses Prinzip des gelenkten Zufalls ist wesentlich für Hans Kupelwiesers Arbeit.
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Kris Lemsalu, Chará, 2023
Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien
Kris Lemsalu, Chará, 2023
Geburt und Wiedergeburt, Erneuerung und Jungbrunnen sind Themen, die Kris Lemsalus Werk begleiten. Die Figur Chará nimmt Anleihen bei der Populärkultur und der Mythologie und transportiert eine persönliche Geschichte. Aus dem Spiel mit der Form eines Rentierkiefers entsteht das Bild eines Herzens, einer Vagina dentata, eines Portals. Chará ist das altgriechische Wort für Freude. Die Künstlerin möchte Lebensfreude und Heiterkeit als wesentliche Lebenspraxis vermitteln.
Sarah Ortmeyer, DIABOLUS (PROTECTOR), 2020
Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien © Bildrecht, Wien 2026
Sarah Ortmeyer, DIABOLUS (PROTECTOR), 2020
Sarah Ortmeyers Werk bewegt sich zwischen Skulptur und Malerei. DIABOLUS (PROTECTOR) aus der EMOJI SHADOW Series überführt die vertraute Silhouette eines digitalen Icons in eine räumliche Figur. Teufel und Dämonen galten in vielen Kulturen nicht nur als bedrohlich, sondern auch als schützend. Ortmeyer greift diese Ambivalenz auf. Aus dem flachen, standardisierten Bildzeichen wird eine eigenständige Erscheinung, die Gut und Böse nicht als Gegensätze, sondern als miteinander verbundene Kräfte darstellt.
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Maruša Sagadin, B-Girls, Go!, 2018
Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien
Maruša Sagadin, B-Girls, Go!, 2018
Die überdimensionale pinkfarbene Baseballkappe verweist auf Hip-Hop- und Street Culture – wesentliche Bezugspunkte für Maruša Sagadin, deren bildhauerisches und architektonisches Werk von der Auseinandersetzung mit Popkultur, Gender und Sprache geprägt ist. B-Girls, Go! schafft eine Art Bühne für Mädchen, Frauen und Menschen, die sich als weiblich identifizieren. Die partizipative Skulptur wird für gemeinschaftliche Aktivitäten, als Treffpunkt und als Ort zum Verweilen genutzt.
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Lois Weinberger, Wegrandhaus, 2019/2021
Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien
Lois Weinberger, Wegrandhaus, 2019/2021
Die – auch kulturell geprägte – “Wildnis” und die Idee einer Architektur in ihr beschäftigten Lois Weinberger. Wegrandhäuser lernte er in Griechenland kennen, wo sie einerseits Gedenkstätten für Verunglückte sind, andererseits aber auch Orte, an denen Dinge für Passant*innen bereitgestellt werden. Das rot gestrichene Wegrandhaus ist dem Mohn gewidmet. Zettel mit Gedichten des Künstlers können abgestempelt und mitgenommen werden – eine Anspielung auf Wanderpässe, die die zurückgelegten Strecken dokumentieren.
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Lois Weinberger, Wild Cube, 2011
Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien
Lois Weinberger, Wild Cube, 2011
In einem riesigen Stahlkäfig wuchern unkontrolliert verschiedene Pflanzen, deren Äste zwischen den Gitterstäben hervorlugen. Im Wechsel der Jahreszeiten wird im Wild Cube das ständige Werden und Vergehen der Natur sichtbar; der Käfig sperrt nicht die Natur ein, sondern den Menschen aus. Lois Weinberger verfolgt in dieser Arbeit, wie in seinem gesamten künstlerischen Schaffen, die Idee vom Kunstwerk als einem lebendigen Organismus, der die von Menschen gemachten Grenzen immer wieder neu überwindet.
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Fritz Wotruba, Großes Figurenrelief, 1957/58
Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien
Fritz Wotruba, Großes Figurenrelief, 1957/1958
Im Zentrum des bildhauerischen Werks von Fritz Wotruba steht die menschliche Figur, zunehmend abstrahiert und auf Blöcke oder rundplastische Formen reduziert. 1957 erhält Wotruba den Auftrag zur Gestaltung eines Reliefs, das vor der Fassade des von Karl Schwanzer entworfenen Österreich-Pavillons der Weltausstellung in Brüssel 1958 auf Bodenniveau positioniert wird. So mischen sich die sieben aus den Teilstücken des Reliefs heraustretenden oder mit diesen verschmelzenden Figuren gleichsam unter die Besucher*innen.
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Heimo Zobernig, Ohne Titel, 2013
Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien
Heimo Zobernig, Ohne Titel, 2013
Bezugnehmend auf die Architektur des Belvedere 21 realisierte Heimo Zobernig 2013 eine Intervention mit fünf bühnenartigen Plattformen aus Beton. Diese dienen als Sockel für die Präsentation von Skulpturen, können für Performances genutzt oder auch leer gelassen werden. Zobernigs Arbeit eröffnet unterschiedliche Nutzungs- und Interpretationsmöglichkeiten und entzieht sich einer eindeutigen Kategorisierung. Die Betrachter*innen sind aufgefordert, ihre eigenen Vorstellungen von Skulptur zu hinterfragen.
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